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Literatur & Zeitgeschehen

Kategorie: Lyrik

Gedichte von Gottlob Haag 6.0 > Einstweilen <

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Einstweilen

Den Tag zu Ende gebracht,

haben wir den Abend

nach Hause getragen.

Wir verweigern der Zeit

den Gehorsam,

die draußen die Stimmen

der Passanten

gegen Mitternacht reitet.

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Gedichte von Gottlob Haag 5.0 > Auf dem Dorf <

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Auf dem Dorf

Abschied nehmen

ist wie leises Sterben.

Die vertrauten Dinge fallen

der Vergänglichkeit anheim.

Biete einem Jüngeren

deinen Gruß,

und du hast Glück

wenn er dir dankt.

 

Es ist an der Zeit

sich von den alten,

liebgewordenen Gewohnheiten

des Umgangs

unter – und miteinenader

zu verabschieden,

weil mit zunehmend,

wachsenden Wohlstand,

die Welt immer ärmer

und unmenschlicher wird,

selbst auf dem Dorf.

 

Aus Abschied nehmen ist wie leises Sterben von Gottlob Haag. 1986 im Eppe Verlag erschienen. ISBN: 3890892051 / Seite 72

Gedichte von Gottlob Haag 4.0 > Oktoberabend <

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Oktoberabend

Unter dem
Einmaleins ihrer Hände
hinken die Reden
der Bauern.


Wenn die
Dämmerung gerinnt,
meditiert in den Kellern
Rübezahls Schatten.


Bacchus
geht durch den Weinberg.
Prächtig
gedeiht diesem Jahr
der Säuerling.


Unter dem
brennenden Ahorn
tanzt Rumpelstilzchen
um seinen Namen.

Aus Abschied nehmen ist wie leises Sterben von Gottlob Haag. 1986 im Eppe Verlag erschienen. ISBN: 3890892051 / hier Seite 41



 

Gedichte von Gottlob Haag 3.0 > Das Wesentliche <

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Das Wesentliche

Im Alphabet des Sommers,

die Bläue des Fingerhuts,

kaum betrachtet am Wegrain.

Doch darüber zu sprechen

erübrigt sich.

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Gedichte von Gottlob Haag 2.0 > Seelenrein <

Seelenrein

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Seite 17 aus dem Buch > Abschied nehmen ist wie leises Sterben < von Gottlob Haag . 1986 im Verlag Wilfried Eppe erschienen.

Gedichte von Gottlob Haag 1.0 > Eines Tages vielleicht <

Öhringen – eigene Aufnahme – unbezahlte Werbung

Bei einem Besuch in Rothenburg o.d. Tauber fand ich ein bezauberndes Antiquariat – Die Büchertruhe am Plönlein http://www.buch-kett.de/index.html

Dort fiel mir ein Gedichtband von Gottlob Haag ( 1926 – 2008) in die Hände. > Abschied nehmen ist wie leises Sterben < Gottlob Haag war ein deutscher Dichter. Er war ein renommierter Vertreter der hohenlohischen Mundart-Literatur. Die Welt, die er in seinen Gedichten beschrieb, ist die Kleinstadt, das Dorf, die Hohenloher Heimat, die alles umgebende Natur und das Leben in ihr, auf dem Lande.( Quelle Wikipedia) Nach dem durchblättern dieses Bandes war ich sehr angetan und möchte, immer Mittwochs ein Gedicht von Gottlob Haag zu veröffentlichen. Hier das erste der Reihe:

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