Folgendes darf erwartet werden :

– Literatur : gerne Querbeet und durch viele Genres. Diese unglaubliche Fülle, in der Welt der Bücher, bereichert uns enorm. Wir tauchen ab –  in ferne Länder –  in unterschiedliche Persönlichkeiten – in die skurillsten Geschichten und werden beschenkt mit – großartigen Gefühlen –  immenser Spannung – unbändiger Freude – und innigster Trauer. Ein Leben könnte sich nicht ausgewogener präsentieren!

Meine hier aufgeführten Rezesionen halte ich kurz und knackig. Ich kritisiere nicht im herkömmlichen Sinn, dazu habe ich zu viel Achtung vor Autor* und Werk.  Eine kurze Einschätzung dazu, so sollte es passen !

– QueenBee : Kreatives , handmade

Sabine Maria Sonnenberg : Es entsteht ein Buch mit dem Arbeitstitel> Die Zeit des entliebens < der Plot besteht aus einer zerstörerischen Liebe, die in den seelischen Abgrund führt und der beharrliche  Weg wieder empor zu steigen.

> Dement, aber nicht bescheuert < von Michael Schmieder

Unbezahlte Werbung

Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken

< Die Würde des Menschen ist unantastbar! < Artikel 1 des Deutschen Grundgesetzes.

Worum geht es?
Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir „Gesunden“ können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid – mit beeindruckendem Erfolg.

Was ist besonders?
Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individuum. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten. Wenn das bedeutet, dass eine Patientin nur noch Torte isst und ein anderer am besten im Flur schläft, so ist das in Ordnung. Hauptsache, es geht den Patienten gut. Und das tut es: Sonnweid gilt als eines der besten Pflegeheime für Demenzkranke.( Quelle Ullstein)

< Der demente Mensch ist Staatsfeind Nummer eins in allen Altersheimen. Ein Anarchist, der Normen verweigert, sich querstellt, boykotiert, schreit und schweigt aus Gründen, die nur er kennt. Er ist schamlos, offen und zugleich verschlossen. Ein Störenfried, der sich nichts sagen lässt und das Chaos zur Norm erhebt. Er stellt neue Normen auf und verändert sie sekündlich.<

Fazit: Michael Schmieder nimmt sich hier in seinem Buch einer, seiner Herzensangelegenheit an. Demenziell erkrankten Menschen ihre Würde zu lassen. Er hat die Norm der vielen Krankenhäuser und Altersheimen, in seinem geführten Sonnweid, durchbrochen und maßgeblich verändert. Der Tagesablauf in vielen Pflegeeinrichtungen, richtet sich nicht nach den Bedürfnissen der Patienten und Bewohner, sondern zwingt ihnen die Bedingungen des jeweiligen Hauses auf, indem man sie wie Schachfiguren in einem vorgegebenen System positioniert. Die halbherzige Lösung, zu der sich einige Heime aufgerafft haben, besteht allerdings darin, wohngruppenähnliche Gebilde für zwanzig demente Patienten in zwanzig Einzelzimmer einzurichten. Solche Gruppen stoßen notgedrungen auf ihre Grenzen. Michael Schmieder ist ein Pionier in Sachen würdevoller Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Er weist sehr wohl machbare Wege auf, die eine spürbare Verbesserung in der Pflege und Betreuung ermöglichen. > Dement, aber nicht bescheuert < ist verständlich und leicht zu lesen. Zu der Thematik, ein sehr wichtiges Buch! Große Leseempfehlung!

Ullstein Buchverlage 7 ISBN: 9783548377100 / 219 Seiten

Michael Schmieder leitet das Heim Sonnweid, das als eine der besten Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke weltweit gilt. Sein erklärtes Ziel ist es, den Patienten ihre Würde wiederzugeben.

Herr Siegel

Foto – Sabine Krass

An einem sonnigen Tag klopfe ich an die Zimmertüre von Herr Siegel, auf ein >Ja bitte< trete ich ein. Er liegt sehr verbogen auf seinem Bett. > Hallo Herr Siegel, ist alles in Ordnung?> Sein Mund verzieht sich und er antwortet> Ja, im Moment ist das meine angenehmste Lage.> und lacht. Erleichtert frage ich> Ich wollte sie zu einer kleinen Spazierfahrt abholen. Haben sie Zeit und Lust ?< Er lächelt < Jawohl gerne<.

Den Rollstuhl schiebend, machen wir uns auf in den nahegelegenen Stadtpark. Es ist kein leichtes Unterfangen, da Herr Siegel von seiner Parkinson – Erkrankung schwer beeinträchtigt ist. Er kann zeitweise weder sitzen, liegen oder gar gehen. Starke Schmerzen nehmen von jetzt auf nachher von ihm Besitz.

Im Stadtpark angekommen, suchen wir im Schatten einen Platz zum rasten. Wir finden ihn in der Nähe eines kleinen Baches. Beide lauschen wir den Geräuschen des Wassers zu. Herr Siegel erzählt mir von seinen Kindheitstagen in einem mir vertrauten Ort.> Wir waren ein paar Jungs die sich nach der Schule immer am Flußufer trafen, das war nach dem Krieg. Wir haben Lianenstengel geraucht. < Ich lache auf > Genau das haben wir auch gemacht!“ ( Viele Jahre später ) Herr Siegel strahlt mich an und wir lachen gemeinsam. > Und dann kam da eines Tages ein Erwachsener dazu, der hatte den Krieg erlebt und zeigte uns, wie wir aus Holunderstengeln und Walnusshälften eine Pfeife bauen kann. Geraucht haben wir getrocknete Walnussblätter. Pfui war das ekelig! > Wir schauen gemeinsam in die Natur mit einem Lächeln im Gesicht.

> TESS < von Thomas Hardy

Unbezahlte Werbung

Der große Schicksalsroman

Durch Zufall erfährt die in ärmlichen Verhältnissen lebende Tess Durbeyfield, dass ihre Familie einem alten normannischen Adelsgeschlecht entstammt. Ihr Entschluss, vermeintliche Verwandte zu besuchen, hat fatale Folgen für die junge Frau: Sie trifft auf die zwei Männer, die den Gang ihres Schicksals unheilvoll lenken.( Quelle dtv)

Die bildhübsche und sehr anmutige Tess feiert mit den Dorfbewohnern aus Morlott. Gemeinsam bejubeln sie die Verherrlichung der Göttin Ceres. Es ist eine sehr ausgelassene Feierlichkeit. Dort sieht sie den Pfarrerssohn Angel Clare das erste Mal und ist verzaubert von seinen überaus eleganten Worten.

>Und wie sie alle äußerlich von der Sonne erwärmt wurden, so hatte auch jede für sich seine eigene Sonne für die Seele, an der sie sich wärmen konnte – einen Traum, eine Liebe, eine Lieblingsbeschäftigung, zumindest eine ferne, vage Hoffnung, die, wenn sie auch keinerlei Nahrung bekam, noch immer fortlebte, wie es Hoffnungen tun. Somit waren alle heiterer, und viele von ihnen sogar fröhlicher Stimmung.<

Unterdessen unterrichtet der Vater von Tess sein Umfeld von seiner erhabenen Herkunft. Eine vermeintliche letzte Verwandte wird ausfindig gemacht. Tess geht bei ihr in Stellung. Der Sohn des Hauses, Sir Alec d´Urbervilles, hat ein Auge auf Tess geworfen. Er stellt ihr nach. Doch die tugendhafte Tess erwehrt sich seiner Avancen.

Sehr unglückliche Umstände erfordern die Rückkehr von Tess, zurück in ihr Elternhaus. Dort durchlebt sie weitere Schicksalsschläge. Sie verlässt ihr Elternhaus, um für ihren Unterhalt selbst zu sorgen. Auf einem Gut trifft sie Angel unverhofft wieder. Dieser verliebt sich unsterblich in dieses entzückende Geschöpf. Es könnte sich alles zum Guten wenden, doch die Moral von Tess und der unberechenbare Sir Alec scheinen dies vereiteln zu wollen.

Fazit: Jane Austen LiebhaberInnen kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Thomas Hardy erzählt diesen Schicksalsroman mit so einer Dramatik, die vielerlei auslöst wie Fassungslosigkeit, Bestürzung oder auch Sprachlosigkeit. Konsterniert bleibt die Hoffnung, die Hoffnung auf ein Happy End. In der Tat kommen hier auch die glücklichen Momente zum Tragen, sie verleiten zur Freude und Glückseligkeit. Alles in Allem überzeugt Thomas Hardy mit seiner verheißungsvollen Poesie, die mit ihrer gut dosierten Süße, gepaart mit sehr bewegenden Schicksalen, eine homogene und formvollendete Fülle ergeben. > TESS < ist ein Roman der in die Seele leise gleitet und sich dann wie zu Hause fühlt. Die reichlichen Beschreibungen über Flora und Fauna erfordern Geduld. Doch was ist das gegen diese unglaubliche Manigfaltigkeit von überaus aufwühlenden Ereignissen………………….Große Leseempfehlung!

5 von 5

dtv Verlag / ISBN: 978323144032 / 580 Seiten

Thomas Hardy, geboren am 2. Juni 1840, war Sohn eines Baumeisters. Er ging nach der Architektenlehre nach London und begann neben seiner Arbeit als Kirchenrestaurator zu schreiben. 1871 erschien der erste seiner berühmten ›Wessex‹-Romane, die alle in seiner heimatlichen Umgebung angesiedelt sind. Hardy hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter 14 Romane und fast 1000 Gedichte. Er starb am 11. Januar 1928.

> Der Beginn < von Carl Frode Tiller

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein Leben revue passieren.

>Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts< Søren Kierkegaard

Terje, ein Klimaforscher, ist ein sehr komplizierter und kompromittierender Zeitgenosse. Seine Kindheit verlief suboptimal und er scheint nun das Produkt dieser lieblosen Erziehung zu sein. Die Mutter, depressiv und stark Alkoholkrank, der Vater meist abwesend. Er fühlt sich verlassen und spiegelt dies mit seiner ruppigen, voller Ironie und Sarkasmus geladenen Haltung nach außen. Er versprüht geradezu diese toxische Mischung und ein Gegenmittel lässt sich nicht finden. Seine Frau Turid und seine Tochter Marit lieben ihn trotz seiner Eigenart. Ja, er ist ein faszinierender Unsympath. Er hat sich in seinem Beruf einen Namen gemacht, fachlich ist er höchst kompetent. Menschlich ein Versager. Immer wieder wird von Gefühlen übermannt, die ihm vermitteln wollen, dass obwohl er sich alleine, im Büro, in der Garage etc. aufhält, noch jemand in seiner unmittelbaren Nähe sich aufhält.

Nun, nach seiner unglaublichen Odyssee seines Lebens, liegt er im Sterben, alle möglichen Geschichten und Ereignisse fallen ihm ein. Sein anstrengendes Leben zieht an ihm vorbei.

Fazit: Carl Frode Tiller hat hier etwas sehr außergewöhliches zu Papier gebracht. Eine Lebensgeschichte, wohl eher ein Schicksal, vom Sterbebett betrachtet. Terje, um den es hierbei hauptsächlich geht, ist oftmals so dermaßen dreist und berechnend, dass einem die Spucke im Halse stecken bleibt. Das fassungslose Kopfschütteln nicht zu vergessen. Dieses Buch genießt einen gewissen Grad an Anspruch, denn Tiller wechselt von Kapitel zu Kapitel die Zeiten der Vergangenheit. Das kann verwirren. Leider weist die Story Längen auf, und zwar wenn Terje sehr ausschweifend und langatmig über seine Forschungsergebnisse und Prognosen berichtet. Mein Interesse zu dieser Thematik ist durchaus vorhanden, doch da ist es mir zu viel des Guten. Carl Frode Tiller hat hier zwei Schwerpunkte in seinem Buch beschrieben. Zum einen das Produkt einer konfusen Kindheit, die Gene mit eingeschlossen, und zum anderen die globale Krise. > Der Beginn < werte ich als ein durchaus faszinierendes und sehr bewegendes Buch , dekoriert mit einigen poetischen Pralinés. Leseempfehlung !

4,5 von 5

Herzlichen Dank an den btv Verlag für dieses Exemplar! ISBN:9783442758203 / 343 Seiten

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt. »Wer du heute bist« ist nach »Kennen Sie diesen Mann?« der zweite Teil der Trilogie um den gedächtnislosen David.

https://tausendléxi.de/carl-frode-tiller-kennen-sie-diesen-mann

> HUNGER < von Roxane Gay

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

>Als ich am schwersten war, wog ich 261 Kg bei einer Körpergröße von 1,91m.<

Roxana Gay hat das Bedürfnis sehr viel zu essen. Im Alter von 12 Jahren hat sie ein ungeheuer, traumatisches Erlebnis. Der Schmerz ist so immens groß, dass sie fast daran zerbricht. Um dieses Gefühl, diese Emotionen zu betäuben, beginnt sie ungeheuerlich viel zu essen. Das steigert sich in Maßlosigkeit. Die Kilos haften an ihrem Körper, diesem Körper, den sie ablehnt und verändern möchte.

Ihre Hülle wird mit Fett gepolstert. Die Eltern von Roxane setzen ihr mit verschiedenen Diäten zu. Doch nach jeder dieser Kasteien nimmt sie ihre fest verankerten Gewohnheiten wieder auf. Roxane hat sich einen beschwerlichen Weg gewählt, der von Selbstverachtung und mangelndem Selbstwertgefühl, träge und schweren Schrittes begangen wird.

40 Jahre behält sie ihr Geheimnis bei sich. Sie hat es unter ihrer Masse fest eingeschlossen.

>Die feindlichen Kommentare tarnen sich oftmals als Besorgnis, denn die Leute wollen immer nur das Beste für dich. Sie vergessen, dass du ein Mensch bist. Du bist nur ein Körper, mehr nicht, und dein Körper sollte verdammt noch mal weniger werden.<

Fazit: Dieses Buch hat meine Neugier geweckt. Was sollen die Beweggründe für eine solch maßlose Esslust sein? Ich wollte verstehen, nicht verachten. Das hat die Autorin Roxana Gay mit ihrer Biographie zu 70% geschafft. Ihr Schreibstil ist einfach verständlich und schnörkellos. Roxane Gay wandert im Buch in vorher & nachher von Kapitel zu Kapitel. Sie schildert ihre Beweggründe auf geradezu erschütternde Weise. Wir stecken nicht in den Schuhen eines anderen Menschen. Wir wissen nicht welche schwere seelische Last er in und durch seine unglaubliche Masse nach außen trägt. Es steht uns nicht zu, zu werten. Jedoch seien auch Punkte genannt, die kritisch zu betrachten sind. Roxane Gay wiederholt einige Sätze immer und immer wieder. Da wird meine Toleranzgrenze ziemlich weit nach unten verschoben. Das Gefühl der Selbstbeweihräucherung der Autorin wird verstärkt auffällig. Das verleidet etwas das lesen. Roxane Gay hat sich eines sehr wichtigen und interessanten Themas angenommen, doch die Umsetzung wies einige Kanten auf. Dennoch, auch mit diesen Abstrichen ist dieses Buch zu empfehlen, um einen Einblick in diese Thematik zu erlangen.

4 von 5

Ich danke dem btb – verlag für dieses Rezensionsexemplar! ISBN:978344275142 / 316 Seiten

Roxane Gay, geboren 1974, ist Autorin, Professorin für Literatur und eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen und literarischen Stimmen ihrer Zeit. Sie schreibt u.a. für die New York Times und den Guardian, ist sie Mitautorin des Marvel-Comics »World of Wakanda«, Vorlage für den hochgelobten Actionfilm Black Panther (2018), dem dritterfolgreichsten Film aller Zeiten in den USA. Roxane Gay ist Gewinnerin des PEN Center USA Freedom to Write Award. Sie lebt in Indiana und Los Angeles.

> Die Süsse des Lebens < von Paulus Hochgatterer

Unbezahlte Werbung

Die siebenjährige Katharina spielt mit ihrem Großvater am Abend > Mensch ärgere dich nicht <. Ein Unbekannter stört das Spiel, er will den Großvater sprechen. Beide gehen hinaus auf den Hof des Anwesens. Die kleine Katharina wartet eine gewisse Zeit, doch als der Großvater nicht zurückkehrt, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Sie findet ihn, leblos und übel zugerichtet am Boden liegend. Er ist tot und Katharina verliert durch diesen traumatischen Anblick ihre Stimme und verstummt.

Kommissar Kovacs übernimmt die Ermittlungen. Er und sein Team tragen mögliche Fakten zusammen. Eine große Hilfe könnte Katharina sein, doch diese schweigt beharrlich. Der Psychiater Raffael Horn wird zurate gezogen, er versucht einen Zugang zu dem Kind zu erlangen.

Kovacs begann seinen Spruch immer gleich > Die allerschrecklichsten Dinge erweisen sich in der Regel als Unfälle. <

Mittlerweile geschieht im Ort ein zweiter Mord. Nun geraten Kovacs und sein Team immens unter Druck. Wer ist dieser Mörder? Was ist sein Motiv?

Fazit: Sprachlich ist die Story gut und klar formuliert. Inhaltlich wurde es schwierig. Zu Beginn wird man gefüttert mit unzählig vielen Namen, die meisten sind nicht relevant für die Story. Zahlreiche Handlungsstränge erschweren das logische mitdenken. Kommissar Kovacs und dem Psychiater Horn wird zu viel Raum ihres Privatlebens gegeben, somit verliert die eigentliche Story ihre Präsenz. Daraus erfolgt, dass dies ein Roman mit krimianmutenden Passagen ist. In der Tat als Krimi ist > Die Süsse des Lebens < nicht zu bewerten.

3 von 5

Deutscher Taschenbuchverlag ISBN: 9783423210942 / 293 Seiten

Paulus Hochgatterer ist ein österreichischer Kinder- und Jugendpsychiater und Autor. Seit 2007 ist er Primarius der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Tulln.

Maschinen wie ich von Ian McEwan

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbunng

London 1982, alles scheint im Um – und Aufbruch. Es ist der Beginn des Internets, der Handys und der selbstfahrenden Autos. Die Forschung bringt die ersten täuschend echt aussehenden, künstlichen Menschen auf den Markt.

Charlie, seines Zeichens Tunichtgut, investiert einen Teil seiner Erbschaft und leistet sich einen dieser Androiden, einen Adam. Adam, soll Charlie ein guter Freund und ein wertvoller Partner werden. Doch da kommt die attraktive Miranda ins Spiel. Miranda wohnt in der Wohnung über der von Charlie. Zwischen den beiden scheint sich etwas anzubahnen, mehr als nur Freundschaft. Doch auch Adam neigt zu menschlichen Emotionen. Die ménage à trois wird auf eine harte und verhängnisvolle Probe gestellt.

Die Frage stellt sich, behält die Spezies Mensch seine Monopolstellung über allen anderen, oder ist einer speziell ins Detail programmierten Mensch – Imitation möglich, den eigentlichen Menschen zu übertrumpfen? Und gehen wir noch einen kleinen Schritt weiter: Wird uns eine Maschine vom Thron werfen?

Ian McEwan hat sich hier einem faszinierenden Thema angenommen. Werden Maschinen über den Menschen in der Zukunft herrschen? Wie fügen sich diese menschlich anmutenden Maschinen in unser Leben ein? Kann dieser Android eine vollwertiger und wertvoller Partner sein?

So weit, so gut. Ian McEwan schreibt flüssig und unterhaltsam. Die Story ist in gewisser Weise nachvollziehbar, dennoch überzogen. Die politische Lage in Großbritannien 1982 ist sehr ausschweifend erzählt und weist somit ziemliche Längen auf. Was zu Beginn noch reges Interesse weckte, kippte im letzten drittel des Buches. Für mich hat sich Ian McEwan bei diesem Buch verzockt. Die Karten waren an sich gut gemischt, doch beim austeilen scheint er sich vergeben zu haben.

3,5 von 5

Herzlichen Dank dem Diogenes – Verlag für dieses Rezensionsexemplar ISBN: 9783257070682 – 404 Seiten

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller. Zuletzt kamen Verfilmungen von ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson) in die Kinos. Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

Böse bist du von Jutta Maria Herrmann

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Er ist ein Mörder.
Du bist dir sicher. Doch niemand glaubt dir.
Er wird dich töten, wenn du ihm nicht zuvorkommst.

Fünfzehn Jahre zuvor. An einem Sommertag zeltet eine Clique Jugendlicher an einem einsamen Waldsee. Noch ein Mal wollen sie miteinander feiern, bevor sich ihre Wege nach dem Ende der Schulzeit trennen.Am nächsten Morgen sind vier von ihnen tot.

Nur ein Mädchen überlebt schwer traumatisiert. Die Bilder der schrecklichen Nacht sind für alle Zeit in ihrem Kopf. Immer wieder glaubt sie, in Fremden den Mörder ihrer Freunde zu erkennen. Und als er ihr eines Tages tatsächlich gegenübersteht, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie ahnt nicht, dass sie damit Ereignisse auslöst, die den Horror der Mordnacht am See noch übertreffen. (H & N Verlag)

Und hier steigen wir ein in den 5.Psychothriller aus der Feder von Jutta Maria Herrmann. Michaela ist der Name des Mädchens, dass als einzige die schreckliche Tat vor 15 Jahren überlebt hat. Noch immer kämpft sie mit den Dämonen der Angst. Panikattacken und Halluzinationen erschweren es ihr, ein einigermaßen normales Leben zu führen.

Eine Begegnung mit einem früheren Bekannten wirft sie wieder völlig aus der Bahn. Alte Wunden werden wieder neu aufgerissen. Doch Michaela will es wieder einmal wissen. Wissen, was genau vor 15 Jahren geschah. In der Tat ist dies nicht das erste Mal, dass sie eine solche Spur verfolgt. Doch ist sie wirklich auf der richtigen Fährte, gelingt es ihr diesen vermeintlichen Mörder zu überführen?

Wer hier beim Lesen dieses Psychothrillers meint den Fall schon gelöst zu haben, wird eines Besseren belehrt. Denn Jutta Maria Herrmann gelingt es fulminant, immer wieder die Fakten anders auszulegen. Die Krönung, dieser sehr unterhaltenden und immens spannenden Story ist das speziöse Ende! Auch in diesem fünften Buch, kann man mit großer Freude spüren, wie sich Jutta Maria Herrmann von Buch zu Buch in ihrer Effizienz immer weiter steigert! Große Leseempfehlung!

5 von 5

ISBN-13:978-1071355206,264 Seiten, TB 9,99 €, eBook 0,99 €

Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Film- und Theaterwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich kopfüber in die Musikerszene und ins Nachtleben. Als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin, Veranstalterin von Punkkonzerten hat sie recht unterschiedliche Berufserfahrungen gesammelt. Heute arbeitet sie in der Politikredaktion einer Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal. Ihr viel beachtetes Thriller-Debüt „Hotline“ ist im Herbst 2014 im Knaur Verlag erschienen. Der zweite Thriller „Schuld bist du“ folgte  2016 und im Frühjahr 2017 der dritte: „Amnesia – Du musst dich erinnern“.  Ihr Thriller „Wähle den Tod“ kam Anfang Juli 2018 auf den Markt.

Hier ein Blick auf weitere Rezensionen zu Jutta Maria Herrmann – Bücher :

https://tausendléxi.de/jutta-maria-herrmann-waehle-den-tod https://tausendléxi.de/jutta-maria-herrmann-amnesia-ich-muss-mich-erinnern

> Die Unvollendete < von Kate Atkinson

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Wir schreiben das Jahr 1910, in einer unheilvollen Winternacht verstirbt Ursula Todd bei ihrer Geburt und wird in derselben Nacht wieder geboren. Dies wird sich durch ihr ganzes Dasein ziehen. Der plötzliche Tod und die überraschende Wiederauferstehung. Diese höchst ungewöhnliche Gabe vermag es Ursula, folgenschwere Erlebnisse wesentlich zu verändern. Mit jedem neuen Leben, ist die Chance einer Verbesserung der Lage gegeben. Doch, kann sie auch genutzt werden?

Das kleine Herz. Ein hilfloses kleines Herz, das verzweifelt schlug. Plötzlich aufgab wie ein Vogel, der vom Himmel fällt. Ein einziger Schuss. Es wurde dunkel.

Ursula Todd wird als drittes Kind ihrer Mutter Sylvie und ihres Vaters Hugh geboren. Maurice, ihr ältester Bruder ist ein Sonderling, der sich im weiteren Leben nicht gerade als Sympathieträger erweist. Ihre Schwester Pamela ist ihre Vertraute. Sylvie schenkt zwei weiteren Kindern das Leben, Teddy und Jimmy. Die Familie bewohnt das idyllisch anmutende Anwesen Fox Corner. Ursula scheint die Gabe der Hellsichtigkeit zu besitzen, dies macht ihr und ihren Eltern zu schaffen.

>Ich weiß, dass sie merkwürdigsten Dinge sagt, aber ein Psychiater?< sagte Hugh zu Sylvie. Er runzelte die Stirn. > Sie ist noch so klein. Sie ist nicht defekt.< > Natürlich nicht. Sie muss nur ein wenig ausgebessert werden.<

Ursula Todd durchlebt mehr Leben als jede Katze und macht > Und täglich grüßt das Murmeltier< alle Ehre. Immer wieder ist es ihr gegeben, die Ruder ihres in Seenot geratenen Lebensschiffes herumzureißen. Ob im britischen Rettungstrupp des Zweiten Weltkrieges, oder mit ihren bunt gemischten Affären, Ursula hat die Chance, entscheidente Ereignisse und weitreichende Schicksale, etwas zu verändern.

Mit die Unvollendete hat Kate Atkinson wiederholt bewiesen was für eine großartige Erzählerin sie ist. Sehr phantasievoll beschreibt sie Ursula Todds Leben und versäumt es nicht bei aller Tragik und Katastrophen immer wieder eine gut abgewogene Prise ihres herrlichen britischen Humors mit einfließen zu lassen. Kate Atkinsons Schreibstil ist sehr flüssig und ohne Tadel. Der einzige Wermutstropfen bei > Die Unvollendete < sei angemerkt. Bei den Passagen mit Eva Braun und Hitler verkrampften sich mir immer wieder die Bauchmuskeln, so unangenehm empfand ich diese Episode in Ursulas Leben. Jedoch sind das meine Befindlichkeiten. Auch dieses Buch von Kate Atkinson kann ich empfehlen, schon allein der ausgeklügelten Idee wegen und ihres charmanten Humors. I like this !

Herzlichen Dank dem https://www.droemer-knaur.de/home für dieses Rezensionsexempar! ISBN: 9783426304310 / 582 Seiten

Kate Atkinson wurde bereits für ihren ersten Roman »Familienalbum« mit dem renommierten Whitbread Book of the Year Award ausgezeichnet. Mittlerweile ist jedes ihrer Bücher ein internationaler Millionenerfolg. Für »Das vergessene Kind« erhielt sie den Deutschen Krimi Preis 2012 und für »Die Unvollendete« sowie »Glorreiche Zeiten« den Costa Novel Award. Kate Atkinson lebt in Edinburgh und gilt als eine der wichtigsten britischen Autorinnen der Gegenwart.

Weitere Bücher von Kate Atkinson:

https://tausendléxi.de/deckname-flamingo-von-kate-atkinson

https://tausendléxi.de/die-vierte-schwester-von-kate-atkinson

> Die vierte Schwester < von Kate Atkinson

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Die dreijährige Olivia Land verschwindet in einer heißen Sommernacht spurlos. Sie war der Sonnenschein von allen, von ihrer überforderten Mutter, ihrem gefühllosen Vater und ihren drei älteren Schwestern, Sylvia, Amelia und Julia. Olivia wird nie gefunden. Doch dann nach dreißig Jahren, taucht das Lieblingsspielzeug von Olivia plötzlich auf. Amelia und Julia finden es in der Schreibtischschublade ihres verstorbenen Vaters. Nun wollen beide Gewissheit. Was ist in jener Nacht passiert, wo ist Olivia? Gemeinsam engagieren sie den ehemaligen Polizist und jetzigen Privatdetektiv Jackson.

Doch Jackson hat nicht nur einen Fall aufzuklären. Der Anwalt Theo Wyre nimmt Kontakt zu ihm auf. Er will den Mörder seiner Tochter Laura finden. Die Polizei konnte Theo nicht wirklich weiter helfen.

Michelle erfüllt ihre Mutterpflichten ohne wirkliche Liebe zu ihrem Baby Tanja. Sie ist schlichtweg überfordert mit Kind und ihrem Partner Keith. Doch diese schicksalhafte Situation hat einen hohen Preis. Keith wird zum Opfer.

Drei Familientragödien und Jackson soll die Wahrheiten ans Tageslicht bringen. Doch seine Spurensuche gestaltet sich nicht ungefährlich. Er wird überfallen und tätlich angegriffen. Wer hat hier etwas zu verheimlichen und will ihn aufhalten? Wer immer es auch sei, er hat die Rechnung ohne Jackson gemacht.

Kate Jackson hat hier einen Ermittler kreiert, der mit all seinen Ecken und Kanten, auf charmante Weise ins Licht gerückt wird. Überhaupt sind alle Mitwirkenden ins Detail coloriert, so empfindet man sich selbst als mitten drin. Der Plot ist sehr kurzweilig, interessant und spannend. Und hier mal am Rande bemerkt, Chapeau Kate Atkinson, sie verfügt über eine sehr gute Kombinationsgabe, schafft verschiedene Handlungsstränge abwechslungsreich zu vermischen und dies mit einer guten Prise an britischem Humor. Es ist nun nicht, salopp ausgedrückt der Ober – Burner, doch verschafft Kate Atkinson eine sehr gute Unterhaltung. Leseempfehlung!

3,5 von 5

Droemer Verlag / ISBN: 978-3426195505 / 395 Seiten

Kate Atkinson, ist eine britische Schriftstellerin. Atkinson studierte Englische Literatur und Amerikanistik an der Universität Dundee, arbeitete im Anschluss in verschiedenen Berufen, so als Anwaltssekretärin und Lehrerin, bis sie schließlich Mitte der 1980er-Jahre mit dem Schreiben anfing und mit ersten Erzählungen, vor allem mit dem Roman Familienalbum sofort Erfolg hatte. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in Edinburgh.

( anderes Cover )