Folgendes darf erwartet werden :

– Literatur : gerne Querbeet und durch viele Genres. Diese unglaubliche Fülle, in der Welt der Bücher, bereichert uns enorm. Wir tauchen ab –  in ferne Länder –  in unterschiedliche Persönlichkeiten – in die skurillsten Geschichten und werden beschenkt mit – großartigen Gefühlen –  immenser Spannung – unbändiger Freude – und innigster Trauer. Ein Leben könnte sich nicht ausgewogener präsentieren!

Meine hier aufgeführten Rezesionen halte ich kurz und knackig. Ich kritisiere nicht im herkömmlichen Sinn, dazu habe ich zu viel Achtung vor Autor* und Werk.  Eine kurze Einschätzung dazu, so sollte es passen !

– QueenBee : Kreatives , handmade

Sabine Maria Sonnenberg : Es entsteht ein Buch mit dem Arbeitstitel> Die Zeit des entliebens < der Plot besteht aus einer zerstörerischen Liebe, die in den seelischen Abgrund führt und der beharrliche  Weg wieder empor zu steigen.

> Die Unvollendete < von Kate Atkinson

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Wir schreiben das Jahr 1910, in einer unheilvollen Winternacht verstirbt Ursula Todd bei ihrer Geburt und wird in derselben Nacht wieder geboren. Dies wird sich durch ihr ganzes Dasein ziehen. Der plötzliche Tod und die überraschende Wiederauferstehung. Diese höchst ungewöhnliche Gabe vermag es Ursula, folgenschwere Erlebnisse wesentlich zu verändern. Mit jedem neuen Leben, ist die Chance einer Verbesserung der Lage gegeben. Doch, kann sie auch genutzt werden?

Das kleine Herz. Ein hilfloses kleines Herz, das verzweifelt schlug. Plötzlich aufgab wie ein Vogel, der vom Himmel fällt. Ein einziger Schuss. Es wurde dunkel.

Ursula Todd wird als drittes Kind ihrer Mutter Sylvie und ihres Vaters Hugh geboren. Maurice, ihr ältester Bruder ist ein Sonderling, der sich im weiteren Leben nicht gerade als Sympathieträger erweist. Ihre Schwester Pamela ist ihre Vertraute. Sylvie schenkt zwei weiteren Kindern das Leben, Teddy und Jimmy. Die Familie bewohnt das idyllisch anmutende Anwesen Fox Corner. Ursula scheint die Gabe der Hellsichtigkeit zu besitzen, dies macht ihr und ihren Eltern zu schaffen.

>Ich weiß, dass sie merkwürdigsten Dinge sagt, aber ein Psychiater?< sagte Hugh zu Sylvie. Er runzelte die Stirn. > Sie ist noch so klein. Sie ist nicht defekt.< > Natürlich nicht. Sie muss nur ein wenig ausgebessert werden.<

Ursula Todd durchlebt mehr Leben als jede Katze und macht > Und täglich grüßt das Murmeltier< alle Ehre. Immer wieder ist es ihr gegeben, die Ruder ihres in Seenot geratenen Lebensschiffes herumzureißen. Ob im britischen Rettungstrupp des Zweiten Weltkrieges, oder mit ihren bunt gemischten Affären, Ursula hat die Chance, entscheidente Ereignisse und weitreichende Schicksale, etwas zu verändern.

Mit die Unvollendete hat Kate Atkinson wiederholt bewiesen was für eine großartige Erzählerin sie ist. Sehr phantasievoll beschreibt sie Ursula Todds Leben und versäumt es nicht bei aller Tragik und Katastrophen immer wieder eine gut abgewogene Prise ihres herrlichen britischen Humors mit einfließen zu lassen. Kate Atkinsons Schreibstil ist sehr flüssig und ohne Tadel. Der einzige Wermutstropfen bei > Die Unvollendete < sei angemerkt. Bei den Passagen mit Eva Braun und Hitler verkrampften sich mir immer wieder die Bauchmuskeln, so unangenehm empfand ich diese Episode in Ursulas Leben. Jedoch sind das meine Befindlichkeiten. Auch dieses Buch von Kate Atkinson kann ich empfehlen, schon allein der ausgeklügelten Idee wegen und ihres charmanten Humors. I like this !

Herzlichen Dank dem https://www.droemer-knaur.de/home für dieses Rezensionsexempar! ISBN: 9783426304310 / 582 Seiten

Kate Atkinson wurde bereits für ihren ersten Roman »Familienalbum« mit dem renommierten Whitbread Book of the Year Award ausgezeichnet. Mittlerweile ist jedes ihrer Bücher ein internationaler Millionenerfolg. Für »Das vergessene Kind« erhielt sie den Deutschen Krimi Preis 2012 und für »Die Unvollendete« sowie »Glorreiche Zeiten« den Costa Novel Award. Kate Atkinson lebt in Edinburgh und gilt als eine der wichtigsten britischen Autorinnen der Gegenwart.

Weitere Bücher von Kate Atkinson:

https://tausendléxi.de/deckname-flamingo-von-kate-atkinson

https://tausendléxi.de/die-vierte-schwester-von-kate-atkinson

> Die vierte Schwester < von Kate Atkinson

Unbezahlte Werbung

Die dreijährige Olivia Land verschwindet in einer heißen Sommernacht spurlos. Sie war der Sonnenschein von allen, von ihrer überforderten Mutter, ihrem gefühllosen Vater und ihren drei älteren Schwestern, Sylvia, Amelia und Julia. Olivia wird nie gefunden. Doch dann nach dreißig Jahren, taucht das Lieblingsspielzeug von Olivia plötzlich auf. Amelia und Julia finden es in der Schreibtischschublade ihres verstorbenen Vaters. Nun wollen beide Gewissheit. Was ist in jener Nacht passiert, wo ist Olivia? Gemeinsam engagieren sie den ehemaligen Polizist und jetzigen Privatdetektiv Jackson.

Doch Jackson hat nicht nur einen Fall aufzuklären. Der Anwalt Theo Wyre nimmt Kontakt zu ihm auf. Er will den Mörder seiner Tochter Laura finden. Die Polizei konnte Theo nicht wirklich weiter helfen.

Michelle erfüllt ihre Mutterpflichten ohne wirkliche Liebe zu ihrem Baby Tanja. Sie ist schlichtweg überfordert mit Kind und ihrem Partner Keith. Doch diese schicksalhafte Situation hat einen hohen Preis. Keith wird zum Opfer.

Drei Familientragödien und Jackson soll die Wahrheiten ans Tageslicht bringen. Doch seine Spurensuche gestaltet sich nicht ungefährlich. Er wird überfallen und tätlich angegriffen. Wer hat hier etwas zu verheimlichen und will ihn aufhalten? Wer immer es auch sei, er hat die Rechnung ohne Jackson gemacht.

Kate Jackson hat hier einen Ermittler kreiert, der mit all seinen Ecken und Kanten, auf charmante Weise ins Licht gerückt wird. Überhaupt sind alle Mitwirkenden ins Detail coloriert, so empfindet man sich selbst als mitten drin. Der Plot ist sehr kurzweilig, interessant und spannend. Und hier mal am Rande bemerkt, Chapeau Kate Atkinson, sie verfügt über eine sehr gute Kombinationsgabe, schafft verschiedene Handlungsstränge abwechslungsreich zu vermischen und dies mit einer guten Prise an britischem Humor. Es ist nun nicht, salopp ausgedrückt der Ober – Burner, doch verschafft Kate Atkinson eine sehr gute Unterhaltung. Leseempfehlung!

3,5 von 5

Droemer Verlag / ISBN: 978-3426195505 / 395 Seiten

Kate Atkinson, ist eine britische Schriftstellerin. Atkinson studierte Englische Literatur und Amerikanistik an der Universität Dundee, arbeitete im Anschluss in verschiedenen Berufen, so als Anwaltssekretärin und Lehrerin, bis sie schließlich Mitte der 1980er-Jahre mit dem Schreiben anfing und mit ersten Erzählungen, vor allem mit dem Roman Familienalbum sofort Erfolg hatte. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in Edinburgh.

( anderes Cover )

> Ich spüre was, was du nicht spürst < von Anna Heintze

Unbezahlte Werbung

Wie eine Prinzessin auf der Erbse.“ – das hören hochsensible Menschen oft. Das Umfeld nimmt sie als schwierig, gar exentrisch, wahr und sie selbst leiden oft an ihrer Besonderheit. Tatsächlich liegt in der Hochsensibilität ein großes Geschenk verborgen, das es nur auszupacken gilt.

– so der Klappentext –

Anne Heintze, hat sich hier einem sehr interessanten Thema angenommen und es auf liebevolle Art und Weise gestaltet. Wer davon sozusagen betroffen ist, sich jedoch mit dieser Thematik noch nicht näher auseinader gesetzt hat, ist hier mit kurzweiligen Erklärungen und alltagstauglichen Tipps sehr gut aufgehoben. Hochsensibilität ist eine Veranlagung, die, wenn man sie realisiert hat, postiv zur Stärkung der eigenen Wahrnehmung führen kann. Anne Heintze hat in ihrem Buch wertvolle Informationen zu bewegenden Fragen aufgezeigt. Sie stärkt mit einfachen Übungen die immense Empfindsamkeit von Hochsensiblen. Dieser, nennen wir es Ratgeber, ist sehr sorgsam und gefühlvoll ausgestattet. Aber nicht nur für Hochsensible sind die Übungen durchaus geeignet, denn sie bringen den Körper und den Geist zur Ruhe. Das ist für jede Art von Mensch sehr hilfreich. Sehr kreative Aufmachung, die sich als Geschenk oder Mitbringsel sehr gut eignet!

GU / ISBN: 9783833841323 / 126 Seiten

< Herr Rudolf <

Als ich die Bürotüre öffne und in den Flur trete, steht Herr Rudolf dort und lächelt mich hoffnungsvoll an. Er steht mit den Händen an seinen Rollatorgriffen haltend da und versucht die Balance zu halten. Herr Rudolf hat Parkinson, er nimmt an den Gruppenaktivitäten nicht teil, er schämt sich. Die anderen Bewohner haben ihn ausgelacht und kritisiert, da er sehr zeitverzögert auf Fragen antworten kann. Jedoch sind seine Antworten stets intelligent und mit einer Brise Schalk gewürzt. Herr Rudolf bekommt Einzelbetreuung, zu zweit gehen wir auf die Dachterasse oder verweilen am großen Panoramafenster und plaudern. Herr Rudolf war beruflich erfolgreich und hat viel gemalt. Das gehört schon lange der Vergangenheit an.
Nun steht er vor mir, mit einem Lächeln und blickt dann auf das liegende Telefon auf seinem Rollator.
The same procedure as every time…….wir verstehen uns ohne Worte. Ich blicke auf meine Uhr, 17 Uhr ist es, gut dann könnte seine Tochter Susanne schon zu Hause sein.
Ich bitte ihn auf der Bank platz zu nehmen und wähle die Nummer an, beim Freizeichen reiche ich das Telefon an Herrn Rudolf weiter und entferne mich diskret. Ich höre ihn reden : “ Ja hier ist Papa………..“

< Karl <

Ich besuche Karl, einmal die Woche für zwei Stunden, in meiner Tätigkeit als Hospizbegleitung. Karl und ich, wir haben uns gleich sehr gut verstanden. In den zwei Stunden entlaste ich seine Frau Gerda, sie geht dann ins Hallenbad schwimmen. Karl und Gerda waren schon immer ein sehr reges und sportliches Paar. Schwimmen, wandern, walken und gerne auf Reisen. Das kann Karl seit fast 3 Jahren nicht mehr, er ist sehr schwer Herzkrank, alles strengt ihn immens an. Damit hadert er jetzt, dass er nicht mehr so kann wie er möchte, mit seinen fast 80 Jahren. Großgewachsen und ausgezehrt sitzt er neben mir in seinem Rollstuhl. Das Wohnzimmer scheint auf Anschlag beheizt. Doch Karl friert noch trotz der Decke über seinen Beinen. Er bittet mich den Heizlüfter zusätzlich einzuschalten, mir rollen die Schweißperlen den Nacken herunter. Karl sieht gerne fern, der Ton ist laut damit er auch etwas verstehen kann. Mittendrin unterhalten wir uns über sein Lieblingsthema: Autos. Er erzählt von seiner Lehrzeit, von seinen Fahrzeugen und seiner Leidenschaft, das Motorrad fahren. Bei seinen Erzählungen entstehen häufiger Lücken weil ihm die passenden Worte nicht einfallen möchten. Er entschuldigt sich oft. Ich erkläre ihm, das es keine Eile hätte, ich habe Zeit für ihn. Er stützt seinen Ellenbogen auf die Rollstuhllehne und neigt den Kopf auf seinen erhobenen Handrücken, er scheint zu überlegen. Nach ein paar Minuten, hebt er den Kopf und fragt > Ist das bei euch auch so?< ich warte auf eine weitere Ausführung. Karl nochmals > Ist das bei euch auch so ?> > Was genau < frage ich nach. > Ist das bei euch auch so, dass der Auspuff hinten ist < Ich gebe zu, ich bin im ersten Moment recht verblüfft über diese Frage. > Ja Karl, bei unserem Auto ist das auch so < Karl strahlt mich an. Ich mag ihn.

> Anna <

Ich klopfe drei Mal an die Zimmertüre von Anna B., sie wird mir nicht antworten, denn Anna B. redet kaum noch. Mal ein > Heija < oder ein > Jaja < mehr spricht sie nicht mehr. Anna B. ist 88 Jahre und lebt seit 8 Jahren in einem Altenpflegeheim. Die Demenz hat sie so sehr in Besitz genommen, dass ich sie an manchen Tagen nicht erreichen kann. Sie reagiert auf kein Wort, selbst die Geheimwaffe Musik besitzt dann keinerlei Wirkung. Ich trete in das Zimmer, ein Geruch von Urin fliegt mir entgegen. Leichte Übelkeit keimt bei mir hoch. Ich begrüße laut Anna B. und erkläre ihr, dass ich das Fenster kurz kippe. Sie antwortet mit > Jaja <. Das ist ein gutes Zeichen. Ich stelle mich wieder einmal mit Namen vor und nenne ihr den Wochentag und das Datum. Anna B. grinst und lacht, ihre Augen strahlen. Da muss man einfach mitlachen. Ihr Blick richtet sich geradeaus. Ein Familienbild, hängt in DinA 3 Größe, gerahmt an der Wand. Ich schaue mit und erwähne lobend und positiv die große Familie die sie hat. Auf dem Bild sind 14 Familienmitglieder zu sehen, Erwachsene und Kinder. Die Aufnahme dürfte schon ein paar Jahre alt sein. Zwei der Personen vom Bild habe ich selbst zwei – dreimal gesehen, die anderen sind mir gänzlich unbekannt.Ich stimme > Die Gedanken sind frei < an, Anna B. fängt zu lachen an und dreht den Kopf zu mir. Sie summt eine Melodie, ihre Melodie. Die Freude hat sie in Besitz genommen und wir beide machen einfach so weiter. Heute ist ein guter Tag, wir machen gemeinsam Musik.

> Ruth <

Ruth erzählt von ihrem Leben, sie ist 93, sie mag nicht mehr. Hadert mit dem Rollstuhl, sie kann nicht mehr gut gehen, jeder Schritt schmerzt sie ungemein. Mit 30 Jahren stürzte sie vom Kirschbaum, ein Ast brach vom Baum und sie sich die Ferse. Im Laufe ihres Lebens kamen Herzbeschwerden dazu, dies führte, dass sie mit 83 eine neue Herzklappe bekam. > Ich hoffte inständig, das ich nach der Operation nicht mehr aufwache.“
Auf meinen Einwand, wie wertvoll das Leben und das es doch enorm sei, ein so stattliches Alter zu erreichen, winkt sie ab. Nein, so schön war ihr Leben nicht. Der Krieg und die Entbehrungen. Die Nachbarn in ihrem kleinen Dorf, die mißgünstig und nationaltreu waren. Ihre Ehe die Kinder – und Lieblos blieb. Die immens viele und mühselige Arbeit auf dem elterlichen Hof, den sie dann später übernahm. Ruth kämpft mit den Tränen, sie mag nicht mehr. Das Leben hat ihr nicht gut mitgespielt. Ich versuche sie auf schöne Ereignisse und Momente zu lenken. Sie scheint sie verdrängt zu haben. Nun sitze sie in einem Altersheim, am liebsten in ihrem Zimmer, denn in den gemeinschaflichen Räumen hält sie es nicht aus. Zuviel Demente. Ihr verstorbener Mann war dement, Ruth hat ihn lange betreut und gepflegt. Sie kann diese Menschen hier und diese Erinnerung nicht ertragen. Ihr Haus mit Anwesen soll nun verkauft werden. Ihre Nichten und Neffen wollen es nicht. Zu weit weg vom Schuß. Ruth hat trotz ihrer harten Worte einen freundlichen Blick. Ihre Augen wirken verschmitzt. Sie liest jeden Tag die komplette Tageszeitung und ist politisch bestens informiert. Sie kann sich nicht mehr selbst versorgen, darum ist sie hier. Ihre Hoffnung auf eine Kurzzeitpflege wurde ihr genommen. Auf meine Frage ob ich sie ab und an besuchen dürfe, verändern sich ihre Augen, freundlich und geradezu leuchtend. Oh ja, antwortet Ruth, da würde sie sich sehr freuen. Sie mag gute Unterhaltung, auch wenn sie heute fast nur geredet hat, bemerkt sie fast entschuldigend. Zum Abschied drücken wir uns die Hand und lächeln uns an. Auf bald Ruth !

> Herzstücke <

Ich möchte mit der Seite > Vergißmeinnicht < der vergessenen Generation, das bedeutet Menschen, die vor und um 1940 geboren sind, eine Stimme geben. Hier gebe ich Geschichten und Erzählungen dieser Generation weiter. Die Namen sind frei erfunden !

> ANNA < von Erika Pluhar

Unbezahlte Werbung

Gezeugt wurde sie in einem Schloß, das war ein sehr verheißungsvoller Start ins Leben. Anna wird als Tochter von Erika Pluhar, einer Schauspielerin und des Unternehmers Udo Proksch geboren. Ihre Kindheit verläuft alles andere als majestätisch. Der Vater ist äußerst exzentrisch und kaum anwesend, die Mutter schlüpft von einer Rolle in eine andere. Die meiste Zeit verbringt Anna mit lieblosen Kinderfrauen oder mit ihren sorgsamen Großeltern. Doch die Eltern selbst sind alles andere als fürsorglich. Gut, die Mutter schon in irgendeiner Weise, jedoch gibt sie Anna immer wieder in die Obhut von anderen Menschen. Dabei sehnt sich die kleine Anna nach der Liebe und Fürsorge ihrer Mutter. Die Mutter, die immer bekannter wird, die Mutter, die es zwar schafft sich von ihrem alkoholsüchtigen und gewalttätigen Mann zu trennen, andererseits sich gleich wieder in eine neue Liebschaft stürzt. Nämlich in die mit dem Künstler Andre Heller. Anna wird immer mehr von Asthmaanfällen heimgesucht, doch alle Menschen in ihrem näheren Umfeld sind gut instruiert, um dem Kind immer wieder Erleichterung zu verschaffen. Einige Zeit verbringt sie in einem schweizer Sanatorium, die mit < dem Onkel< wie das Asthma in Annas Familienkreis genannt wird, gut um zu gehen wissen. Die Kindheit erlebt Anna, ohne die große Nähe ihrer Eltern und mit schlimmen Asthmaanfällen.

Erika Pluhar erzählt von ihrer Tochter Anna, die 1961 geboren wurde. In einem lakonisch anmutenden Stil zeigt sie die Kindheit ihres einzigen Kindes auf. Kein Wort der Reue ist hier zu spüren, eher sehr nüchtern gibt sie vergangenes preis. Das Buch beinhaltet auch keine Abrechnung mit Annas Vater oder gar mit sich selbst. Nein, sie schreibt die Worte zwar berührend, doch keines Wegs anklagend.

Wir lesen nicht, dass der Vater von Anna, Udo Proksch, Netzwerker, Designer und Massenmörder war. Der als vermeintlicher Drahtzieher des Falls Lucano, 1992 wegen sechsfachen Mordes verurteilt und bis zu seinem Lebensende inhaftiert war.

Wir lesen nicht, dass Anna Proksch, 1999 an einem Asthmaanfall erstickte.

Wir lesen um Annas willen, deren Leben keines der leichten Sorte war………………………….

3,5 von 4

Residenzverlag / ISBN: 9783701717019 / 244 Seiten

Erika Pluhar, wurde 1939 geboren. Nach   Abschluß   des   Gymnasiums   und   der   Schauspielschule   „Max-Reinhardt-Seminar“   wurde   sie   an das   Wiener   Burgtheater   engagiert,   und   war   dort   vier   Jahrzehnte   lang   als   Protagonistin   erfolgreich tätig.   Auch   durch   Film   und   Fernsehen   machte   sie   sich   im   gesamten   deutschsprachigen   Raum   einen Namen. 40-jährig   begann   sie   musikalisch   zu   arbeiten,   wurde   Interpretin   ihrer   eigenen   Lieder,   und   gleichzeitig entstanden regelmäßig Bücher, die sie veröffentlichte. 60-jährig   zog   sie   sich   aus   dem   Beruf   der   reinen   Schauspielerei   völlig   zurück.   Sie   arbeitete   filmisch (Buch,   Regie,   Produktion),   produzierte   in   Eigenregie   ihre   Tonträger,   ging   –   und   geht   –   mit   Konzerten und    Lesungen,    stets    konsequent    die    eigenen    Inhalte    vertretend,    weiterhin    vor    Publikum.    Als Schriftstellerin    gab    und    gibt    sie    Bücher    heraus,    die    auch    gekauft    werden    und    ihr    eine    treue Leserschaft   gesichert   haben,   derer   sich   ihr   Verlag   erfreut.   Seit   längerem   ist   es   der   Residenz-Verlag   – zuletzt    erschienen:    „Die    öffentlicher    Frau“,    2013,    und    „Gegenüber“,    2016.    Meist    werden    die Hardcover-Herausgaben von Suhrkamp-Insel als Taschenbuch übernommen. ( Quelle: http://www.erikapluhar.net/biografie.htm

> Die Frau im Musée d´Orsay von David Foenkinos <

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

>Das Herz trifft manchmal grundlose Entscheidungen.<

Plötzlich und unerwartet kündigt der Professor Antoine Duris an der Hochschule der >Schönen Künste< in Lyon. Er zieht von heute auf morgen nach Paris. Sein näheres Umfeld ist erstaunt und kann sich keinen Reim darauf machen, wieso dieser beliebte Professor, ohne für sie alle ersichtlichen Grund, das Weite sucht.

In Paris angekommen bemüht sich Antoine um einen Job als Wärter im Musée d´Orsay. Die Personalchefin Mathilde, stellt ihn trotz seiner Überqualifizierung ein. Von nun an betrachtet er während seiner Arbeitszeit ein Porträt von Jeanne Hébuterne, ihre Schönheit, ihr Anblick scheinen Antoine gut zu tun.

<Ich mochte die Malerei, ich weiß nicht, warum. Ich bin gern ins Museum gegangen, so wie Sie. Die Jugend war für mich eine schwierige Zeit. Da war das Museum ein Ort, an dem ich Trost fand.< >Ja, stimmt, Schönheit hat etwas hat etwas tröstliches……………..< sagte Camille ernst. Sie hielten einen Augenblick inne, vielleicht würde ja aus der Stille ein Gedanke entstehen.

Antoines Schwester Eléonore, macht sich große Sorgen um ihren Bruder. Er wurde erst kürzlich von seiner langjährigen Freundin verlassen. Ist dies der Grund seiner unverständlichen Kurzschlussreaktion? Ist Antonie in eine Depression versunken? Sie bemüht sich ihren Bruder ausfindig zu machen und erhofft sich so Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen. Doch Antione gibt sich bedeckt und verschließt sein Seelenleben in der Tiefe seines Herzens.

Mathilde und Antoine nähern sich an, sie gehen gemeinsam aus und führen sehr behutsame Gespräche des kennen lernens. Gelingt es Mathilde den verschlossenen Antoine zu öffnen?

David Foenkinos hat mich schon mit seinem Buch > Charlotte< überzeugen können. Nun hier, mit > Die Frau im Musée d´Orsay < ist ihm wiederholt eine faszinierende Story gelungen, die vom Stil her, teilweise etwas lakonisch anmutet, doch durch scheinbar sehr gezielte Sätze eine sehr reizvolle Stimmung vermitteln. Diese homogene Mischung lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Auf der Suche nach dem warum, dem Auslöser von Antoines Ausbruch aus seinem Leben in Lyon, erfolgt die Entlohnung, eine Geschichte die interessant und magnetisch nachhallt. Große Leseempfehlung!

4,5 von 5

Penguin Verlag / ISBN: 9783328600862 / 235 Seiten

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft und wurde auch in Deutschland zum Bestseller. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und kommt 2019 in die Kinos.