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Literatur & Zeitgeschehen

> Gesang der Fledermäuse < von Olga Tokarczuk

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Bigfoot ist tot. Er ist allem Anschein nach an einem Rehknochen erstickt. Wurde ihm seine Wilderei zum Verhängnis? Sein Nachbar Matoga findet ihn und holt sich die gemeinsame Nachbarin Janina zur Hilfe. Und mit dem Tod von Bigfoot beginnt eine Serie von mysteriösen Todesfällen an einem Ort, an der polnisch-tschechischen Grenze. Janina Duszejko gilt als verschrobene Zeitgenossin. Sie legt großen Wert auf Respekt für alle Lebewesen gleichermaßen und eckt mit ihren Ansichten immer wieder an. Doch sie ist vor allem eine Frau der Tat und ermittelt in den Todesfällen auf eigene Faust.

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> Eine Formalie in Kiew < von Dmitrij Kapitelman

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Der Ich-Erzähler Dima scheint desillusioniert. Mit seinen Eltern kam er vor rund fünfundzwanzig Jahren von der Ukraine nach Deutschland. Die Hoffnung gemeinsam das Glück zu finden, gelingt nicht. Die Mutter ist gänzlich in ihren Katzenwahn verfallen, Dima erzählt von sibirischen Katzen die gerne überall markieren. Der Vater, in sich versunken und in seiner Passivität gefangen. Der junge Dima will endlich dazu gehören, er will kein Migrant sein, sondern endlich ein deutscher Mitbürger. Doch hat er wohl die deutsche Bürokratie unterschätzt, denn die will nochmals die Geburtsurkunde von Dima. Den deutschen Bestimmungen dürstet es nach einer Formalie, aus Kiew mit Beglaubigung. Und so macht sich Dima auf in sein Herkunftsland und taucht ein in die ukrainische Korruption.

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> Die Farben des Feuers < von Pierre Lemaitre

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Ein Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Zeile, bestens unterhalten hat.

1927, der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt soll zu Grabe getragen werden. Ein großes Staatsbegräbnis wurde anberaumt. Alles was Rang und Namen hat, ist zu Ehren des mächtigen Bankiers erschienen. Madeleine, seine Tochter, steht unvermittelt an der Spitze des Imperiums. Madeleine ist geschieden, ihr Ex-Mann verbüßt noch eine Haftstrafe, und Mutter des siebenjährigen Paul. Paul verunfallt am Tag des Begräbnisses seines geliebten Großvaters schwer.

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> Mädchen, Frau ETC. < von Bernardine Evaristo

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Die Booker Prize 2019 Gewinnerin Bernardine Evaristo hat zwölf schwarzen Frauen ihre Stimme gegeben. Sie spiegelt die großen, täglichen Herausforderungen dieser Frauen mit großer Leidenschaft wider.

Das erste Porträt zeigt Amma, eine schwarze, lesbische Dramaturgin. Sie hat sich ihren Platz in der Gesellschaft hart erkämpft. Nun ist sie in der Theaterszene von London, an einem wichtigen Ziel angekommen. Sie feiert mit ihrem Stück am National Theatre die Premiere. Amma gibt sich stark und feministisch. Ihre Tochter Jazz, ihr ein und alles, soll es besser haben als sie.

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> Der Richter und sein Henker < von Friedrich Dürrenmatt

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Es gibt Bücher, so wie dieses, die zeitlos durch die Jahre kommen. Die an ihrer Faszination nicht das geringste verlieren, sondern, wenn sie nach Jahrzehnten nochmals gelesen werden, wie ein Vertrauter wertgeschätzt werden.

Der in die Jahre gekommene Kommissar Bärlach wird mit der Mordaufklärung an einem Kollegen beauftragt. Da Bärlach gesundheitlich angeschlagen ist, vertraut er die Ermittlungen dem jüngeren Kollegen Tschanz an, er selbst will vom Schreibtisch aus tätig sein. So arbeitet sich das Duo voran. Sie untersuchen die Unterkunft des Mordopfers, die Lebensumstände und seine letzte Fahrt mit seinem Auto, bei der er ums Leben kam. Der wohlhabende Geschäftsmann Gastmann rückt immer wieder in den Fokus der Ermittler. Was hat er mit dieser Sache zu tun? Die Lage spitzt sich dramatisch zu. Kommissar Bärlach wird vom Jäger selbst zu Gejagten. Doch stellt er sein Können meisterlich unter Beweis.

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> Der Tod in ihren Händen < von Ottessa Moshfegh

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Früh am Morgen läuft Vesta, eine zweiundsiebzig – jährige Witwe, mit ihrem Hund Charlie, wie immer durch den Wald. Doch unverhofft findet Vesta einen Zettel auf dem Weg: > Ihr Name war Magda. Niemand wird je erfahren wer sie getötet hat. Hier ist ihre Leiche. < Weit und breit findet Vesta keine Leiche, zuerst denkt sie an einen Trick oder einen Streich und mit zunehmender Überlegung begibt sich die sehr zurückgezogen, lebende Vesta auf die Suche nach Indizien. In einer Bibliothek lässt sie sich die Anleitung zum Krimi schreiben ausdrucken und füllt die gewünschten Anforderungen zu Hause sehr gewissenhaft aus. Vesta hat eine Aufgabe. Ihr Leben verändert sich zusehends. Von der klein gehaltenen Hausfrau zu einer Witwe mit kriminalistischen Spürsinn. Doch Vesta vermischt immer mehr Spekulationen mit der Realität. Das Konstrukt nimmt an Komplexität zu.

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> Damals war es Friedrich < von Hans Peter Richter

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Ich habe mich bewusst entschieden eine Inhaltsangabe zu schreiben. Denn dieses Jugendbuch von Hans Peter Richter aus dem Jahre 1961, gilt als ein wichtiges Zeitzeugnis und wurde mit vielen Preisen bedacht. Es ist eine Geschichte, die aus der heilen Kinderwelt in das unfassbare Dunkel abtaucht.

Deutschland 1925, Friedrich und der Ich-Erzähler erblicken das Licht der Welt. Die Eltern wohnen im gleichen Mietshaus, dass auch vom harschen Vermieter Resch bewohnt wird. Friedrich Schneider und der Ich-Erzähler freunden sich im Alter von vier Jahren an. Den Schneiders geht es materiell recht gut, denn Herr Schneider ist Postbeamter. Der Ich-Erzähler und seine Eltern leben sehr bescheiden, denn der Vater ist meist ohne Arbeit. 1931 werden die beiden Jungen eingeschult und die Eltern nähern sich an. Der Großvater des Ich-Erzählers, der die Familie finanziell unterstützt, wettert gegen die Juden. 1933 nehmen die Einschränkungen für jüdische Mitbürger ihren Lauf.

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> Im Frühling sterben < von Ralf Rothmann

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Dies ist mein erstes Buch von Ralf Rothmann, das ich gelesen habe, doch ganz sicher nicht mein letztes.

Wir lernen Walter kennen. Sein Sohn erzählt von seinem sehr melancholischen, hochanständigen Vater. Die Nähe zwischen den beiden wollte nie so richtig glücken. Walter, arbeitet bis zu seiner frühen Berentung, als Hauer unter Tage. Aus Scham scheint er Alkoholiker geworden zu sein. Doch ist Walter ein in sich gekehrter Mensch, er hat alles ertragen. Das es da ein Geheimnis gibt, spürte sein Sohn schon sehr lange. Doch nun, im Jahre 1987, kündigt sich dem sechzigjährigen Walter der baldige Tod an und sein Sohn möchte von ihm wissen, was im Frühjahr 1945 genau geschah.

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> Das Salzfass < von Simon Sailer

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Simon Sailer, wurde für die 2020 veröffentlichte Erzählung »Die Schrift« (Edition Atelier), mit dem Clemens-Brentano-Preis 2021 ausgezeichnet. 2021 wurde nun > Das Salzfass < des Autors herausgegeben. Es ist der zweite Teil der Essiggassen – Trilogie ( Die Essiggasse befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk, der Inneren Stadt. Sie wurde 1908 nach dem Gewerbe der Essighändler benannt. )

Der kompetente Antiquitätenhändler Maurice kommt unverhofft an ein Salzfass, dass sich als unverkäuflich herausstellt. Zu Beginn sieht er diese Angelegenheit als völlig normal an, denn Ladenhüter gibt es immer wieder. Doch die Situation verändert sich zum bedrohlichen, als Maurice ein weißes Geflecht im Inneren des Salzfasses entdeckt und dieses zu mutieren beginnt. Fortan ist Maurice ganz in den unheilvollen Bann dieses Salzfasses gezogen. Nein, schlimmer noch, dieses Fass bestimmt über das tägliche Leben des Mannes. Hilfe erhofft sich Maurice von seiner beherzten Freundin Rachel. Er will sein Leben zurück und das Salzfass in die Schranken weisen.

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> Die neununddreißig Stufen < von John Buchan

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Diesen fantastischen Buchtipp erhielt ich von Robert Appleyard, den Hauptprotagonisten aus > Offene See < von Benjamin Myers. Er erwähnte diesen Titel gegenüber Dulcie, doch dies ist eine andere Geschichte.

Richard Hannay, der sonst in Afrika lebt, verbringt seit drei Monaten, gelangweilt seine Zeit in London. Er überlegt wieder in die unermeßliche Schönheit und in die wilde Schönheit Afrikas zurückzukehren. Da tritt unverhofft Franklin P. Scudder in sein Leben. Scudder gibt an, ein amerikanischer Agent zu sein und bittet Hannay um Hilfe. Er erzählt eine hanebüchende Geschichte und noch ehe Hannay so richtig abwägen kann, ob er Scudder Glauben schenken soll, ist dieser auch schon mit einem Messer, regelrecht an den Fußboden genagelt.

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