Literatur & Zeitgeschehen

Autor: sabinekrass (Seite 1 von 41)

#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Pflanzenschlaf

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Der Tag begann verheißungsvoll. Um mich herum funkelten zärtliche Sonnenstrahlen. Ich genoss jeden einzelnen Augenblick. Dies blieb auch bis zum Nachmittag, doch dann, kam unerwartet ein aggressiver Wind auf und bedrängte mich zu einem hemmungslosen Tanz. Er war so einnehmend und führte derb und unbeirrbar. Ich drohte fast mit einem völligen Zusammenbruch. Doch so brüsk wie dieses Ungetüm die Herrschaft über mich nahm, war es auch wieder entschwunden. Benommen spürte ich diesem aufreibenden Zwischenspiel nach und verfiel alsbald in einen seligen Pflanzenschlaf.

#prosa #frauenschreiben #schreiben #prosaminiatur #kurzprosa #sabinepoulou

> Die Sommer < von Ronya Othmann

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Ja ich weiß, mit diesem Sommer 2021 scheint es bis dato nicht wirklich zu funktionieren. Hier mein Tipp:

In allen ihren Sommerferien ist Leyla, Tochter einer Deutschen und eines Kurden in Kurdistan bei ihrer Großmutter. Die restliche Zeit lebt sie in München und besucht das Gymnasium. Der Vater von Leyla hat große Pläne mit seiner Tochter, ihr soll es an nichts fehlen und schon gar nicht an Büchern. Diese wurden den Kurden früher verwehrt. Fanden die türkischen Polizisten bei Hausdurchsuchungen welche, dann wurden die Verdächtigen in peinvollen Gewahrsam genommen. Leylas Großmutter, die weder lesen noch schreiben konnte, schaufelte, nachdem Leylas Vater verhaftet wurde, ein großes Loch in die Erde und vergrub alle im Hause noch befindlichen Bücher. Der Vater fand sie nie wieder.

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> Die Stille <

Foto von Sabine Poulou

Die Stille

Die Stille, die mich sucht und ich sie.

Die Stille, die mich lenkt und behütet.

Die Stille, die mich auffängt wenn ich ohne Boden bin.

Die stille, die mir ihre Kraft schenkt.

Die Stille und ich, wir.

Sabine Poulou 11.Juli 2018

> Die Frauen < von Evie Wyld

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Evie Wyld beschreibt in ihrem Roman > Die Frauen < drei Frauenschicksale, die auf geheimnisvolle Weise miteinander verknüpft sind.

Die junge Sarah wird im 18. Jahrhundert als Hexe beschuldigt. Ihr Vergehen: Sie ist sehr schön und lebt mit der Natur im Einklang. Dies gefällt der Männerwelt ganz und gar nicht.

Ruth zieht nach dem 2.Weltkrieg, frisch verheiratet, mit ihrem Ehemann und dessen Söhne aus erster Ehe, in ein Haus am Bass Rock. Die zwei Jungen kommen in ein Internat, um aus ihnen echte Männer zu machen. Ruths Ehemann Peter ist beruflich viel in London, er schiebt berufliche Termine vor und so ist sie meist alleine in diesem unheimlich großen Haus. Einzig ihre Haushälterin Betty und der Alkohol werden ihr eine große Stütze.

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> Das Nest < von Katrine Engberg

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Der fünfzehnjährige Oscar Meyer-Hoff wird vermisst. Die Eltern, beides Galeristen, schalten die Polizei und somit Jeppe Kørner und seine Partnerin Anette Werner ein. Die Suche läuft auf Hochtouren, man vermutet, dass Oscar entführt worden ist. Da es schon mehrere Drohbriefe in der Vergangenheit an die Familie gab. Jeppe und Anette befragen Freunde und Klassenkameraden von Oscar, doch sie bekommen keinen entscheidenden Hinweis. Die Zeit läuft rasant weiter und den Ermittlern irgendwie davon. Was ist mit Oscar, lief er ohne ersichtlichen Grund davon, wurde er gekidnappt oder ist ihm gar etwas Schlimmes zugestoßen. Die Familie Meyer-Hoff steht unter enormen Schock.

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Goldrand

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Bert stand in der großen Wohnküche und trocknete die Weingläser sehr behutsam ab. Es waren zwei, um genau zu sein. Jeden Morgen machte er sich daran und polierte sie auf Hochglanz, kein Wasserfleck war vor ihm sicher. Seine Frau Ruth hatte dies zuvor gute fünfzig Jahre lang getan. Sehr lange Zeit, zuerst an den Wochenenden, dann, als beide in ihrem wohlverdienten Ruhestand waren, gönnten sie sich jeden Abend ein Gläschen oder auch gerne zwei.

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> Was Demenz uns über die Liebe sagt < von Nicci Gerrard

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Gleich vorweg: Das ist eines der besten Bücher, wenn nicht sogar das beste Buch über ein zunehmend wichtiges Thema, um das Krankheitsbild Demenz.

Nicci Gerrard, schreibt mit ihrem Mann Sean French, Kriminalromane und Thriller. Dieses Buch, dass sie hier unter ihrem Klarnamen veröffentlichte, ist wohl ihr persönlichstes Buch. Denn darin sind ihre Erinnerungen an ihren Vater, der zehn Jahre an Demenz litt, beinhaltet. Doch auch andere Betroffene und ihre Angehörigen hat Nicci Gerrard besucht und begleitet. So entstand dieses sehr einfühlsame, fundierte und immens wichtige Buch.

Hier ein paar Textsplitter dazu:

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#showthreequotes – aus > Der Fuchs war damals schon der Jäger

Wir lesen Bücher, wir beurteilen sie und legen sie ab. Das war es, schöne oder wenige schöne Gedanken an das gelesene Buch bleiben zurück. Doch was geschieht mit den vielen schönen Zitaten, der geschmeidigen Wortakrobatik, der kunstvoll geformten Buchstabengeflechte? Sie bleiben dann verschlossen und bald schon vergessen. Diesem eher bedrüblichen Umstand möchte ich mit #showthreequotes entgegentreten. Seid gespannt oder noch besser, macht mit!

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>Flüche sind kalt. Flüche brauchen keine Dahlien, kein Brot, keine Äpfel, keinen Sommer. Sie sind nicht zum Riechen und zum Essen. Nur zum Wirbeln und flachen Hinlegen sind Flüche, zum kurzen Toben und langen Stillhalten. Sie senken das Klopfen der Schläfen in die Handgelenke und heben den dumpfen Herzschlag ins Ohr. Flüche steigern sich und würgen sich. Wenn Flüche gebrochen sind, hat es sie nie gegeben.< – Seite 8

>Adina trug das Sommerkleid mit den fallenden Bäumen mehrere Sommer. Sie wuchs, und das Kleid wurde jeden Sommer kürzer. Und die Baumkronen hingen alle Sommer nach unten und blieben schwer.< – Seite 16

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>Denk dir ein Wunder aus < von Else Lasker-Schüler #lyricmonday

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Weltschmerz

 

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht ists schon zu spät zurück.
O, ich sterbe unter euch!
Da ihr mich erstickt mit euch.
Fäden möchte ich um mich ziehen
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Zu entfliehn
Meinwärts.

~ Seite 23 ~

Das Cover zeigt das Bild – Cafe in der Altstadt Jerusalem aus dem Jahre 1936 von Else Lasker-Schüler. Farblich ist das Bild in einem Sonnengelb gehalten.

  • Denk dir ein Wunder aus
  • Else Lasker-Schüler
  • Sonderausgabe
  • Insel Verlag
  • ISBN: 9783458177326
  • 78 Seiten
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