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Literatur & Zeitgeschehen

> Das Versprechen < von Friedrich Dürrenmatt

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Dürrenmatts Klassiker behandelt ein Thema von trauriger Aktualität: Sexualverbrechen an Kindern. Die Erstausgabe erschien 1958.

Ein Verfasser von Kriminalromanen, der Ich – Erzähler, trifft bei einem Vortrag, den ehemaligen Chef der Kantonspolizei von Zürich. Dieser ehemalige Chef DR.H. kritisiert die Autoren von Krimis auf das Schärfste. Denn nicht alle Täter erhalten ihre gerechte Strafe. Und so geschieht es, dass Dr. H dem Krimiautor den Fall der kleinen Gritli erzählt.

Gritli wurde im Wald tot aufgefunden. Der damalige Kommissar Matthäi, einer der fähigsten Ermittler, überbringt den Eltern diese schmerzhafte Nachricht. Matthäi verspricht der Mutter von Gritli den Mörder zu fassen und seiner gerechten Strafe zuzuführen. Ein Versprechen, dass zu einer Obsession wird. Der Hausierer Gunter, der den Leichnam fand und meldetet, gilt im Dorf und unter den Kollegen von Kommissar Matthäi sofort als verdächtig. Doch es kommt alles ganz anders und die Wahrheit lässt viele Jahre auf sich warten.

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> Ich bringe den Tod < von Jutta Maria Herrmann

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Dieser sechste Psychothriller von der Autorin Jutta Maria Herrmann hat es in sich! By the way, die fünf Vorgänger möchte ich ebenfalls empfehlen!

Inhalt: Es gibt Dinge, die für immer im Verborgenen bleiben sollten.
Ist mein Vater ein Mörder? Die Antwort darauf hat Ninas Mutter mit ins Grab genommen, doch Nina kann mit dieser Ungewissheit nicht leben. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und findet sich plötzlich in einem Albtraum wieder, aus dem es kein Entkommen gibt.

Zur gleichen Zeit macht Simon Jagd auf einen grausamen Mörder, auf dessen Liste er selbst ganz oben steht. Er glaubt, ihn zu kennen – ein Irrtum, für den er teuer bezahlen muss. Und nicht nur er …

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> Das perfekte Grau < von Salih Jamal

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Nun ist das dritte Buch des Autors Salih Jamal erschienen. Dieser besagte Roman nimmt uns mit auf eine gar abenteuerliche Reise. Eine Reise zu einer Fülle von Erkenntnissen.

Vier unterschiedliche Menschen, zwei Frauen und zwei Männer, begegnen sich eher zufällig in einem Hotel am Meer. Die vier sind in diesem Hotel angestellt und nähern sich behutsam an.

Der Ich – Erzähler Dante, ist einer der Vieren und coloriert die unberechenbare Novelle, die geheimnisvolle Mimi und den geflüchteten Rofu. Diese ungewöhnliche Konstellation von Persönlichkeiten, findet zusammen und macht sich auf eine Odyssee, die alle verändert. Sie werden konfrontiert mit Verdrängung, Reflektion und Moral, um nur einige zu nennen.

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> Die Drehung der Schraube < von Henry James

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Was für ein Buch! Eine Gespenstergeschichte, so schön schaurig und Geheimnisumwoben. Und in einer Art und Weise erzählt, dass der Spannungsbogen zum Bersten gespannt ist.

An einem Weihnachtsabend sitzen eine Runde herrschaftlicher Personen am Kamin zusammen. Ein gewisser Douglas erwähnt eine Gespenstergeschichte und die Anwesenden sind gleich Feuer und Flamme, so lässt er sich die Aufzeichnungen einer Gouvernante bringen. Und er beginnt unter den gespannten Augen seiner Zuhörer- und innen und unter dem atmosphärischen knistern des Feuers mit folgender Geschichte:

Eine junge Gouvernante tritt ihre Stellung in einem gar stattlichen Hause an. Ihr Arbeitgeber, der dort nicht wohnhaft ist, hat sie angestellt um der Erziehung der elternlosen Kinder Flora und Miles, willen. Er selbst möchte mit den Kindern seines verstorbenen Bruders und deren belange nicht behelligt werden. Die junge Frau ist begeistert von den engelsgleichen Kindern. Sie sind das Hübscheste was sie je sah, beider Benehmen ist tadellos und die Gouvernante ist außerordentlich verzückt. Doch diese Idylle wird nach geraumer Zeit getrübt, denn mysteriöse Dinge geschehen. Die Geister der jung verstorbenen Vorgängerin und des Butlers Quinn geistern immer wieder durch Haus und Gegend.

Nun setzt die Gouvernante alles in Bewegung, um ihre Schützlinge zu behüten, jedoch spitzt sich die düstere Lage immer mehr zu. Unheimliche Ereignisse geschehen und die Beschützerin der Kinder wird über die Maßen gefordert. Doch der Preis dafür ist sehr hoch.

Diese Novelle von Henry James ist voller Eleganz und subtiler Spannung. Diese Spannung wird vor allem durch das nicht gesagte erzeugt. Magisch! Mag sein, dass die Novelle etwas wankelmütig auftritt, doch dies scheint durchaus so gewollt. Ich bin sehr beglückt mich aus meiner Komfortzone heraus begeben zu haben, denn dieses Buch ist und war es allemal wert. Große Leseempfehlung!

Sabine Krass

Das Cover ist in schwarz , mit ockerfarbenen, floralen Gebilden und einer Rückansicht einer vermeintlichen Frau gehalten.

  • Die Drehung der Schraube
  • Henry James
  • Gespenstergeschichte
  • Gatsby Verlag
  • ISBN: 978311270041
  • Übersetzt von Ingrid Rein

> Nebel < von Ragnar Jónasson

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Der letzte THRILLER der Hulda Trilogie von Ragnar Jónasson hat es ebenso wie seine zwei Vorgänger absolut in sich. Spannend und rasant erzählt. So geht Thriller!

Um was geht es genau? Die isländische Kommissarin Hulda Hermannsdóttir kehrt nach einem familiären, katastrophalen Weihnachtsfest an ihren Arbeitsplatz zurück. Ihr nächster Fall führt sie auf einen sehr abgelegenen Bauernhof, dort ist ein brutaler Doppelmord geschehen. Die Leichen wurden lange nicht bemerkt, denn über Weihnachten hielt ein Schneesturm die Gegend in Schach. Doch Hulda wird noch mit einem zurückliegenden Vermisstenfall konfrontiert, die junge Unnur scheint seit Monaten unauffindbar. Sie wollte sich zum Schreiben eine Auszeit gönnen, die Eltern hörten dann nichts mehr von ihrer Tochter. Die Suche blieb erfolglos. In all der Tragik, die Hulda zu bewältigen hat, spielt ihr eigenes Schicksal in dem dritten Teil der Rückwärts erzählten Trilogie, eine recht bewegte Rolle. Jedoch übt sie ihren Job überraschend energisch und souverän aus. Und ganz langsam fügen sich die Details zu einem großen ganzen zusammen, mit dem wohl keiner gerechnet hat.

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> Die Vögel < von Tarjei Vesaas

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Mit dieser letzten Empfehlung für das Jahr 2020, möchte ich gerne allen einen guten Rutsch in das Jahr 2021 wünschen. Über 2020 könnte man eine Vielzahl von Büchern sicher schreiben, ich denke sie werden es auch. Doch mit dem Roman > Die Vögel < von Tarjei Vesaas, darf ein besonderes Buch ein ebenso besonderes Jahr abschließen.

Der Sonderling Mattis lebt mit seiner älteren Schwester Hege allein im elterlichen Haus. Mattis ist in seiner eigenen Welt, er ist sehr naturverbunden, schweift immer wieder mit seinen Gedanken ab und trägt nicht wirklich zum gemeinsamen Lebensunterhalt bei. So behutsam es auch Helge versucht ihren Bruder zu motivieren, sind die Bemühungen von Mattis eher mit chronischer Unlust und vor allem seines Nichtverstandes geschuldet, dass Mattis immer wieder scheitert. Für ihn ist alles gut so, wie es ist. Er verbringt die Tage sehr gerne im Freien und ist ein sehr empfindsamer Beobachter. Seine Schwester verdient den gemeinsamen Lebensunterhalt durch das stricken von Jacken. Alles läuft gemächlich in den gewohnten Bahnen.

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> Alte Sorten < von Ewald Arenz

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Ein Roman über zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht konträrer sein könnten und doch, im Innersten, stark miteinander verbunden sind.

Die junge Sally, steht zwar kurz vor ihrem Abitur, nimmt aber reiß aus. Sie will ihre Ruhe. Vorschriften verabscheut sie und mit Druck kann sie nicht umgehen. Beim Durchwandern eines Weinberges lernt sie Liss kennen, die mit ihrem Traktor in Schwierigkeiten geraten ist. Gemeinsam kehren sie auf den Bauernhof von Liss zurück. Sally kann, nach dem Angebot von Liss, dort für eine Nacht bleiben. Aus der einen Nacht, werden derer viele. Beide der Frauen sind eher schweigsame Persönlichkeiten. Nur in gewissen Situationen reagieren sie explosionsmäßig. Die junge Sally meist mit keiner schöngeistigen Ausdrucksweise. Und jede von beiden trägt schwer an ihrer Last, die sie einander zuerst verschweigen. Doch gemeinsame Erlebnisse in der Natur lassen die beiden Frauen einander annähern. Fast scheint es, dass gerade die natürlichen Dinge, Sally und Liss ein gegenseitiges Vertrauen aufbauen lassen. Jedoch kommen Geschehnisse zutage, die keine für möglich gehalten hätte.

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> Der Schneesturm < von Vladimir Sorokin

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Ein Roman, der geradezu perfekt erscheint. Perfekt, in der Thematik und der Jahreszeit. Ein abenteuerliches Wintermärchen mit Parabel – anmutenden und grotesken Zügen. Doch hier zum Inhalt: Der Landarzt Doktor Platon Iljitsch Garin will so schnell als möglich zu dem Ort Dogolje reisen, denn dort herrscht eine rätselhafte Krankheit. Er hat vor, die Bewohner zu impfen. Doch es tobt ein kräftiger Schneesturm und keine der Postkutschen in diesem 19. Jahrhundert steht zur Verfügung. Der Doktor ist verzweifelt, er ist erpicht Menschenleben zu retten und eine Naturgewalt versucht dies zu vereiteln. Doch in dieser Verzweiflung bekommt er den Tipp, den Postkutscher Krächz zu fragen. Beide werden sich einig und los geht die wilde Fahrt durch Sturm – umwehte Landschaft Russlands. Doch nicht nur die Kälte und der tosende Schnee spielen den beiden übel mit. Nein, sie haben mit Pannen, verlockenden Zwischenstationen und der Moral zu kämpfen.

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> Schlaflose Nacht < von Margriet de Moor

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Und wieder begeistert Margriet de Moor mit ihrer virtuos, subtilen Erzählkunst. Die Ich – Erzählerin, eine Frau Mitte dreißig, leidet seit Jahren unter Schlafschwierigkeiten. So steht sie sehr oft des Nachts auf, geht in ihre Küche und backt Kuchen. Dieses kulinarische Ritual gehört zu ihrem Leben. Es gibt einen guten Grund, weshalb sie keinen Schlaf finden kann, doch der ist zu Beginn nicht ersichtlich. Und während sie in aller genüsslichen Ruhe ihre Zutaten verarbeitet, liegt ein Mann in ihrem Bett, der den Schlaf gefunden hat. Wohl wieder einer ihrer Bekanntschaften über eine Annonce. Ihre Fraulichkeit will sie genießen. Sie ist zwar eine Witwe seit über zehn Jahren, doch keine Nonne. Die Ehe hielt ganze vierzehn Monate, dann erschoss sich ihr Mann ohne ersichtlichen Grund im Gewächshaus des Anwesens. Die Frau bleibt nach dem Tod ihres Mannes, in dessen eigentlichem Elternhaus. Sie demontiert sich nicht, sondern versucht das Rätsel der Tat zu lösen. Tag für Tag, Jahr um Jahr.

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> Raunächte < von Urs Faes

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Bücher die nur wenige Seiten beinhalten, werden manchmal in ihrer Aussagekraft unterschätzt. In der Erzählung von Urs Faes > Raunächte < wird, auf gerade Mal zweiundachtzig Seiten, über eine Familiengeschichte berichtet. Ein Mann kehrt nach vielen Jahren im Ausland, von Krankheit gezeichnet, an seinen Heimatort im Schwarzwald zurück. Damals verließ er nach dem üblen Erbstreit den elterlichen Hof, seinen Bruder und Minna, die Frau die er liebte. Der Mann hat alles verloren. Im Zorn um diese Ungerechtigkeit verübt er eine abscheuliche Tat. Damit ist der Bruch besiegelt. Er geht.

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