Literatur & Zeitgeschehen

Autor: sabinekrass (Seite 1 von 33)

> Die Drehung der Schraube < von Henry James

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Was für ein Buch! Eine Gespenstergeschichte, so schön schaurig und Geheimnisumwoben. Und in einer Art und Weise erzählt, dass der Spannungsbogen zum Bersten gespannt ist.

An einem Weihnachtsabend sitzen eine Runde herrschaftlicher Personen am Kamin zusammen. Ein gewisser Douglas erwähnt eine Gespenstergeschichte und die Anwesenden sind gleich Feuer und Flamme, so lässt er sich die Aufzeichnungen einer Gouvernante bringen. Und er beginnt unter den gespannten Augen seiner Zuhörer- und innen und unter dem atmosphärischen knistern des Feuers mit folgender Geschichte:

Eine junge Gouvernante tritt ihre Stellung in einem gar stattlichen Hause an. Ihr Arbeitgeber, der dort nicht wohnhaft ist, hat sie angestellt um der Erziehung der elternlosen Kinder Flora und Miles, willen. Er selbst möchte mit den Kindern seines verstorbenen Bruders und deren belange nicht behelligt werden. Die junge Frau ist begeistert von den engelsgleichen Kindern. Sie sind das Hübscheste was sie je sah, beider Benehmen ist tadellos und die Gouvernante ist außerordentlich verzückt. Doch diese Idylle wird nach geraumer Zeit getrübt, denn mysteriöse Dinge geschehen. Die Geister der jung verstorbenen Vorgängerin und des Butlers Quinn geistern immer wieder durch Haus und Gegend.

Nun setzt die Gouvernante alles in Bewegung, um ihre Schützlinge zu behüten, jedoch spitzt sich die düstere Lage immer mehr zu. Unheimliche Ereignisse geschehen und die Beschützerin der Kinder wird über die Maßen gefordert. Doch der Preis dafür ist sehr hoch.

Diese Novelle von Henry James ist voller Eleganz und subtiler Spannung. Diese Spannung wird vor allem durch das nicht gesagte erzeugt. Magisch! Mag sein, dass die Novelle etwas wankelmütig auftritt, doch dies scheint durchaus so gewollt. Ich bin sehr beglückt mich aus meiner Komfortzone heraus begeben zu haben, denn dieses Buch ist und war es allemal wert. Große Leseempfehlung!

Sabine Krass

Das Cover ist in schwarz , mit ockerfarbenen, floralen Gebilden und einer Rückansicht einer vermeintlichen Frau gehalten.

  • Die Drehung der Schraube
  • Henry James
  • Gespenstergeschichte
  • Gatsby Verlag
  • ISBN: 978311270041
  • Übersetzt von Ingrid Rein

> Nebel < von Ragnar Jónasson

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Der letzte THRILLER der Hulda Trilogie von Ragnar Jónasson hat es ebenso wie seine zwei Vorgänger absolut in sich. Spannend und rasant erzählt. So geht Thriller!

Um was geht es genau? Die isländische Kommissarin Hulda Hermannsdóttir kehrt nach einem familiären, katastrophalen Weihnachtsfest an ihren Arbeitsplatz zurück. Ihr nächster Fall führt sie auf einen sehr abgelegenen Bauernhof, dort ist ein brutaler Doppelmord geschehen. Die Leichen wurden lange nicht bemerkt, denn über Weihnachten hielt ein Schneesturm die Gegend in Schach. Doch Hulda wird noch mit einem zurückliegenden Vermisstenfall konfrontiert, die junge Unnur scheint seit Monaten unauffindbar. Sie wollte sich zum Schreiben eine Auszeit gönnen, die Eltern hörten dann nichts mehr von ihrer Tochter. Die Suche blieb erfolglos. In all der Tragik, die Hulda zu bewältigen hat, spielt ihr eigenes Schicksal in dem dritten Teil der Rückwärts erzählten Trilogie, eine recht bewegte Rolle. Jedoch übt sie ihren Job überraschend energisch und souverän aus. Und ganz langsam fügen sich die Details zu einem großen ganzen zusammen, mit dem wohl keiner gerechnet hat.

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> Die Vögel < von Tarjei Vesaas

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Mit dieser letzten Empfehlung für das Jahr 2020, möchte ich gerne allen einen guten Rutsch in das Jahr 2021 wünschen. Über 2020 könnte man eine Vielzahl von Büchern sicher schreiben, ich denke sie werden es auch. Doch mit dem Roman > Die Vögel < von Tarjei Vesaas, darf ein besonderes Buch ein ebenso besonderes Jahr abschließen.

Der Sonderling Mattis lebt mit seiner älteren Schwester Hege allein im elterlichen Haus. Mattis ist in seiner eigenen Welt, er ist sehr naturverbunden, schweift immer wieder mit seinen Gedanken ab und trägt nicht wirklich zum gemeinsamen Lebensunterhalt bei. So behutsam es auch Helge versucht ihren Bruder zu motivieren, sind die Bemühungen von Mattis eher mit chronischer Unlust und vor allem seines Nichtverstandes geschuldet, dass Mattis immer wieder scheitert. Für ihn ist alles gut so, wie es ist. Er verbringt die Tage sehr gerne im Freien und ist ein sehr empfindsamer Beobachter. Seine Schwester verdient den gemeinsamen Lebensunterhalt durch das stricken von Jacken. Alles läuft gemächlich in den gewohnten Bahnen.

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> Alte Sorten < von Ewald Arenz

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Ein Roman über zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht konträrer sein könnten und doch, im Innersten, stark miteinander verbunden sind.

Die junge Sally, steht zwar kurz vor ihrem Abitur, nimmt aber reiß aus. Sie will ihre Ruhe. Vorschriften verabscheut sie und mit Druck kann sie nicht umgehen. Beim Durchwandern eines Weinberges lernt sie Liss kennen, die mit ihrem Traktor in Schwierigkeiten geraten ist. Gemeinsam kehren sie auf den Bauernhof von Liss zurück. Sally kann, nach dem Angebot von Liss, dort für eine Nacht bleiben. Aus der einen Nacht, werden derer viele. Beide der Frauen sind eher schweigsame Persönlichkeiten. Nur in gewissen Situationen reagieren sie explosionsmäßig. Die junge Sally meist mit keiner schöngeistigen Ausdrucksweise. Und jede von beiden trägt schwer an ihrer Last, die sie einander zuerst verschweigen. Doch gemeinsame Erlebnisse in der Natur lassen die beiden Frauen einander annähern. Fast scheint es, dass gerade die natürlichen Dinge, Sally und Liss ein gegenseitiges Vertrauen aufbauen lassen. Jedoch kommen Geschehnisse zutage, die keine für möglich gehalten hätte.

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> Der Schneesturm < von Vladimir Sorokin

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Ein Roman, der geradezu perfekt erscheint. Perfekt, in der Thematik und der Jahreszeit. Ein abenteuerliches Wintermärchen mit Parabel – anmutenden und grotesken Zügen. Doch hier zum Inhalt: Der Landarzt Doktor Platon Iljitsch Garin will so schnell als möglich zu dem Ort Dogolje reisen, denn dort herrscht eine rätselhafte Krankheit. Er hat vor, die Bewohner zu impfen. Doch es tobt ein kräftiger Schneesturm und keine der Postkutschen in diesem 19. Jahrhundert steht zur Verfügung. Der Doktor ist verzweifelt, er ist erpicht Menschenleben zu retten und eine Naturgewalt versucht dies zu vereiteln. Doch in dieser Verzweiflung bekommt er den Tipp, den Postkutscher Krächz zu fragen. Beide werden sich einig und los geht die wilde Fahrt durch Sturm – umwehte Landschaft Russlands. Doch nicht nur die Kälte und der tosende Schnee spielen den beiden übel mit. Nein, sie haben mit Pannen, verlockenden Zwischenstationen und der Moral zu kämpfen.

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> Schlaflose Nacht < von Margriet de Moor

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Und wieder begeistert Margriet de Moor mit ihrer virtuos, subtilen Erzählkunst. Die Ich – Erzählerin, eine Frau Mitte dreißig, leidet seit Jahren unter Schlafschwierigkeiten. So steht sie sehr oft des Nachts auf, geht in ihre Küche und backt Kuchen. Dieses kulinarische Ritual gehört zu ihrem Leben. Es gibt einen guten Grund, weshalb sie keinen Schlaf finden kann, doch der ist zu Beginn nicht ersichtlich. Und während sie in aller genüsslichen Ruhe ihre Zutaten verarbeitet, liegt ein Mann in ihrem Bett, der den Schlaf gefunden hat. Wohl wieder einer ihrer Bekanntschaften über eine Annonce. Ihre Fraulichkeit will sie genießen. Sie ist zwar eine Witwe seit über zehn Jahren, doch keine Nonne. Die Ehe hielt ganze vierzehn Monate, dann erschoss sich ihr Mann ohne ersichtlichen Grund im Gewächshaus des Anwesens. Die Frau bleibt nach dem Tod ihres Mannes, in dessen eigentlichem Elternhaus. Sie demontiert sich nicht, sondern versucht das Rätsel der Tat zu lösen. Tag für Tag, Jahr um Jahr.

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> Raunächte < von Urs Faes

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Bücher die nur wenige Seiten beinhalten, werden manchmal in ihrer Aussagekraft unterschätzt. In der Erzählung von Urs Faes > Raunächte < wird, auf gerade Mal zweiundachtzig Seiten, über eine Familiengeschichte berichtet. Ein Mann kehrt nach vielen Jahren im Ausland, von Krankheit gezeichnet, an seinen Heimatort im Schwarzwald zurück. Damals verließ er nach dem üblen Erbstreit den elterlichen Hof, seinen Bruder und Minna, die Frau die er liebte. Der Mann hat alles verloren. Im Zorn um diese Ungerechtigkeit verübt er eine abscheuliche Tat. Damit ist der Bruch besiegelt. Er geht.

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> Vom Libellenflug – Eine Geschichte über den Mut < von Matthias Hübener

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Ein Buch, das mich sehr positiv überrascht hat. Überrascht durch die angenehme Erzählweise, den dichten Handlungssträngen und vor allem durch seine Sinnhaftigkeit. Sinnhaftigkeit in Bezug auf das Leben. Ist es nicht das auf das wir alle auf der Suche sind? Der Sinn des Lebens?

Kurz vor ihrem 18. Geburtstag erfährt Arianne, dass ihr Vater bei einer Bergwanderung im Schweizerischen Jura tödlich verunglückt ist. Sie ist damit Vollwaise, denn ihre Mutter starb bereits, als Arianne neun Jahre alt war. Bei der Testamentseröffnung übergibt ihr der Notar als Vermächtnis ihres Vaters einen verschlossenen Umschlag. Arianne findet darin eine Liste mit sieben Namen und Adressen ihr unbekannter Personen an verschiedenen Orten der Welt, eine Landkarte und zwei fein säuberlich aufgeklebte filigrane Libellenflügel. Arianne beschließt dem rätselhaften Vermächtnis ihres Vaters auf den Grund zu gehen, und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihre Vorstellungen überflügeln wird. “Vom Libellenflug” ist eine Geschichte über die Kraftquellen des Glücks – und welchen Mut es braucht, sich zu ihnen aufzumachen. – So der Klappentext

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> Das Wunder von R. < von Francesca Cavallo

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Diese besondere Weihnachtsgeschichte für Kinder ab 8 Jahren möchte ich sehr gerne empfehlen. Sie erinnert daran, worum es an Weihnachten überhaupt geht.

Es ist kurz vor Weihnachten, als Manuel, Camila und Shonda zusammen mit ihren beiden Müttern in der Stadt R. ankommen. Als sie ihr neues Zuhause beziehen, scheinen die Menschen sie mit Misstrauen zu empfangen. Am Morgen des 24.12. tauchen überraschend zehn Elfen auf, und für die Kinder beginnt ein unglaubliches Abenteuer. Schaffen sie es, das Weihnachtsfest zu retten und der Welt zu zeigen, dass wir öfter auf unsere Kinder hören sollten? – So der Klappentext

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> Weihnachten – Die schönsten Geschichten aus der Weltliteratur <

Ein besonderes Buch, dass mich schon über viele Jahre begleitet, möchte ich hier gerne empfehlen. In diesem Weihnachtsbuch sind eine große Anzahl Geschichten zu finden. Wie zum Beispiel :

  • Unter dem Tannenbaum von Theodor Storm
  • Heiligabend von Maxim Gorki
  • Weihnacht von Adalbert Stifter
  • Die Heilige Nacht von Selma Lagerlöff
  • Der Tannenbaum von Hans Christian Morgenstern
  • Die drei dunklen Könige von Wolfgang Borchert
  • Nußknacker und Mäusekönig von E.T.A. Hoffman
  • und viele andere

Ein Buch, dem es gelingt, in besinnlichen Stunden mit berührender Literatur zu verbringen. Große und wärmste Leseempfehlung!

  • Weihnachten  – Die schönsten Geschichten der Weltliteratur
  • Manesse Verlag
  • ISBN: 978317590026
  • 755 Seiten
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