tausendléxi

Literatur & Zeitgeschehen

Mein Name ist Sabine Krass, meines Zeichens leidenschaftliche Leserin mit Tendenz zum schreiben. Tausendléxi bedeutet übersetzt Tausendwort. Léxi kommt aus dem griechischen und bedeutet Wort. Auf gute Unterhaltung!

Folgendes darf erwartet werden :

– Literatur : gerne Querbeet und durch viele Genres. Diese unglaubliche Fülle, in der Welt der Bücher, bereichert uns enorm. Wir tauchen ab –  in ferne Länder –  in unterschiedliche Persönlichkeiten – in die skurillsten Geschichten und werden beschenkt mit – großartigen Gefühlen –  immenser Spannung – unbändiger Freude – und innigster Trauer. Ein Leben könnte sich nicht ausgewogener präsentieren!

Meine hier aufgeführten Rezesionen halte ich kurz und knackig. Ich kritisiere nicht im herkömmlichen Sinn, dazu habe ich zu viel Achtung vor Autor* und Werk.  Eine kurze Einschätzung dazu, so sollte es passen !

– QueenBee : Kreatives , handmade

Sabine Maria Sonnenberg : Es entsteht ein Buch mit dem Arbeitstitel> Die Zeit des entliebens < der Plot besteht aus einer zerstörerischen Liebe, die in den seelischen Abgrund führt und der beharrliche  Weg wieder empor zu steigen.

> Ein wenig Leben < von Hanya Yanagihara

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Willem, Malcom, JB und Jude werden schon in jungen Jahren enge Freunde, mit Höhen und Tiefen. Bekannt waren sie als < Boys in the hood<.

Willem ist das einzigste, überlebende Kind seiner Eltern. Er fühlt sich für Jude auf gewisse Weise verantwortlich und hinterfragt nicht das Tun und Handeln von Jude.

Malcom, kommt aus gut situiertem Hause ohne jegliche Geldsorgen. Er ist Architekt und möchte endlich aus dem Schatten seines Vaters treten.

JB, ist ein innerlich zerrissener Mensch. Er wird von seiner Kunst aufgerieben und auch aufgetrieben.

Jude, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, betört mit seiner charismatischen Art und verschleiert so etwas seine Gehbehinderung.

Vier Leben zu einem großen Ganzen innigst verbunden. Jude, die gequälte Seele, keiner seiner Freunde weiß von seiner Vergangenheit. Er hält die furchtbaren Erlebnisse ganz tief unten in seinem gebeutelten Herz verborgen. Nur manchmal reagiert sein geschundener Körper und dann hat Jude sehr große Mühe seine Emotionen in Zaum zu halten.

> Bist du glücklich? < hatte er Jude einmal gefragt ( sie mussten betrunken gewesen sein).

> Ich glaube, Glücklichsein ist nichts für mich<, hatte Jude nach einem kurzen Zögern geantwortet, so als hätte Willem ihm etwas zu essen angeboten, auf das er keinen Appetit hatte.

> Aber für dich schon, Willem.< ( Seite 311)

JB fügt, durch eine sehr unverschämte Aktion, dem starken Vierblättrigen – Freundschafts – Kleeblatt, empfindliche Risse zu.

Mein Fazit: Es fällt mir schwer diesem Buch wohl wirklich gerecht zu werden. Diese Männergemeinschaft ist eine Ode an die Freundschaft. Eine Freundschaft mit gegenseitiger Zuneigung und Fürsorge. Sie wird gebeutelt und schwer geprüft. Diese miteinander verwobenen Leben, sind faszinierend beschrieben und vermögen so ein leichtes Abtauchen in diesen Roman. Ein Roman der mit gewaltigen Gefühlen randvoll gefüllt ist. Hanya Yanagihara hat in ihrem Buch > Ein wenig Leben< einen ganz besonderen Epos geschaffen. Alle Charaktere sind detailreich coloriert und in sieben Kapiteln zu finden. Die Stimmungen und Schwingungen vortrefflich herausgearbeitet. Da finden wir innigste Glückseligkeit aber auch den heftigsten, ja sogar brutalsten Schmerz. Und dennoch, oder gerade weil dieses Buch so konzipiert ist, ist es ein Buch zum verschlingen und abtauchen. Ein wahrlich schrecklicher und sehr schöner Roman. Große Leseempfehlung!

Piper Verlag / ISBN: 9783492308700 / 957 Seiten

Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman “ Ein wenig Leben“ gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. „Ein wenig Leben“ ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Eine TV-Serie, produziert von Scott Rudin (The Social Network, No Country for Old Men, Frances Ha, Grand Budapest Hotel), ist in Vorbereitung. Yanagihara ist Chefredakteurin des „T Magazine“ der „New York Times“. ( Quelle Hanser Literaturverlage )

> Der Stotterer < von Charles Lewinsky

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Johannes Hosea Stärckle ist ein Stotterer. Er verbüßt wegen Betruges eine Haftstrafe. Dieser besagte Johannes Hosea ist ein hochintelligenter, jedoch psychisch gestörter Mensch. Dem Anstaltspfarrer, Johannes nennt ihn Padre, schreibt er in vielen Briefen seine turbulenten, fantastischen und überaus raffiniert wirkende Lebensgeschichten.

Diese Lebensgeschichten sind zu bersten gefüllt mit gelungener Spannung, scharfsinnigen Witz, reizvollem Charme, innigster Traurigkeit und einem lebenslustigen Galgenhumor. In diesen Briefen ist es Johannes Hosea möglich, seine überaus brillante Sprachgewalt ins gleißende Licht zu stellen.

> Ich liebe Worte. Ich liebe es zu lesen, und ich liebe es zu schreiben. Beim Schreiben stottere ich nicht. Win – win.<

Das Lügengebinde von Johannes Hosea ist gar abenteuerlich zusammengestellt. Er besticht durch seine bibelfesten Ausführungen und vor allem, durch seine Schoppenhauer – Zitate. Johannes Hosea Stärkle ist eine lebende Wundertüte.

> Die Wahrheit kann warten, denn sie hat ein langes Leben vor sich. < Arthur Schoppenhauer

Mein Fazit: Charles Lewinsky führt temporeich durch seine Story, er hat den höchsten Gang eingestellt. Wir rasen von einer Episode zu nächsten. Sehr eloquent und überladen sind die Ausführungen und ein leiser Verdacht kommt auf. Ist das hier Manipulation durch die Sprache, die Charles Lewinsky gewählt hat? Manipulation in Form von einer bombastisch geschwängerten Wortwahl. Nun, die Story ist durchaus gelungen, doch hätte es ihr in der Tat gutgetan, sie nicht so zu überladen. Eines ist hier in diesem Hörbuch wirklich herausragend, der Sprecher Robert Stadtlober. Er konnte mich sehr begeistern mit seiner Stimme, die so perfekt zum Roman passte. Allein schon seine Ausführungen sind es absolut wert, dieses Hörbuch zu genießen.

Diogenes Hörbuch / ISBN: 9783257804065 / 610 Minuten

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger sowie den Preis der Schillerstiftung. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux (Frankreich) und im Winter in Zürich.

https://robertstadlober.com/

> #5redbooks < auf Instagram

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Aus einer sehr spontanen Idee, entwickelte sich unerwartet Schönes. Bei der Absicht ein Foto von 5 roten Büchern zu posten, fand ich den hashtag #5redbooks gar jungfräulich danieder liegen. So habe ich die Gunst der Stunde ergriffen und kurzerhand entwickelte sich eine geradezu bombastische challenge!

Allen Mitwirkenden nochmals ein herzliches vergelt´s Gott! Ihr habt die Bücherwelt bereichert und verschönt!

> Die unbewohnbare Erde< von David Wallace - Wells

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Wie wird die Erde in 30 Jahren aussehen? Wie in 50 Jahren? Und wie lange wird unser Planet überhaupt noch bewohnbar bleiben?

Die heute schon spürbaren und die schlimmstmöglichen Folgen der Klimaerwärmung sind das Thema des Journalisten David Wallace-Wells in diesem spektakulären Report. Wie kann und wird das Leben auf der Erde in nur 40, 50, 60 Jahren aussehen? Sicher ist: Heutige Teenager und Kinder werden noch erleben, wie sich die Bedingungen für die Menschheit auf der Erde dramatisch verschlechtern, sie werden erleben, wie sie in Teilen unbewohnbar wird. Wallace-Wells macht die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Mehrheit der Menschen oft gar nicht erreichen, begreifbar, ja fühlbar. Und am Ende steht die drängende Frage: Haben wir überhaupt noch eine Chance, das Unheil abzuwenden? ( Quelle Randomhouse )

> Denn das ist der Pfad, den wir heute so unbekümmert beschreiten – hin zu einer Erderwärmung um mehr als vier Grad bis 2100. Laut einigen Schätzungen würde das bedeuten, dass große Gebiete von Afrika, Australien und den vereinigten Staaten, die Teile von Südamerika, die nördlich von Patagonien liegen, und ganz Asien südlich von Sibirien durch Hitze, Verwüstung und Überschwemmungen unbewohnbar wären. Ganz sicher wären sie und viele andere Regionen unwirtlich. So sieht unser Fahrplan für die Zukunft aus, zumindest sind das die Eckpunkte. Und wenn unser Planet innerhalb der Lebensspanne einer Generation bis an den Rand einer Klimakatastrophe gebracht wurde, bedeutet das, dass die Verantwortung dafür, das abzuwenden ebenfalls einer einzigen Generation zufällt. Wir wissen auch, wem – uns. < ( Seite 15 )

David Wallace – Wells hat hier in seinem Buch, unglaublich, massenhaft Fakten, Vermutungen und Thesen zusammen getragen. Er veranschaulicht, mit Quellen belegt, die Zukunft von uns und unseren Nachkommen, auf absolut erschreckende Weise. Das Buch ist sehr leicht verständlich, in Kapiteln unterteilt, jedoch schonungslos geschrieben und ich konnte es nur Seitenweise lesen. Denn die Beklemmungen, die ausgelöst wurden, empfand ich geradezu beängstigend. Doch in der Tat gehört es zu den Büchern, die sich ein Jeder / eine Jede tunlichst bald, zu Gemüte führen sollte. So wäre zumindest meine Empfehlung. Ich habe den Einblick in > Die unbewohnbare Erde < bewusst knapp gehalten und zwar aus einem ganz simplen Grund. Um nicht abzuschrecken, sondern, so hoffe ich inständig, Interesse zu wecken. Ein Interesse, das uns alle angeht!

Ludwig – Verlag / Deutsche Erstausgabe / ISBN: 9783453281189 /334 Seiten

David Wallace – Wells ist Kolumnist und stellvertretender Chefredakteur beim „New York Magazine“, wo er häufig zu Themen wie dem Klimawandel und der Zukunft von Wissenschaft und Technologie schreibt. Im Juli 2017 verfasste er eine Titelgeschichte zu den dramatischen Konsequenzen der Erderwärmung, die innerhalb kürzester Zeit Millionen Leser erreichte und der meistgelesene Artikel in der Geschichte des Magazins wurde. Er löste damit eine globale Debatte unter Wissenschaftlern und Journalisten aus, über die Art und Weise, wie über die Bedrohung durch den Klimawandel informiert werden sollte.

> Graue Bienen < von Andrej Kurkow

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Der Bienenzüchter Sergejitsch lebt alleine in der grauen Zone. Dort bekämpfen sich ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten. Nur Sergej und sein Kindheitsfeind Paschka sind im Ort geblieben. Alle anderen Bewohner sind geflohen oder zu Tode gekommen. Doch in dieser Not, die dieser Krieg mit sich führt, nähern sich die zwei Männer, mehr als behutsam an. Sergejitsch lebt für seine Bienen. Er behütet sie wie seinen wertvollsten Augapfel.

> Merkt euch!<, sagte er und blickte auf die Bienenstöcke, die hinter den Metallplatten verborgen waren. > Wir haben jetzt eine neue Adresse! Schewtschenkostraße! Das Haus ist Nummer siebenunddreißig geblieben, nur die Straße ist eine andere!< Sergejitsch stand noch eine Weile vor seinen Bienenstöcken und lauschte auf die Stille. Ihm schien, als hörte er in der Stille des Schuppens ein Bienensummen. Also hatten sie ihn ebenfalls gehört. Es konnte garnicht anders sein. ( Seite 125 )

Im dritten Frühling des Krieges, beschließt Sergejitsch seine Bienen aus der gefährlichen Kriegszone zu bringen, um ihnen eine unbeschwerte Zeit zu ermöglichen. Sie sollten in Ruhe ihren Nektar sammeln dürfen.

>………….Abrupt lief er los zu den Bienestöcken, zu seinen vom Schicksal gebeutelten Bienen – Flüchtlingen.< ( Seite 287 )

Doch auf seiner Reise und seinen Stationen trifft Sergejitsch nicht immer auf Freeundlichkeit. Dabei ist sein bestreben doch so einfach und pragmatisch.

> Sergejitsch grinste über seine Gedanken, weil er sich dabei ertappte, dass er gleichzeitig für sich, für das Auto und für die Bienen dachte. Als wären sie alle eine Familie, die dieselbe Sprache sprach. So war es ja auch. < ( Seite 290)

Andrej Kurkow gewährt in seinem Buch den Blick auf Konflikte und ihre Auswirkungen. Doch nicht nur dies. Er führt uns mit weisen Worten durch Situationen und durch die Natur. > Graue Bienen < ist ein entschleunigendes Buch, das unaufgeregt mit einer Portion Ironie und einer Prise Humor daher kommt. In der Tat hätte es der Story gut getan, sie nicht so ausschweifen zu lassen. So wurde sie im Kaugummi – Style in die Länge gezogen. Die zuerst aufkommende Süße, gar honiggleich, verlor sich beim immerwährenden kauen. Trotz diesen Abstrichen spricht es für eine Leseempfehlung!

Diogenes Verlag / 9783257070828 / 444 Seiten

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen (er spricht insgesamt elf Sprachen), war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Sein Roman ›Picknick auf dem Eis‹ ist ein Welterfolg. Kurkow lebt als freier Schriftsteller in Kiew und arbeitet auch für Radio und Fernsehen. ( Quelle Diogenes Verlag )

> Eine Träne. Ein Lächeln < von Luna Al - Mousli

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Meine Kindheit in Damaskus. Luna Al – Mousli hat ein Jugendbuch über Emigration geschrieben. Vierzehn Jahre hat sie in Damaskus gelebt. Mit vierundvierzig kleinen Geschichten erzählt sie über den langanhaltenden Krieg, das immense Elend, die furchtbare Angst und ihre Erinnerungen. Erinnerungen an Gebäude und Dinge, die schon längst zerstört wurden. Jede Seite ist ins arabische übersetzt und mit wunderschönen Illustrationen verziert. Auf gerade mal 128 Seiten hat Luna al – Mousli ein sinnliches Zeitdokument geschaffen, dass die Härte des Krieges, des flüchtens und die Liebe zur Heimat sehr veranschaulicht. Ein berührendes Büchlein.

Meine Tante Maysa überlegte, ob sie noch schnell beten solle, doch wir waren spät dran. Das Musikkonzert fängt gleich an in der Kirche. Das sagte sie, sie werde einfach in der Kirche beten. Meine Cousine drehte sich zu ihr um und sagte: < Du kannst das nicht, es ist nur für Christen.< Meine Tante lächelte und sagte: > Auch das ist Gottes Haus.< Während die Instrumente sich einstimmten, betete Tante Maysa in der hinteren Reihen. ( Seite 53 )

weissbooks.w / ISBN: 978-3-86337-107-4 / Meine Kindheit in Damaskus – Erweiterte Sonderausgabe Zweisprachig (dtsch./ arab.)Mit Illustrationen der AutorinHalbleinen, kleines FormatGeb., 128 Seiten

Luna Al-Mousli, geboren 1990 in Melk, aufgewachsen in Damaskus, lebt und arbeitet heute als Autorin und Grafik Designerin in Wien. Dort studierte sie Grafik Design an der Universität für Angewandte Kunst, »Eine Träne, ein Lächeln« war ihre Abschlußarbeit. Als Schülerin war sie Stipendiatin des START-Stipendienprogramms, heute engagiert sie sich selbst im Bereich Bildung und Integration, wie beispielsweise im Projekt „TANMU – Lernhilfe für jugendliche Flüchtlinge“. Für ihr Debüt wurde sie vielfach ausgezeichnet; unter anderem mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. ( Quelle Weissbooks)

> LieblingsprotagonistenInnen <

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Dies war eine doch sehr innige und intensive Aufgabe, wer wohl in diese Favoritenrolle schlüpfen darf. Der/Die eine oder andere waren sogleich präsent, widerum andere wollten sorgsam ausgewählt werden. Hier nun entblättere ich mich, rein meiner Lieblinge wegen:

  • Talk Talk von T.C. Boyle : Als die junge, gehörlose Dana Halter ein Stoppschild überfährt, wird sie verhaftet und wegen Delikten angeklagt, die sie nie gegangen hat. Es dauert Tage, bis sich herausstellt, daß Dana Opfer eines Betrügers geworden ist. Nach erniedrigenden Tagen im Gefängnis hat sie nur noch ein Ziel: Diesen elenden Typen zu finden. Der Kampf beginnt! Wie es die gehörlose Dana schafft, gegen immense Widrigkeiten zu bestehen und die Sache selbst in die Hand nimmt, ist für mich geradezu bewundernswert!
  • Novecento von Alessandro Baricco: Dies ist die poetische Geschichte des Jazzpianisten Novecento, der im Jahr 1900 auf einem Ozeandampfer geboren wurdee und ihn zeit seines Lebens nicht verlässt. Er lebt nur für seine Musik, eine Musik, die alle verzaubert, die sie hören. Novecento wird eines Morgens von einem Matrosen im Tanzsaal des Dampfers in einer Pappschachtel auf dem Klavier gefunden. Der Dampfer ist und bleibt sein Zuhause. Sein Leben wird von der Musik bestimmt. Ich habe Novecento einfach ins Herz geschlossen, ihn und seine tragisch anmutenden Geschichte!
  • Wer die Nachtigall stört von Harper Lee: Scout und ihr Bruder Jem wachsen im Süden der Vereinigten Staaten auf. Zu einer Zeit, die von menschlichen Konflikten sehr gefüllt ist. Doch für die noch sehr junge Scout darf es keine Ungerechtigkeiten geben und dafür setzt sie sich vehement ein. Sie hält den Erwachsenen den Spiegel vor und fordert Toleranz und Fairnes. Scout ist schon seit vielen, vielen Jahren mein Vorbild. Ist und bleibt es. Sie steht für Courage, Toleranz, Wertschätzung, Gerechtigkeit und so vieles mehr. Zu Recht die Protagonistin meines Herzens.
  • Harry Hole kreiert von Jo Nesbo: Harry Hole ist der Ermittler schlechthin und in keinster Weise so, wie man sich einen Ermittler bei der Polizei wohl vorstellen kann oder mag. Und genau das ist es was diesen zu exzessiven Alkoholkonsum neigender, mit Liebe eher suboptimal umgehender und schlagkräftig so mache Ermittlung führender Norweger, ausmacht. Irgendwie mein Typ…..grins.
  • Middlesex von Jeffrey Eugenides: In einem griechischen Bergdorf fängt alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, Bruder und Schwester, fliehen vor den Türken nach Amerika. Auf dem Schiff weit weg von allem, heiraten sie, verbringen ihre erste Nacht in einem Rettungsboot. In Detroit, die Stadt der Autos, lassen sie sich nieder. Jahrzehnte später, nach abenteuerlicher Reise eines Gens, entpuppt sich die Enkeltochter Calliope als Junge, und eine neue Odyssee beginnt. Calliope gelingt es nach vielen Jahren des großen Schmerzes um das ringen der wahren Identität, endlich als Mann, als Cal angekommen zu sein. Was für eine story!
  • Abendrot von Kent Haruf: Holt, eine Kleinstadt im Herzen Colorados. Zwei alte Viehzüchter müssen den Wegzug ihrer Ziehtochter verkraften. Ein Ehepaar kämpft in seinem verwahrlosten Trailer um ein Stückchen Würde und um seine Kinder. Ein elfjähriger Junge kümmert sich rührend um seinen kranken Großvater. So hart das Schicksal auch zuschlägt – die Menschen in Holt sind entschlossen, dem Leben einen Sinn abzutrotzen. Und begegnen einander dabei neu. Raymond ist einer der Viehzüchter, der mit seiner bescheidenen, warmherzigen und intelligenten Art mein Herz erobert hat. Ihm gelingt es aus prekären Situationen das Beste heraus zu holen, ihnen auf beschauliche Art ihrer Spitze zu entledigen. Ein Mann der mir total imponiert!
  • Deutschstunde von Siegfried Lenz: Siggi Jeppsen sitzt in einer Jugendstrafanstalt. Er soll einen Aufsatz zu Thema> Die Freuden der Pflicht < schreiben, doch die Erinnerungen und Einfälle überschwemmen ihn unkontrolliert. Siggis Erinnerungen führen ihn zurück ins Jahr 1943. Damals war sein Vater Polizist einem Norddeutschen Dorf und musste im Auftrag der Nationalsozialisten seinen ehemaligen Jugendfreund, den Maler Nansen überwachen, der mit einem Malverbot belegt wurde. Siggi aber wird zum Verbündeten des Malers, versteckt seine Bilder und warnt ihn vor drohenden Gefahren. Siggi beweist Haltung und setzt sich für andere ein. Er ist wie ein Fels in der Brandung und fürchtet den Sturm nicht. Ein Junge mit Courage, das imponiert mir!
  • Die Kinder der Elefantenhüter von Peter Hoeg: Auf den ersten Blick sind die Finøs aus Dänemark eine ganz normale Familie – Der Vater ist Pastor, die Mutter spielt Orgel, Peters großer Bruder studiert Astronomie. Doch an einem Karfreitag sind plötzlich die Eltern verschwunden, die schon einmal durch zweifelhafte Wundertaten mit der Justiz in Konflikt geraten waren. Um Vater und Mutter vor weiteren Torheiten zu bewahren, beginnen Peter und seine erstaunliche Schwester Tilte eine großangelegte Suchaktion. Inmitten falscher Heiliger und fanatischer Sinnsucher finden sie ihre eigene Tür zur Freiheit und zum Glück. Tilte und Peter die mutig und mit unglaublichen Ideenreichtum in ein Feuerwerk von brenzligen Situationen geraten und diese mit Bravour meistern. Dieses Geschwisterpaar ist einfach Top!

> Nicky geht zum Arzt < von Richard Scarry

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Nicky Hase ist auf dem Weg durch die Stadt, zum Arzt. Dies verkündet er allen Tieren die ihm auf seiner Route begegnen. Die Schwester Nächstebitte heißt ihn in der Praxis herzlich willkommen. Dr. Doktor untersucht Nicky Hase sehr gründlich. Er misst, wiegt und tastet ab. Er erklärt seinem kleinen Patienten das Stethoskop, den kleinen Hammer und die Spritze. Nicky Hase ist sehr lieb bei Dr. Doktor und dafür bekommt er am Ende der Untersuchung eine ganz tolle Belohnung. Wieder zu Hause angekommen, berichtet Nicky Hase von seinem Erlebnis bei Dr. Doktor.

Richard Scarry bezaubert mit seinem äußerst liebenswerten Buch! Ein gelungenes Mutmach – Buch für kleine Angsthasen. Die Texte und die bezaubernden Illustrationen sind perfekt auf einander abgestimmt. > Nicky geht zum Arzt < ist für Kinder ab 2+ empfohlen. Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Doch auch für LeserInnen ab 2++++++++++++ ist dieses Büchlein ein kleiner Seelenstreichler!

Diogenes Verlag / ISBN: 9783257012477

Richard Scarry, geboren 1919 in Boston, studierte Kunst an der School of the Museum of Fine Arts in Boston. Er begann seine Karriere als Illustrator und Freelancer, bis er 1963 ›Mein allerschönstes Wörterbuch‹ veröffentlichte, das ein internationaler Bestseller wurde. Viele seiner über 300 Bücher sind in Zeichentrickserien umgesetzt. Richard Scarry starb 1994 in Gstaad. ( Quelle Diogenes Verlag )

> Vintage < von Grégoire Hervier

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Dem 25 jährigen Ich – Erzähler Thomas Dupré, Gitarrist und Schreiberling, mit wenig lukrativen Einkommen, bietet sich der super Deal. Für eine Million Dollar soll er Beweise liefern, dass die legendärste Gitarre aller Zeiten, die Gibson Moderne, je existiert hat. Diese große Herausforderung reizt Thomas über die Maßen und er nimmt dieses Angebot abenteuerlustig an. Ein gewisser Lord Winsley, ein exklusiver Gitarrenliebhaber mit mysteriösem Touch, ist sein Auftraggeber.

>Und nur keine Bange, lassen Sie sie erzittern. Diese Gitarre ist ein reinrassiger Araber, die kauft man nicht, um nur damit zu traben.< ( Seite 40 )

Thomas reist von Frankreich aus zuerst nach Australien, dann weiter nach Amerika, dort geht er verschieden Spuren nach. Kein leichtes Unterfangen, denn er trifft auf allerlei Musik – Freaks die nicht immer das Beste im Schilde führen. Doch Thomas ist regelrecht angefixt, Beweise für die Existenz der >Modernen< zuliefern und die Million zu kassieren.

Diesen Song den Grégoire Hervier in > Vintage < präsentiert , beinhaltet alles, was einen Hit wohl weislich ausmacht. Intro, Strophen, Bridge und Refrain, so hat er seine Kapitel alle unterteilt. Gemeinsam lassen sie uns den Blues, den Rock und eine Fülle von faszinierenden Tönen und Klängen vergangener Tage, huldvoll unsere Ohren und Musikseelen füllen. Herviers Stil ist charmant und amüsiert auf gar köstliche Weise. Seine Begeisterung zur Musik veranschaulicht er vortrefflich. Und dennoch muss ich hier eine eigene Befindlichkeit einfließen lassen. Auf der Seite 50 sind folgende Zeilen zu finden. <1976 wurde die Explorer neu aufgelegt, und zwei Jahre später entdeckte der Gitarrist von U2 sie für sich.< Der weltbeste Gitarrist The Edge wird namentlich nicht erwähnt! Ich fasse es nicht! Alle möglichen Musiker oder Persönlichkeiten sind benannt wie z.B Eric Clapton, Bill Gibbons, Neil Young, Van Halen, die Rolling Stones u.v.a. Doch nicht The Edge, das schmerzt mich schon. Jedoch möchte ich dieses Buch sehr gerne allen empfehlen, die den Blues in sich tragen und denjenigen deren Interesse, so hoffe ich, geweckt habe.

Diogenes Verlag / ISBN: 9783257244502 / 389 Seiten

Grégoire Hervier, geboren 1977 in Villeneuve-Saint-Georges, hat eine Schwäche für Rockmusik, Science-Fiction-Filme und Karate. ›Vintage‹, in dem Fakten in eine raffinierte Erzählung hineinverwoben sind, ist sein dritter Roman. ( Quelle Diogenes Verlag )

> Die Weite fühlen < von Pia Solèr

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Aufzeichnungen einer Hirtin

Pia Solèr ist Hirtin im schweizerischen Graubünden. Sie verbringt ihre Sommer fernab jeglicher Zivilisation, in zweitausend Metern Höhe. In dieser Natur sind ihre Tiere, die Schafe und Hunde ihre engsten Begleiter. Fern von der Hektik des normalen Alltags, sucht und findet sie Ruhe. Ihre Ruhe. Diese verhilft ihr zu einer inneren Stärke.

>Aber auch hier braucht es Stärke, um mit allem fertig zu werden. Der größte Feind, liegt in einem selber.Ihn oder den Feind in sich kann man nähren. Die Auseinandersetzung mit sich selber ist unumgänglich. In der Stadt oder im Dorf kann man davor besser flüchten und sich ablenken. Man kann sich faul berieseln lassen. < ( Seite 18 )

Die Natur beschenkt mit ihrer Schönheit, doch birgt sie auch Gefahren mit sich. Wie zum Beispiel ein plötzlicher Steinschlag. Selbst wenn dieser Weg schon zig Male beschritten wurde, kann sich aus heiterem Himmel ein Stein lösen. Dann kann nur noch der Schutzengel helfen.

> Die Kleidung muss funktionell sein. Wasserdicht, wenn es warm ist, leicht. Das wichtigste sind aber gute Schuhe, Stecken und Feldstecher. Der Hirte muss nur sich selber und den Tieren gefallen, und die legen keinen Wert auf Mode und den letzten Schrei. Wenn der Hirte gut zu den Tieren ist, ist das Tier gut zum Hirten.< ( Seite 63 )

Die Aufzeichnungen von Pia Solèr sind in einem natürlichen Strauß voller poetischen, leicht verständlicher Weisheiten gebunden. Die Hirtin ist der Hektik entflohen und lässt sich in der vollkommenen Stille dahin gleiten. Sie hat Achtung und Wertschätzung den Tieren und der Natur gegenüber. Wenn jeder Mensch, auch nur einen Hauch von Pia Solèrs Philosophie in sich tragen würde…..nicht auszudenken diese Fülle an Freude, die einem zuteilwerden könnte! > Die Weite fühlen < ist ein sanftes Buch für Zwischendurch, um der Betriebsamkeit zu entfliehen. Leseempfehlung!

Diana Verlag / ISBN: 9783453357235 / 121 Seiten

Pia Solèr ist eine Schweizer Schriftstellerin. Geboren 1971.

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