Literatur & Zeitgeschehen

Autor: sabinekrass (Seite 1 von 47)

#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Scherenschnitt

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Sie hält ihren hübschen Kopf über ein Buch gebeugt. Das Seitenprofil ihres Gesichtes ist von anmutender Schönheit. Die zarte Nase und die leicht geöffneten Lippen verleihen der Silhouette eine ansprechende Ausstrahlung. Die kräftigen Locken sind am Hinterkopf gebändigt. Jedoch hat sich eine gelöst und baumelt mit all ihren Rundungen frech herab. Ein Scherenschnitt voller Ästhetik.

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> Die Unschuld der Opfer < von Marilyn Yalom

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Marilyn Yalom wollte in diesem Buch die letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges zu Wort kommen lassen und somit die Sinnlosigkeit eines Krieges ganz klar vor Augen führen.

Als Amerika in den Zweiten Weltkrieg 1941 eintritt, st Marilyn Yalom 9 Jahre alt. Sie bleibt verschont von den Gräueltaten dieses Krieges. Erst als sie einige Jahre nach Kriegsende nach Frankreich zum Studieren geht, wird ihr das Ausmaß bewusst.

Alain Briotett ist erst zwei Jahre alt, als sein Vater in die französische Armee einberufen wird. Nun ist die Mutter mit den drei Kindern alleine. Sie schließt sich dem Widerstand an. Nach sechs Jahren kehrt der Vater zurück.

> ……..Er weinte vor Freude, dass er uns wiedergefunden hatte. Er weinte aus Angst, wir würden ihn nicht erkennen. < – Seite 70

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> Schmerz <

Deine Seele ist im Ungleichgewicht.

Die Schmerzen plagen dich wieder seit Wochen.

Über den Keim fehlt dir die Übersicht.

Die Pein steckt dir in den Knochen.

~

Du gibst nicht auf und suchst nach Heilung.

Auch wenn neue Rückschläge dich ereilen.

Schlängelst dich durch den Wirrwarr der Meinung.

Ohne Schmerzen darfst du nur kurz verweilen.

Sabine Poulou

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> Was braucht es mehr <

Sternenzauber legt sich über die Stadt.

Wir gehen der Nacht entgegen.

Die Stille hat sich nun eingefunden.

Wir hören nur des anderen Herzschlag.

Was braucht es mehr.

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> Ohne dich <

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~

Nebelschwaden legen sich über das Land.

Der Rhythmus des Lebens entschleunigt sich.

Es war im Frühling, als ich dich fand.

Doch die Zeit schreitet weiter, ohne dich.

~

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> Das Konzert < von Hartmut Lange

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Berlin – Der 2. Weltkrieg ist schon einige Jahre her, da taucht der junge Pianist Rudolf Lewanski bei einer Veranstaltung im Salon von Frau Altenschul ganz unverhofft auf. Viele Gäste sind erschienen und alle haben eines gemeinsam, sie sind dem Holocaust zum Opfer gefallen.

>Wer unter den Toten Berlins Rang und Namen hatte, wer es überdrüssig war, sich unter die Lebenden zu mischen, wer die Erinnerung an jene Jahre, in denen er sich in der Zeit befand, besonders hochhielt, der bemühte sich früher oder später darum, in den Salon von Frau Altenschul geladen zu werden……..< – Seite 5

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> Ein leeres Haus < von Marga Minco

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Bei einem Besuch im @lesesaal_hamburg bat ich @roma_maria_mukherjee um einen Tipp von ihr. Ich wollte ein Buch, dass man nicht so oft zu Gesicht bekommt. > Ein leeres Haus < von Marga Minco ist es geworden.

28. Juni 1945 – Sepha, eine holländische Jüdin hatte sich zu Zeiten des 2. Weltkrieges auf dem Land versteckt. Der Krieg ist aus und Sepha macht sich auf den Weg zurück nach Amsterdam und zu Mark ihrem Freund. Unterwegs trifft sie auf Yona, sie war ebenfalls untergetaucht, doch sie hatte ein Versteck so eng wie ein Sarg. Das hat Spuren auf ihrer Seele hinterlassen. Beide haben die Shoah überlebt, erreichen Amsterdam und gegen ihrer Wege. Mark und Sepha heiraten überhastet.

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Sandkorn

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>Liebe ist wie ein Sandkorn<, hattest du gesagt und dabei schobst du mir eine vorwitzige Haarsträhne aus dem Gesicht.> So fein. Es sollte stets behütet werden. Denn es besteht die Gefahr, es zu verlieren. < Dann nahmst du meine Hände in die deinen. > Ich würde es sehr gerne mit dir umsorgen. < Hörte ich dich leise sagen. Ich schloss die Augen und lächelte……..

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> Deutscher Herbst < von Stig Dagerman

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Im Herbst 1946 reist Stig Dagerman im Auftrag einer schwedischen Zeitung nach Deutschland. Dort soll er sich ein Bild über das zerstörte Land machen. Was er auf seinen 13 Stationen – Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet, Frankfurt, Heidelberg und München sieht, um nur einige zu nennen, fasst er in einem Reisebericht zusammen.

Stig Dagerman sieht genau hin, nimmt die Ruinenlandschaft Deutschland in sich auf. Besucht Familien die in teilweise wassergefüllten Ruinen im Ruhrgebiet hausen.

>Man verlangte von den Menschen, die gerade den deutschen Herbst durchlitten, dass sie aus ihrem Unglück lernen sollten. Man bedachte nicht, dass der Hunger ein ausgesprochen schlechter Pädagoge ist. Wer wirklich hungert, klagt wegen seines Hungers nicht sich selbst an, wenn er vollkommen hilflos ist, sondern die, von denen er glaubt, Hilfe erwarten zu können.<- Seite 17

Er erzählt auch von einer großen Gruppe von ehrlichen Antifaschisten, die enttäuscht wurden, weil die Befreiung nicht so radikal verlief, wie sie es erhofft hatten.

>Diese Menschen sind Deutschlands schönste Ruinen, aber bis auf Weiteres genauso unbewohnbar wie die eingestürzten Häusermassen zwischen Hasselbrook und Landwehr, die in der nassen Herbstdämmerung beißend und bitter nach erloschenen Bränden riechen.< – Seite 28

Im Kapitel > Die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf < ,beschreibt er seine Beobachtungen bei einem Entnazifizierungsprozess. Dort ist ein 73-jähriger Frankfurter Blockwart angeklagt, er soll durch Denunziation mehrere jüdische Mitbewohner in den Tod geschickt zu haben. Er bestreitet die Anschuldigungen.

Zu guter Letzt noch ein Zitat, das bezeichnend für den Blick auf die Dinge von Stig Dagerman war. Er wertete nicht und verdammte die Deutschen auch nicht, er sah mit den Augen der Neutralität, gab Gedanken dazu preis und blieb seiner Linie treu. Sehr große Leseempfehlung!

>Ein Vorwintersonntag in München mit kalter Sonne. Die lange Prinzregentenstraße, von der einer der unglücklichsten Helden der Weltliteratur einst seine Reise zum Tod in Venedig antrat, liegt verlassen im frostigen Morgenlicht. In der ganzen Welt gibt es nichts so Einsames und Verlassenes wie eine menschenleere Prachtstraße an einem kühlen Morgen in einer bombardierten Stadt. < – Seite 87

Anmerkung: Stig Dagerman geboren 1923, nahm sich 1954 das Leben.

Das Cover ist dunkelgrün mit schwarzem Titel.

  • Deutscher Herbst
  • Stig Dagermann
  • Reisebericht
  • Guggolz Verlag
  • ISBN:9783945370315
  • 190 Seiten
  • Übersetzt von Paul Berf mit einem Nachwort und einer Briefauswahl

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Nesseln

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Das Restaurant war gut gefüllt. Ein Stimmenwirrwar und gedämpfte Musik waren zu hören. Die verschiedenen Düfte von Röstaromen und Parfumnuancen schwangen durch den Raum. Ein Tisch mit sechs Personen erregte meine Aufmerksamkeit, denn ein junger Mann kam mir bekannt vor. Ich hatte auch eine Vermutung, wer es sein könnte, verwarf diese Idee wieder. Die kleine Gruppe war im Aufbruch und ich geleitete sie in den Vorraum. Dort sprach ich den großgewachsenen, schlanken Mann an: > Mit Verlaub, Sie haben eine große Ähnlichkeit mit Herrn X. < Er schaute mich an, lächelte und beugte sich etwas zu mir herunter: > Das kommt wohl daher, dass ich Herr X. bin.< Wir lachten gemeinsam, doch ich eher beschämt, denn ich hatte mich gerade in die Nesseln gesetzt.

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