Literatur & Zeitgeschehen

Kategorie: Literatur (Seite 1 von 51)

Die Dame mit dem Hündchen ~ Anton Tschechow

Anton Tschechow wurde am 29. Januar 1860 geboren. Er war ein russischer Schriftsteller, Dramatiker und Novellist. Unter seinen Werken gilt wohl > Die Dame mit dem Hündchen < als eines seiner bekanntesten Schriften. Einige Schriftsteller* haben sich dieser Novelle in ihren Büchern bedient, wie zum Beispiel Bernhard Schlink in >Der Vorleser<.

Im Rahmen einer Klassikerrunde lasen wir nun >Die Dame mit dem Hündchen <. Wir hatten uns ganz unterschiedliche Exemplare mit verschiedenen Übersetzern * herausgesucht. So kamen vier zwar sinngemäße Texte zu Tage, jedoch mit wechselnder Wortwahl. Doch nun zum Inhalt dieses Klassikers:

Dimitrij ist zur Kur in Jalta, er ist seinem unglücklichen Eheleben entflohen und lenkt sich immer wieder mit wechselnden Affären ab. Da erblickt er eines Tages eine ihm noch ungekannte Dame mit einem Hündchen. Sie gefällt ihm. Sie gefällt ihm sehr und er kann sie nicht vergessen. Dimitrij gelingt es einen Kontakt zu der Dame herzustellen und so verbringen sie Zeit miteinander. Besagte Dame mit Namen Anna steckt ebenfalls in einer unglückseligen Ehe fest.

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#gegendasvergessen ~ 27. Januar ~ Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ~ Holocaust Gedenktag

Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von den Alliierten befreit. Vor 78 Jahren. Diese kleine, themenbezogene Auswahl meiner Bücher steht als Erinnerung und ist #gegendasvergessen. Die 15 sind allesamt lesenswert, doch möchte ich ein paar gerne kurz vorstellen:

Isidor von Shelly Kupferberg – 1938 trieben die Nazis Dr. Isidor Geller , Kommerzialrat, Berater des österreichischen Staates, Mulimillionär, Opernfreund und Kunstsammler in den Tod.

Gerron von Charles Lewinsky – Der Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron war einmal ein Star, jetzt ist er Häftling in Theresienstadt. Er soll dort ein fröhliches Leben inszenieren – Der Führer schenkt den Juden eine Stadt.

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Bowie in Warschau ~ Dorota Maslowska

In diesem Roman, der an sich kein Roman im üblichen Sinne ist, steigt die Poplegende David Bowie in Warschau aus dem Zug. Es ist Mai 1973 und der Polizist Wojciech Kretek ist einem Damenwürger, der sein Unwesen treibt auf der Spur. Wojciech ist einer der Hauptprotagonisten im Buch. Nachts wenn seine Frau schnarchend schläft, schüttet er seinem Tagebuch sein gebeuteltes Herz aus. Doch es geht auch um die junge, träge Regina, die als sie sich versucht in die Weichsel zu stürzen von Wojciech gerettet wird. Dann ist da noch die Mutter von Regina die, bevor die Deutschen Polen überfielen, herrschaftlicher wohnte und mit ihrer jetzigen Wohnsituation sehr hadert. Und der Buchhändler, ein verhinderter Schriftsteller, der in Bowie seinen Erzfeind zu erkennen scheint.

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Leichtgewichte ~ Martina Berscheid

Der Erzählband > Leichtgewichte < beinhaltet acht Geschichten aus dem Leben gegriffen. Und gleich vorweg, jede einzelne Erzählung birgt ihre eigene Faszination. Hier ein kleiner Einblick:

Über die Grenze – Ein Streit eines Paares eskaliert und plötzlich befindet sie sich allein im Wald. Es ist Nacht und sie trifft auf einen Mann, der vorgibt ihr helfen zu wollen.

Boss – Ein Angestellter nutzt ein Geheimnis seines Bosses für sich aus.

Die Schuhe – Hellen freut sich auf ein abendliches Treffen mit ihren Freundinnen aus vorigen Zeiten. Seit sie Familie hat, ist die früher als kapriziös wirkende Frau, in ihrem Alltag eingespannt. Für das Treffen möchte sich Helen endlich wieder in Schale werfen und so befreit sie ein Paar ganz besondere Schuhe aus ihrem Versteck.

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ULTRAFANTASÍA ~ Alfonsina Storni ~ Lieblingsgedichte. Handverlesen & illustriert von Hildegard E. Keller

Bevor ich näher auf das lyrische Werk von Alfonsia Storni eingehe, möchte ich nicht versäumen die Autorin und Hernausgeberin Hildegard E. Keller vorzustellen. Frau Keller, langjährige Literaturkritikerin vom Bachmannpreis, ORF/3sat; Literaturclub SRF und Trägerin vieler andere kulturellen Talenten, gründete 2019 die Edition Maulhelden. Hier erschienen die gesammelten Werke von Alfonsia Storni, die in der Schweiz geboren wurde und in Argentinien aufwuchs.

Alfonsina Storni wurde kein langes Leben beschert, geboren 1892, verstarb sie durch Suizid 1938. In diesen 46 Jahren schrieb sie unzählig viele Gedichte und durfte manche literarische Preise empfangen. Sie war mit der Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral befreundet und erkrankte 1935 an Brustkrebs. Von dieser Erkrankung erholte sie sich nie wieder, ihre Gedichte veränderten sich stark und wurden nicht – oder missverstanden. 1938 wirft sich die hochbegabte, von Schmerzen geplagte und vom Leben enttäuschte Dichterin ins Meer.

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Jahre mit Martha ~ Martin Kordić

Ludwigshafen, der 15 – jährige Željko, der sich Jimmy nennt, lebt mit seiner Familie zu fünft in einer zwei Zimmer Wohnung. Seine Mutter hat mehrere Jobs, einer davon ist im Hause der Familie Gruber. Dort lernt Jimmy Frau Gruber kennen und beide fühlen sich einander hingezogen. Martha Gruber ist Professorin in Heidelberg und 25 Jahre älter als Jimmy. Sie hat alles, was sich Jimmy sehnlichst wünscht, Bücher und Bildung. Er selbst fischt aus dem Altpapier brauchbare Lektüre für sich und seine Schwester.

Durch Martha taucht Jimmy in eine andere Welt ein, eine Welt, die ihm ganz andere Möglichkeiten bietet als die eines Migranten. Ihr Kontakt bleibt über Jahre mal enger und mal lose.

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Buchtitelpoesie

Es gibt so viele verheißungsvolle Buchtitel, hier anbei habe ich besondere Titel zu einem poetischen Tête-à-Tête zusammengestellt.

Das Ereignis

Das Jahr in dem wir verschwanden

Als die Welt stehen blieb

Geh, wohin dein Herz dich trägt

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!

Das Ereignis – von Annie Ernaux – erschienen im Suhrkamp Verlag

Das Jahr in dem wir verschwanden – von Tayari Jones – erschienen im Arche Verlag

Als die Welt stehen blieb – von Maja Lunde – erschienen im btb Verlag

Geh, wahin dein Herz dich trägt – von Susanna Tamaro – erschienen im Diogenes Verlag

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein – von Christoph Schlingensief – erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag

Wohlwollend bewacht von Maria Callas.

#buchempfehlung #literatur #buchtitelpoesie

Pic von @sabinekrass

Spitzweg ~ Eckhart Nickel

Eckhart Nickel führt uns in die Welt eines humanistischen Gymnasiums. Drei kunstinteressierte Jugendliche, werden nach einem Fauxpas einer Kunstlehrerin zu Verbündeten. Einer von ihnen fungiert als Erzähler der Geschichte. Die anderen beiden sind die hochbegabte Kirsten und der neue Mitschüler, der exzentrische Carl.

Besagter Carl glänzt durch Ideenreichtum, Eloquenz und beeindruckendes Kunstverständnis. Kirsten kommt aus einfachen Verhältnissen, muss sich mit ihrer Gabe zurechtfinden und es vor ihren Eltern verheimlichen. Der Erzähler, bis dato von der Kunst kaum Ahnung und ein Auge auf Kirsten geworfen, wird von Carl in die Kunst als Daseinsform eingeführt.

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Das Leben ist ein vorübergehender Zustand ~ Gabriele von Arnim

Die Literaturkritikerin Gabriele von Arnim wird von einer Sekunde auf die andere in ein völlig neues Leben katapultiert. Noch vor wenigen Stunden hatte sie ihrem Mann die Trennung von ihm unterbreitet, da erleidet er den ersten Schlaganfall und bald darauf den zweiten.

Was von da an seinen Lauf nimmt, ist von unglaublicher Intensität, dass einem beim Lesen immer wieder der Atem stockt. Nicht, dass Gabriele von Arnim ein Buch des Jammerns und des Selbstmitleides geschrieben hat, sondern ein sehr leidenschaftliches Buch über die letzten zehn Jahre mit ihrem Mann. Ihrem Mann, der vor Energie und Eloquenz strotzte und der nun meist ans Bett gefesselt immer auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist. Er der noch so viel zu sagen hätte, bringt kaum noch verständliche Worte heraus. Körperlich sehr geschunden und geistig in sich gefangen.

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Gegen die Gleichgültigkeit ~ Rafik Schami

Die Bücher von Rafik Schami begleiten mich seit Jahrzehnten. Zwei Mal durfte ich diesen charmanten und charismatischen Autor bei einer Lesung in natura erleben.

>Gegen die Gleichgültigkeit< hat mich sehr berührt und ich nehme diesen Essay als eine Bestätigung gegen Unmenschlichkeit wachsam zu sein, sich zu wehren und auch für andere Menschen sich einzusetzen.

In subjektiver Sicht berichtete Rafik Schami über den alltäglichen Rassismus, dabei ist sein Blick auf die Medien gerichtet. Sie sind meist der Beschleuniger für die Verbreitung von Meinungen nationaler, beziehungsweise diffamierender Art.

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