> Die Unvollendete < von Kate Atkinson

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Wir schreiben das Jahr 1910, in einer unheilvollen Winternacht verstirbt Ursula Todd bei ihrer Geburt und wird in derselben Nacht wieder geboren. Dies wird sich durch ihr ganzes Dasein ziehen. Der plötzliche Tod und die überraschende Wiederauferstehung. Diese höchst ungewöhnliche Gabe vermag es Ursula, folgenschwere Erlebnisse wesentlich zu verändern. Mit jedem neuen Leben, ist die Chance einer Verbesserung der Lage gegeben. Doch, kann sie auch genutzt werden?

Das kleine Herz. Ein hilfloses kleines Herz, das verzweifelt schlug. Plötzlich aufgab wie ein Vogel, der vom Himmel fällt. Ein einziger Schuss. Es wurde dunkel.

Ursula Todd wird als drittes Kind ihrer Mutter Sylvie und ihres Vaters Hugh geboren. Maurice, ihr ältester Bruder ist ein Sonderling, der sich im weiteren Leben nicht gerade als Sympathieträger erweist. Ihre Schwester Pamela ist ihre Vertraute. Sylvie schenkt zwei weiteren Kindern das Leben, Teddy und Jimmy. Die Familie bewohnt das idyllisch anmutende Anwesen Fox Corner. Ursula scheint die Gabe der Hellsichtigkeit zu besitzen, dies macht ihr und ihren Eltern zu schaffen.

>Ich weiß, dass sie merkwürdigsten Dinge sagt, aber ein Psychiater?< sagte Hugh zu Sylvie. Er runzelte die Stirn. > Sie ist noch so klein. Sie ist nicht defekt.< > Natürlich nicht. Sie muss nur ein wenig ausgebessert werden.<

Ursula Todd durchlebt mehr Leben als jede Katze und macht > Und täglich grüßt das Murmeltier< alle Ehre. Immer wieder ist es ihr gegeben, die Ruder ihres in Seenot geratenen Lebensschiffes herumzureißen. Ob im britischen Rettungstrupp des Zweiten Weltkrieges, oder mit ihren bunt gemischten Affären, Ursula hat die Chance, entscheidente Ereignisse und weitreichende Schicksale, etwas zu verändern.

Mit die Unvollendete hat Kate Atkinson wiederholt bewiesen was für eine großartige Erzählerin sie ist. Sehr phantasievoll beschreibt sie Ursula Todds Leben und versäumt es nicht bei aller Tragik und Katastrophen immer wieder eine gut abgewogene Prise ihres herrlichen britischen Humors mit einfließen zu lassen. Kate Atkinsons Schreibstil ist sehr flüssig und ohne Tadel. Der einzige Wermutstropfen bei > Die Unvollendete < sei angemerkt. Bei den Passagen mit Eva Braun und Hitler verkrampften sich mir immer wieder die Bauchmuskeln, so unangenehm empfand ich diese Episode in Ursulas Leben. Jedoch sind das meine Befindlichkeiten. Auch dieses Buch von Kate Atkinson kann ich empfehlen, schon allein der ausgeklügelten Idee wegen und ihres charmanten Humors. I like this !

Herzlichen Dank dem https://www.droemer-knaur.de/home für dieses Rezensionsexempar! ISBN: 9783426304310 / 582 Seiten

Kate Atkinson wurde bereits für ihren ersten Roman »Familienalbum« mit dem renommierten Whitbread Book of the Year Award ausgezeichnet. Mittlerweile ist jedes ihrer Bücher ein internationaler Millionenerfolg. Für »Das vergessene Kind« erhielt sie den Deutschen Krimi Preis 2012 und für »Die Unvollendete« sowie »Glorreiche Zeiten« den Costa Novel Award. Kate Atkinson lebt in Edinburgh und gilt als eine der wichtigsten britischen Autorinnen der Gegenwart.

Weitere Bücher von Kate Atkinson:

https://tausendléxi.de/deckname-flamingo-von-kate-atkinson

https://tausendléxi.de/die-vierte-schwester-von-kate-atkinson

> Die vierte Schwester < von Kate Atkinson

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Die dreijährige Olivia Land verschwindet in einer heißen Sommernacht spurlos. Sie war der Sonnenschein von allen, von ihrer überforderten Mutter, ihrem gefühllosen Vater und ihren drei älteren Schwestern, Sylvia, Amelia und Julia. Olivia wird nie gefunden. Doch dann nach dreißig Jahren, taucht das Lieblingsspielzeug von Olivia plötzlich auf. Amelia und Julia finden es in der Schreibtischschublade ihres verstorbenen Vaters. Nun wollen beide Gewissheit. Was ist in jener Nacht passiert, wo ist Olivia? Gemeinsam engagieren sie den ehemaligen Polizist und jetzigen Privatdetektiv Jackson.

Doch Jackson hat nicht nur einen Fall aufzuklären. Der Anwalt Theo Wyre nimmt Kontakt zu ihm auf. Er will den Mörder seiner Tochter Laura finden. Die Polizei konnte Theo nicht wirklich weiter helfen.

Michelle erfüllt ihre Mutterpflichten ohne wirkliche Liebe zu ihrem Baby Tanja. Sie ist schlichtweg überfordert mit Kind und ihrem Partner Keith. Doch diese schicksalhafte Situation hat einen hohen Preis. Keith wird zum Opfer.

Drei Familientragödien und Jackson soll die Wahrheiten ans Tageslicht bringen. Doch seine Spurensuche gestaltet sich nicht ungefährlich. Er wird überfallen und tätlich angegriffen. Wer hat hier etwas zu verheimlichen und will ihn aufhalten? Wer immer es auch sei, er hat die Rechnung ohne Jackson gemacht.

Kate Jackson hat hier einen Ermittler kreiert, der mit all seinen Ecken und Kanten, auf charmante Weise ins Licht gerückt wird. Überhaupt sind alle Mitwirkenden ins Detail coloriert, so empfindet man sich selbst als mitten drin. Der Plot ist sehr kurzweilig, interessant und spannend. Und hier mal am Rande bemerkt, Chapeau Kate Atkinson, sie verfügt über eine sehr gute Kombinationsgabe, schafft verschiedene Handlungsstränge abwechslungsreich zu vermischen und dies mit einer guten Prise an britischem Humor. Es ist nun nicht, salopp ausgedrückt der Ober – Burner, doch verschafft Kate Atkinson eine sehr gute Unterhaltung. Leseempfehlung!

3,5 von 5

Droemer Verlag / ISBN: 978-3426195505 / 395 Seiten

Kate Atkinson, ist eine britische Schriftstellerin. Atkinson studierte Englische Literatur und Amerikanistik an der Universität Dundee, arbeitete im Anschluss in verschiedenen Berufen, so als Anwaltssekretärin und Lehrerin, bis sie schließlich Mitte der 1980er-Jahre mit dem Schreiben anfing und mit ersten Erzählungen, vor allem mit dem Roman Familienalbum sofort Erfolg hatte. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in Edinburgh.

( anderes Cover )

> Ich spüre was, was du nicht spürst < von Anna Heintze

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Wie eine Prinzessin auf der Erbse.“ – das hören hochsensible Menschen oft. Das Umfeld nimmt sie als schwierig, gar exentrisch, wahr und sie selbst leiden oft an ihrer Besonderheit. Tatsächlich liegt in der Hochsensibilität ein großes Geschenk verborgen, das es nur auszupacken gilt.

– so der Klappentext –

Anne Heintze, hat sich hier einem sehr interessanten Thema angenommen und es auf liebevolle Art und Weise gestaltet. Wer davon sozusagen betroffen ist, sich jedoch mit dieser Thematik noch nicht näher auseinader gesetzt hat, ist hier mit kurzweiligen Erklärungen und alltagstauglichen Tipps sehr gut aufgehoben. Hochsensibilität ist eine Veranlagung, die, wenn man sie realisiert hat, postiv zur Stärkung der eigenen Wahrnehmung führen kann. Anne Heintze hat in ihrem Buch wertvolle Informationen zu bewegenden Fragen aufgezeigt. Sie stärkt mit einfachen Übungen die immense Empfindsamkeit von Hochsensiblen. Dieser, nennen wir es Ratgeber, ist sehr sorgsam und gefühlvoll ausgestattet. Aber nicht nur für Hochsensible sind die Übungen durchaus geeignet, denn sie bringen den Körper und den Geist zur Ruhe. Das ist für jede Art von Mensch sehr hilfreich. Sehr kreative Aufmachung, die sich als Geschenk oder Mitbringsel sehr gut eignet!

GU / ISBN: 9783833841323 / 126 Seiten

> ANNA < von Erika Pluhar

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Gezeugt wurde sie in einem Schloß, das war ein sehr verheißungsvoller Start ins Leben. Anna wird als Tochter von Erika Pluhar, einer Schauspielerin und des Unternehmers Udo Proksch geboren. Ihre Kindheit verläuft alles andere als majestätisch. Der Vater ist äußerst exzentrisch und kaum anwesend, die Mutter schlüpft von einer Rolle in eine andere. Die meiste Zeit verbringt Anna mit lieblosen Kinderfrauen oder mit ihren sorgsamen Großeltern. Doch die Eltern selbst sind alles andere als fürsorglich. Gut, die Mutter schon in irgendeiner Weise, jedoch gibt sie Anna immer wieder in die Obhut von anderen Menschen. Dabei sehnt sich die kleine Anna nach der Liebe und Fürsorge ihrer Mutter. Die Mutter, die immer bekannter wird, die Mutter, die es zwar schafft sich von ihrem alkoholsüchtigen und gewalttätigen Mann zu trennen, andererseits sich gleich wieder in eine neue Liebschaft stürzt. Nämlich in die mit dem Künstler Andre Heller. Anna wird immer mehr von Asthmaanfällen heimgesucht, doch alle Menschen in ihrem näheren Umfeld sind gut instruiert, um dem Kind immer wieder Erleichterung zu verschaffen. Einige Zeit verbringt sie in einem schweizer Sanatorium, die mit < dem Onkel< wie das Asthma in Annas Familienkreis genannt wird, gut um zu gehen wissen. Die Kindheit erlebt Anna, ohne die große Nähe ihrer Eltern und mit schlimmen Asthmaanfällen.

Erika Pluhar erzählt von ihrer Tochter Anna, die 1961 geboren wurde. In einem lakonisch anmutenden Stil zeigt sie die Kindheit ihres einzigen Kindes auf. Kein Wort der Reue ist hier zu spüren, eher sehr nüchtern gibt sie vergangenes preis. Das Buch beinhaltet auch keine Abrechnung mit Annas Vater oder gar mit sich selbst. Nein, sie schreibt die Worte zwar berührend, doch keines Wegs anklagend.

Wir lesen nicht, dass der Vater von Anna, Udo Proksch, Netzwerker, Designer und Massenmörder war. Der als vermeintlicher Drahtzieher des Falls Lucano, 1992 wegen sechsfachen Mordes verurteilt und bis zu seinem Lebensende inhaftiert war.

Wir lesen nicht, dass Anna Proksch, 1999 an einem Asthmaanfall erstickte.

Wir lesen um Annas willen, deren Leben keines der leichten Sorte war………………………….

3,5 von 4

Residenzverlag / ISBN: 9783701717019 / 244 Seiten

Erika Pluhar, wurde 1939 geboren. Nach   Abschluß   des   Gymnasiums   und   der   Schauspielschule   „Max-Reinhardt-Seminar“   wurde   sie   an das   Wiener   Burgtheater   engagiert,   und   war   dort   vier   Jahrzehnte   lang   als   Protagonistin   erfolgreich tätig.   Auch   durch   Film   und   Fernsehen   machte   sie   sich   im   gesamten   deutschsprachigen   Raum   einen Namen. 40-jährig   begann   sie   musikalisch   zu   arbeiten,   wurde   Interpretin   ihrer   eigenen   Lieder,   und   gleichzeitig entstanden regelmäßig Bücher, die sie veröffentlichte. 60-jährig   zog   sie   sich   aus   dem   Beruf   der   reinen   Schauspielerei   völlig   zurück.   Sie   arbeitete   filmisch (Buch,   Regie,   Produktion),   produzierte   in   Eigenregie   ihre   Tonträger,   ging   –   und   geht   –   mit   Konzerten und    Lesungen,    stets    konsequent    die    eigenen    Inhalte    vertretend,    weiterhin    vor    Publikum.    Als Schriftstellerin    gab    und    gibt    sie    Bücher    heraus,    die    auch    gekauft    werden    und    ihr    eine    treue Leserschaft   gesichert   haben,   derer   sich   ihr   Verlag   erfreut.   Seit   längerem   ist   es   der   Residenz-Verlag   – zuletzt    erschienen:    „Die    öffentlicher    Frau“,    2013,    und    „Gegenüber“,    2016.    Meist    werden    die Hardcover-Herausgaben von Suhrkamp-Insel als Taschenbuch übernommen. ( Quelle: http://www.erikapluhar.net/biografie.htm

> Die Frau im Musée d´Orsay von David Foenkinos <

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

>Das Herz trifft manchmal grundlose Entscheidungen.<

Plötzlich und unerwartet kündigt der Professor Antoine Duris an der Hochschule der >Schönen Künste< in Lyon. Er zieht von heute auf morgen nach Paris. Sein näheres Umfeld ist erstaunt und kann sich keinen Reim darauf machen, wieso dieser beliebte Professor, ohne für sie alle ersichtlichen Grund, das Weite sucht.

In Paris angekommen bemüht sich Antoine um einen Job als Wärter im Musée d´Orsay. Die Personalchefin Mathilde, stellt ihn trotz seiner Überqualifizierung ein. Von nun an betrachtet er während seiner Arbeitszeit ein Porträt von Jeanne Hébuterne, ihre Schönheit, ihr Anblick scheinen Antoine gut zu tun.

<Ich mochte die Malerei, ich weiß nicht, warum. Ich bin gern ins Museum gegangen, so wie Sie. Die Jugend war für mich eine schwierige Zeit. Da war das Museum ein Ort, an dem ich Trost fand.< >Ja, stimmt, Schönheit hat etwas hat etwas tröstliches……………..< sagte Camille ernst. Sie hielten einen Augenblick inne, vielleicht würde ja aus der Stille ein Gedanke entstehen.

Antoines Schwester Eléonore, macht sich große Sorgen um ihren Bruder. Er wurde erst kürzlich von seiner langjährigen Freundin verlassen. Ist dies der Grund seiner unverständlichen Kurzschlussreaktion? Ist Antonie in eine Depression versunken? Sie bemüht sich ihren Bruder ausfindig zu machen und erhofft sich so Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen. Doch Antione gibt sich bedeckt und verschließt sein Seelenleben in der Tiefe seines Herzens.

Mathilde und Antoine nähern sich an, sie gehen gemeinsam aus und führen sehr behutsame Gespräche des kennen lernens. Gelingt es Mathilde den verschlossenen Antoine zu öffnen?

David Foenkinos hat mich schon mit seinem Buch > Charlotte< überzeugen können. Nun hier, mit > Die Frau im Musée d´Orsay < ist ihm wiederholt eine faszinierende Story gelungen, die vom Stil her, teilweise etwas lakonisch anmutet, doch durch scheinbar sehr gezielte Sätze eine sehr reizvolle Stimmung vermitteln. Diese homogene Mischung lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Auf der Suche nach dem warum, dem Auslöser von Antoines Ausbruch aus seinem Leben in Lyon, erfolgt die Entlohnung, eine Geschichte die interessant und magnetisch nachhallt. Große Leseempfehlung!

4,5 von 5

Penguin Verlag / ISBN: 9783328600862 / 235 Seiten

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft und wurde auch in Deutschland zum Bestseller. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und kommt 2019 in die Kinos.

> 10 Fragen an den Autor Salih Jamal < von Tausendléxi

Es waren zwei Königskinder, die konnten einander nicht finden, oder so ähnlich, erging es dem Autor Salih Jamal und mir. Terminlich war immer irgendwas. So haben wir uns zu einem virtuellen Austausch entschlossen. Überaus spontan, geradezu lässig. Ich beschreibe kurz wie die Location hätte sein können: wir sitzen beide auf einer etwas altertümlichen, ziemlich mächtigen Ledercouch, auf einem in pastellfarben gehaltenen Nierentisch tummeln sich unsere Getränke, mein Pfefferminztee und Salihs Habichjetztvergessen. Im Hintergrund kann man ganz sanft die Klagelieder von Henryk Goreki hören…………………………https://www.youtube.com/watch?v=-mEWlGLkjIw

>Ich freue mich sehr, Salih, dass wir unser Interview nun beginnen können, ich starte auch gleich mit der ersten Frage > ( Hoffe inständig, dass keiner bemerkt wie aufgeregt ich bin, denn, dies ist mein erstes Intervierw ever und ich bin sehr froh, dass Salih die Ruhe weg hat……………………………………………………..)

  1. Nach deinem ersten Buch > Briefe an die grüne Fee < und deinem zweiten> Orpheus < schreibst du gerade an einem dritten Roman. Wie lautet der Titel? Und magst du ein bisschen was zum Inhalt verraten?

Zur Zeit hat es Arbeitstitel, die immer mal wechseln. Der vorletzte hieß: „Let’s burn this fucking place down.“ Den aktuellen verrate ich nicht.

Es ist eine Geschichte über das Flüchten und über die Freundschaft. Sie reflektiert die verschiedenen Arten von Flucht – vor der Entdeckung, dem Schrecken, der Schuld und vor sich selbst. Die Flüchtenden werden konfrontiert mit ihren Erinnerungen und Traumata. Gleichzeitig ist die Geschichte ein Plädoyer für die Freundschaft und all dem was sie ausmacht. Oder besser wie sie entsteht: (Mit)Gefühl wird zu Fürsorge, Toleranz zu Selbstlosigkeit.

2. Wie, hast du für dein neues Buch recherchiert?

Ich hab mal in einem Erich Kästner Film, der übrigens ein bisschen kitschig war, gesehen, wie er einen Zeitungsartikel über einbrechende Kinder gesehen hat, und daraus ist dann Pünktchen und Anton entstanden. So ähnlich ist das auch bei mir. Weißt, du übrigens was das für mich Genialste an diesem Buch ist? Pünktchens Vater ist Spazierstockfabrikant. Das ist so geil Kästneresk. Das ist überhaupt das Größte. Besser als der Nobelpreis. Wenn man ein „esk“ hinter seinem Namen trägt.

Also, die Ideen kommen von draußen UND sie liegen tief in mir drin. Also auch selbst erlebtes ist enthalten und vor allem selbst gedachtes. Bei manchen Sachen war ich oft nur Zaungast. Das dann alles in den großen Rührer, und die erste Seite ist geschrieben.

Ach so, und was das Körperliche betrifft: Ich habe mir ein Boot zu raumfahren gemietet, weil im neuen Buch wird ein Boot gestohlen. Zuletzt: da wo die Szenen spielen war ich ja auch schon fast überall.

3. Was ist deine Message?

Hui….ich hab nicht wirklich eine. Aber Authentizität würde uns alle sehr weit bringen. Dann wäre so mancher Mist nicht notwendig oder er wäre nicht machbar. Im Großen und im Kleinen.

4. Wann dürfen wir dein neues Buch erwarten ?( sehr neugierig schauend )

Keine Ahnung. Ich finde es ist noch in einer frühen Phase. Ich lass mich nicht hetzen.

5. Zu < Orpheus < entsteht ein Hörbuch, die Hörprobe ist wirklich gelungen. Deine excellente Story, ein klasse Sprecher, untermalt von diverser, von dir explizit ausgesuchter Musik. Wann erscheint es ?

Auch die „Briefe an die grüne Fee“ sollten am 01.05. veröffentlicht werden. Ich weiß jetzt nicht wann Du das Interview veröffentlichst. Aber wir haben heute den 10. Mai und Audible ist da nicht so schnell wie zum Beispiel Hugendubel. (Wobei es da bis jetzt auch nur den Orpheus gibt). Die Hörprobe gibt’s auf meiner Websseite. Der Rest kann sich nur noch um Tage und vielleicht 1-2 Mails handeln.

6. Salih, du veröffentlichst – Verlagsfrei – über BoD – Books on Dermand. Was gab dir den Impuls?

Die wenigen, die mich wollten, fand ich nicht passend. Ansonsten warte ich noch auf den Verlag, der sagt: „Herr Jamal. Schreiben Sie! Hier ist ein Scheck und bitte nehmen Sie auch die Schlüssel für das Haus in Südfrankreich.“ Du siehst: Ich hab die gleichen Träume wie alle anderen Autoren auch. Und weißt, Du, auch wenn meine Bücher nicht von den Coehn Brüdern verfilmt werden, und wenn der passende Verlag nie an meine Tür klopft, dann habe ich wenigstens die Anerkennung, von denen, die meine Bücher gelesen haben.

Dieses unglaubliche Feedback, von denen, die mir mehr Sterne gegeben haben als es im Bewertungsschema gab. Das im Vergleich mit den Verlag-Highlights, die diese Blogger ja auch gelesen haben! Das ist etwas was mich als Mensch hat wachsen lassen. In allen Facetten: Von Hochmut bis zu Demut.

7.Deine Bücher sind ein Gebilde aus intensiver Poesie und immenser Tragik. Wie kommt das?

Was nutzt die Poesie, wenn sie nicht schmerzt?

Für mich ist Schreiben ein Prozess in der Kunst entsteht. Wie beim Malen oder beim Töpfern. Das alles passiert, wenn das Leben zu eng wird, weil sich das Denken und die Fantasie zu sehr ausbreiten, und sich von innen gegen die Wände des Körpers pressen. Wo dann Geist zu dichter Masse anwächst, so dass ihr Gewicht schmerzt und der Druck zu groß wird, weil er nicht raus kann. Wenn die Last einen auf die Knie zwingt. Das ist der Moment an dem Kunst entsteht. Manches Mal merkt man den Schmerz dabei gar nicht. Aber er ist definitiv da. Ein Orgasmus im Französischen heißt schließlich ja auch „La Petite Mort“.

8. Woher kommt wohl deine unglaubliche Tiefe, die in deinen Zeilen deutlich zu verspüren ist ?

Ich bin nicht so ein guter Gegendbeobachter und Beschreiber. Ich guck mir die Leute lieber an. So steht es schon auf Seite eins der grünen Fee:

„Du kennst das. Man sitzt unbeobachtet und unscheinbar in einem Café oder auf einem großen Platz. Leute sind überall. Man beobachtet das Treiben, die Personen, die wie auf einer großen, realen Leinwand plötzlich ihre Konturen zeichnen. Du studierst ihre Gesichter, den Blick, ihre Kleidung, ihren Gang, die Stimmen, die Hände oder die Zähne. Man notiert den Schmutz, der vielleicht an einem Schuh hängen geblieben ist. Ein falsch geknöpftes Hemd? Und dann entwickeln sich Bilder zu den Menschen, die nicht wissen, dass sie plötzlich in deinem Kopf ihre Geschichte erzählen. Sie können Opfer und Täter sein, oder beides. Sie sind dominant oder ergeben und gottesfürchtig. Wie Fotos, die mit einem Schnellauslöser gemacht werden, erscheinen in Bruchteilen von Sekunden Bilder über Bilder, die sich zu ganzen Handlungen, gar zu ganzen Lebensläufen, zusammenfügen. Ich gehe einer Beschäftigung nach, die meist lapidar mit „Leute gucken“ beschrieben wird.“

9. Welche Bücher liest du selbst? Hast du ein paar Tipps für uns ?

Auf meinem mir nächst gelegenen Stapel liegen zur Zeit:

Ramona Ambs: Beinahe eine Blume

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Trudi Chase: Aufschrei

Rachel Kushner: Flammenwerfer

Maren Wurster: Das Fell

F. Scott Fitzgerald: Für Dich würde ich Sterben.

Ich kann aber noch keinen Tipp geben. Ich lese viel gleichzeitig und breche auch oft ab. Ich wär ein katastrophaler Blogger. Ansonsten schau doch mal beim Scout Award vorbei. Da ich den letztes gewonnen habe, war ich Juror für die Midlist im Segment „Gegenwartsliteratur.“ Das waren meine Highlights der Neuerscheinungen aus 2018.

Hier ist der Link.

10. Nun meine Finale – Frage – Was für ein Mensch ist Salih Jamal ? Was zeichnet dich ganz persönlich aus ?

Ich bin sehr fürsorglich und ich versuche, so wie in der Frage da oben schon angesprochen, authentisch zu sein. Gleichzeitig wohnt in mir aber auch eine Ruhelosigkeit und der Drang mich Übertreibungen hinzugeben.

Herzlichen Dank an Salih Jamal für diese Offenheit!

Übrigens Salih Jamal kann man am 8. Juni 2019 in Nürnberg live erleben! Nichts wie hin!

Salih Jamal liest ORPHEUS — Musik, Liebe Tod – 19.30 – 21.30 Uhr in der C. Rauch´sche Buchhandlung / Jakobstraße 40 | 90402 Nürnberg

Lebenslauf von Salih Jamal : Ich wurde weit entfernt von dort geboren, wo ich hingehörte. So suchte ich zeitlebens meinen Weg nach Hause und gleichzeitig hinfort. Ein langer, ungewisser und wohl unmöglicher Weg. In einer staubigen Zeit erblickte ich das Licht der Welt. Um zwanzig nach sieben, an einem Sonntag genau in der Minute des Sonnenaufgangs, atmete ich den letzten Hauch der vergangenen Nacht in mein neues Leben ein. Alles stand im Sternzeichen des Skorpions und auch noch im Aszendent Skorpion. Koordinaten für die Weltherrschaft. Später erfuhr ich, dass mein Tierzeichen des chinesischen Horoskops das Feuerpferd ist. Feuerpferde sind sehr selten. In der fernöstlichen Astrologie wurden die Eigenschaften von Feuer und Pferd kombiniert: Pferde sind klug, selbstbewusst, egoistisch, unruhig und leidenschaftlich. Dabei sind sie so freiheitsliebend, dass sie die Welt vergessen können, so dass man durchaus niedergerannt werden kann, wenn man ihnen im Weg steht. Menschen, die im Feuer geboren werden sind dominant und brennen vor Hingabe an Dinge. Manchmal so lange, bis alles um sie herum zerstört ist. Der Akt meiner Geburt war als solcher gar nicht vorhanden. Ich flutschte einfach raus! So wie ich auch später durchs Leben flutschen sollte. Ich bin übrigens Frühaufsteher. Ob das etwas damit zu tun hat?

> Mein Name ist Judith < von Martin Horváth

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Die Welt von dem Autor León Kortner wird auf den Kopf gestellt. Er verliert bei einem Attentat am Wiener Hauptbahnhof, seine Liebsten, seine Frau und seine Tochter. Seit diesem tragischen Ereignis, lebt León wie in einem Vakuum gehüllt, von der Realität ausgeschlossen.

Eines Morgens dann, sitzt ganz unverhofft, ein etwa zehnjähriges Mädchen in seiner Küche. Bekleidet ist sie mit einem auffälligen, altmodischen Mantel. Ihr Name ist Judith Klein. Sie behauptet allen Ernstes, dass ihrem Vater die Buchhandlung unten im Haus gehört. Doch diese besagte Buchhandlung gibt es schon lange nicht mehr. Die Familie Klein musste die Buchhandlung Ende der 1930 Jahre aufgeben. Sie flüchteten vor den Nazis.

Durch Judith wird León aus seiner Lethargie und Schwermüdigkeit gerissen. Nicht nur das, denn León ist auch seines Lebens müde, ohne seine Familie fühlt er sich verloren. Er weiß um das Schicksal der Familie Klein, doch möchte er diesem Kind die schmerzliche Wahrheit ersparen und erfindet sehr geschönte Geschichten.

>Aber die Lügen waren, so sei zu meiner Verteidigung vorgebracht, der Barmherzigkeit entsprungen. Sie waren aus Liebe geboren. Aus der Liebe eines Vaters, der wusste, was es bedeutete ein Kind zu verlieren.<

An sich liest sich das interessant, jedoch, ich sollte eines Besseren belehrt werden. Martin Horváth ist ein abwechslungsreicher Plot gelungen, der mich auf den ersten Blick angezogen hat. Doch waren mir einige Handlungsstränge zu verwirrend und mein Feuer der Geduld war bei 230 Seiten endgültig verraucht. Martin Horváth´s Schreibstil ist durchaus poetisch zu bezeichnen. Dies war auch der Anlass weiter an der Story dran zu bleiben, um den Sinn zu verstehen, weshalb er Vergangenheit, Gegenwart und Phantasie oder diverse Wahrnehmungen derart vermischt. Leider, und dies sage ich mit Ausdruck, konnten das Buch und ich unsere gemeinsame Reise nicht zu Ende führen, dennoch werde ich Martin Horváth gerne im Auge behalten.

3 von 5

Herzlichen Dank dem Penguin Verlag für dieses Exemplar!

Penguin Verlag / ISBN: 9783328600107 / 362 Seiten

Martin Horváth, wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst und lebt seit 1988 als freischaffender Musiker. Konzerte mit verschiedenen Wiener Orchestern und Kammermusikensembles führten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals wie den Salzburger und Bregenzer Festspielen. Während eines mehrjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er als Journalist und Übersetzer sowie an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA. Für seine Kurzprosa, Essays und andere Texte erhielt er Preise und Stipendien wie den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis und das Autorenstipendium der Stadt Wien. 2012 erschien sein Romandebüt, „Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten“ (DVA), für das Martin Horváth mit der AutorInnenprämie des österreichischen Kulturministeriums ausgezeichnet wurde. Zudem ist das Buch für den Rauriser Literaturpreis und den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck nominiert.

> Sturmflut < von Margriet de Moor

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Niederlande im Jahre 1953, das Jahr in dem historisch gesehen, die größte Flutkatastrophe, fast den ganzen Südwesten des Landes von der Landkarte fegte. Viele einschneidenden Fügungen und unglaubliche Zufälle geschehen vor, während und auch nach dieser schicksalhaften und verlustträchtigen Zeit. Ein immenses Szenario einer mächtigen Naturgewalt und kein Mensch kann dies stoppen.

>Sterben zu müssen ist die verzeihliche Angst jedes Menschen, und in einem Gebiet wie diesem fürchtet man dann natürlich sehr schnell speziell den Ertrinkungstod.<

Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt dieses Romanes. Armanda, die an einem Wochenende ihr Patenkind auf Zeeland besuchen wollte. Lidy, die verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter ist und just an diesem Wochenende mit ihrem Mann eine Party besuchen möchte. Doch die Schwestern tauschen ihre Rollen und so steigt Lidy ins Auto und macht sich auf den Weg nach Zeeland. Armanda freut sich mit ihrem Schwager Sjoerd, auf den sie schon lange ein Auge geworfen hat, einen netten Abend zu verbringen.

Die Autofahrt von Lidy gestaltet sich anstrengend, da schon ein kräftiger Sturm das Auto etwas schüttelt. Sie erreicht die Feierlichkeit des Patenkindes von Armanda, für die Übernachtung ist bestens gesorgt. Lidy fühlt sich wohl.

Armanda und Sjoerd befinden sich inmitten der anderen Partygäste. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Armanda bemerkt, dass Sjoerd sie immer wieder aus der Distanz betrachtet. Als sie ihn ansieht, lächelt er.

<Sie muss zurückkommen, sagte er.< Es ist möglich, das weißt du sehr gut.< Sie hörte, daß er wie ein Wahnsinniger sprach, aber sie, das war ihr klar, hörte ihm wie eine gleichfalls Wahnsinnige zu, als er sagte > Ich will sie wieder an mich drücken, in den Armen halten. Das ist doch logisch, oder ?<

Die Zeit der Lebensuhr wird für sehr viele Menschen ablaufen. Doch wie sie erlebt wird, ist sehr unterschiedlich und individuell. Fakt jedoch ist, es wird auch Überlebende und Hinterbliebene geben, die mit dem Verlust eines oder mehreren lieben Menschen in irgendeiner Art und Weise zurechtkommen müssen. Und hier kommt Margriet de Moor ins Spiel, ihr gelingt es wirklich erstklassig, diese innigen Empfindungen und schmerzhaften Gefühle, sehr einfühlsam und auffallend Real zu vermitteln. Auch die Ambivalenz der Schwestern beleuchtet sie sehr feinsinnig ins Detail. Der Stil ist geradezu knallhart gehalten und übt Verzicht an Schnörkeln und unnützen Metaphern. Ein herausragender Roman!

https://www.welt.de/kultur/history/article173036480/Sturmflut-1953-Eine-Katastrophe-die-das-Land-fuer-immer-veraenderte.html

5 von 5

Deutscher Taschenbuch Verlag / ISBN: 9783423136358 / 349 Seiten

Margriet de Moor gehört zu den bedeutendsten niederländischen Autoren der Gegenwart. Sie studierte Klavier und Gesang, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Bereits ihr erster Roman Erst grau dann weiß dann blau (Hanser, 1993) wurde ein sensationeller Erfolg. Heute sind ihre Romane und Erzählungen in alle Weltsprachen übersetzt. Ihr Werk erscheint im Hanser Verlag, zuletzt Die Verabredung (Roman, 2000), Der Jongleur (Ein Divertimento, 2008), Der Maler und das Mädchen (Roman, 2011), Mélodie d’amour (Roman, 2014), Schlaflose Nacht (2016) und Von Vögeln und Menschen (Roman, 2018). Margriet de Moor lebt in Amsterdam. – Quelle – Hanser -Verlag

> Grenzgänger < von Mechtild Borrmann

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1951, Henni ist 17 Jahre alt, als sie wegen Schmuggels und ihrer < krankhaften Verlogenheit < in eine Besserungsanstalt abgeschoben wird. Ein tragisches Unglück, wurde Henni zum Verhängnis.

Nichts von ihrer Kühnheit war geblieben, nichts von ihrem bedingungslosen Vertrauen an das Leben. Die kleine Formel > Uns passiert schon nichts. Ich weiß das!<, die sie all die Jahre wie ein Bannspruch ausgestreut hatte, hatte ihre Magie verloren.

Ihr Vater hat sie im Stich gelassen und dies, obwohl Henni nach dem plötzlichen Tod der Mutter, hineinkatapultiert wurde in die Mutterrolle, für ihre 3 jüngeren Geschwister. Die Zwillinge Johanna mit Matthias und das Nesthäkchen Fried. Sie, hat die Verantwortung übernommen, die ihr Vater ab seinem Einsatz im 2. Weltkrieg abgegeben hatte. Er, hat sein restliches Leben Gott gewidmet, seine Familie interessiert ihn nicht mehr. Doch Henni ist eine starke junge Frau, mit ihrer unbändigen Kraft und immensen Willen.

Doch nun landet Henni in einer Besserungsanstalt und ihre Geschwister in einem von Zucht und Ordnung geführten kirchlichen Heim. Der bigotte Vater hat sein Ziel erreicht. Henni und ihre Geschwister müssen in ihren Einrichtungen sehr viel Leid erfahren, das sie wohl nie vergessen können. Doch selbst viele Jahre später ist es Henni die wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Als Angeklagte hat sie sich vor dem Gericht zu verantworten. Zwei Peiniger sind zu Tode gekommen und dies wird Henni zur Last gelegt. Doch sie schweigt eisern und verweigert jegliche Aussage. Ist sie die Täterin oder deckt sie jemanden?

Dieser neue Roman von Mechtild Borrmann avanciert zu einem gelungenen Pageturner! Mit Henni hat sie eine Protagonistin geschaffen, die für Gerechtigkeit kämpft. Eine junge Frau die ihr Leben fest umschliesst und voller Tatendrang ist. Mechtild Borrmann zeichnet das Bild der Nachkriegszeit in düsteren Farben, doch von Zeit zu Zeit erstrahlen kleine bunte Hoffnungsschimmer. Diese Splitter der Zuversicht können sich auch in der größten Not halten. Gerade das ist es, was dieses stimmige Buch ausmacht. Mut, Fürsorge, Gerechtigkeit und Würde, gepaart mit der Wahrheit ergibt ein wundervolles Gebilde des Lebens. Große Leseempfehlung!

5 von 5

Droemer Knaur Verlag / ISBN:9783426281796 / 284 Seiten

Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den „Geiger“ wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis „Grand Prix des Lectrices“ der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit „Die andere Hälfte der Hoffnung“ für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

> Deckname Flamingo < von Kate Atkinson

Rezensionsexemplar / unbezahlte Werbung

Die blutjunge Julia Armstrong spioniert für den MI5 in London. Wir schreiben das Jahr 1940, der Zweite Weltkrieg nimmt seine grausame Fahrt auf. Julias Aufgabe besteht darin, diverse Treffen britischer Faschisten zu belauschen und zu protokollieren. Eine Aufgabe die sie bestens bedient, jedoch sich dabei schrecklich langweilt. Ihr Vorgesetzter Perry scheint ihr zugetan und Julia erhofft sich mehr. Und es wird mehr, doch statt erhoffter Liaison, bekommt Julia einen Auftrag. Perry deklariert es als Abenteuer, hingegen entpuppt es sich immer mehr zu einem gefährlichen Unterfangen. Der Agent Godfrey des MI5, wurde in die Gruppe der britischen Faschisten eingeschleust. Die Lage spitzt sich gefährlich zu.

Sie fragte sich, ob es letztlich nicht besser gewesen wäre, in der Registratur zu bleiben. Nicht das sie eine Wahl gehabt hätte. Entscheidungsfreiheit ist das erste Opfer des Krieges.

Julia selbst bekommt eine neue Identität und wird in den Right – Club, der Brutstätte von Nazi – Symphatisanten, eingeführt. Dort erweist sie sich als äußerst talentierte Lügnerin. Alles scheint nach Plan zu laufen, Julias Talente werden immer wieder neu an das Tageslicht katapultiert. Doch dann geschieht ein Mord und das geplante Abenteuer scheint sich in eine bedrohliche Katastrophe zu verwandeln.

Die Zukunft rückte näher, einem erbarmungslosen Stechschritt nach dem anderen. Julia konnte sich noch daran erinnern, dass Hitler wie ein harmloser Clown gewirkt hatte. Jetzt war niemand mehr amüsiert.( Clowns sind gefährlich, sagte Perry)

Im Jahre 1950 arbeite Julia bei der BBC, ihr Leben gleitet beschaulich dahin. Eines Tages bekommt sie eine Nachricht. Irgendwer scheint noch eine Rechnung mit Julia offen zu haben. Sie versucht alte Kontakte aufleben zu lassen. Das Spiel beginnt………………………….

Einen unglaublich rasanten Spionageroman hat hier Kate Atkinson auf den Weg gebracht. Anfänglich hatte ich etwas Schwierigkeiten mich mit den ganzen Personen und ihrer Geschichte vertraut zu machen, da ein paar Namen sich sehr ähneln. Danach war da keinerlei halten mehr. Immer weiter tauchte ich in die Tiefen der Spionage ein und wurde überaus entlohnt mit immenser Spannung und dem wundervollen britischen Humor. I’m very amused! Jedoch sollte es das noch nicht gewesen sein. Erstaunt über das große Lügenrepertoire von Julia Armstrong, führt Kate Atkinson mit Raffinesse zu einem finalen Showdown. Große Leseempfehlung !

5 von 5

Droemer Verlag / ISBN: 9783426281307 / 326 Seiten

Kate Atkinson ist eine britische Schriftstellerin. Atkinson studierte Englische Literatur und Amerikanistik an der Universität Dundee, arbeitete im Anschluss in verschiedenen Berufen, so als Anwaltssekretärin und Lehrerin, bis sie schließlich Mitte der 1980er-Jahre mit dem Schreiben anfing und mit ersten Erzählungen, vor allem mit dem Roman Familienalbum sofort Erfolg hatte. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in Edinburgh.