Literatur - Lyrik - Prosa

Monat: Mai 2021

> Das eiserne Herz des Charlie Berg < von Sebastian Stuertz

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Für Charlie steht die Welt in den frühen1990 Jahren offen. Er steckt voller Tatendrang und möchte das pure Leben genießen. Geplant hat er, dass er zuerst einmal von zu Hause auszieht, um endlich einen Roman zu schreiben. Guter Plan! Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Als mit seinem Opa auf die Jagd geht, wird leider nicht nur der vermeintliche Hirsch getroffen, sondern auch der Opa. Charlie erweist sich als überaus erfinderisch und versucht die unglaubliche Misere zu vertuschen. Dies erzeugt Stress und Charlies Leben gerät immer weiter aus den Fugen. Seine heimliche Liebe und jetzige Brieffreundin Mayra verkündigt ihre baldige Heirat. Das Herz von Charlie läuft auf Hochtouren mit so manchem Ruckler.

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> Die Stille des Meeres < von Donal Ryan

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Eine kleine Stadt in Irland, drei Männer werden sich auf unfassbare Weise begegnen. Mit extremen Folgen.

Farouk ist ein syrischer Arzt der mit seiner Frau und seiner Tochter ein gutes Leben führt. Doch der Krieg steht vor seiner Tür und er beschließt mit seiner kleinen Familie sein Heimatland zu verlassen und irgendwo anders den Frieden und den Schutz zu suchen. Mit einem Schleuser wird der Fluchtplan geschmiedet. Und zuerst sieht auch alles vielversprechend aus, doch hat diese Flucht fatale Konsequenzen. Dann ist Farouk allein in Irland, sucht lange Zeit nach seiner Frau und Tochter. Immer wieder kommt er an das Meer und hofft auf ein Wunder.

Der junge Ire Lampy, ist ein ganz besonderer Zeitgenosse. Seine Mutter Florence liebt ihn sehr, doch verschweigt sie ihm vehement wer sein Vater ist. Sein Großvater Pops reißt gerne schmutzige Witze und ist wohl jenseits allen guten Benehmens. Alle drei wohnen gemeinsam in dem Haus, dass einmal Lampy sein Eigen nennen darf. Lampy hat einige Träume, die sich nicht so richtig realisieren lassen. Nach der Schule beginnt er als Aufsicht in einem Seniorenheim. Seine Unreife und seine aggressiven Emotionen kann er nicht vertuschen.

Und dann ist da noch John, ein Mann mit abscheulichem Benehmen. Ein Mann der immer wieder falsch Zeugnis redet, nur zu seinem Nutzen und um der anderen Schaden. Ein Mann der mit fünfundzwanzig heiratet und sich mit fünfundvierzig zum ersten Man verliebt.

Eine schicksalhafte Begegnung von Farouk, Lampy und John katapultiert zu einem phänomenalen Showdown. Explosiv und überaus berührend. Donal Ryan, hat seine Protagonisten sehr subtil herausgearbeitet. Sie wirken authentisch, verletzlich, tendenziell nervig und ziemlich abstoßend. Eine toxische Mischung. Drei ganz unterschiedliche Leben, die doch so unwahrscheinlich es auch erscheint, miteinander verknüpft sind. Ein wahrer Pageturner mit einer schwindelerregenden Geschwindigkeit! Große Leseempfehlung!

Sabine Krass

Das Cover zeigt eine Illustration von Leonard Weisgard mit dem Titel > Look at the moon.< In blau gehaltene Wellen mit einem Vollmond am Himmel.

  • Die Stille des Meeres
  • Donal Ryan
  • Roman
  • Diogenes Verlag
  • ISBN: 9783257071160
  • 274 Seiten

> Klaras NEIN < von Soazig Aaron

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Frankreich, Ende Juli 1945. Klara, eine aus Frankreich deportierte Deutsche, hat 29 Monate im Konzentrationslager Auschwitz verbracht. Sie ist eine der letzten heimkehrenden Überlebenden. Ihre Schwägerin Angelika nimmt sich Klara an und hält diese > neue Zeit < mit Klara in einem Tagebuch fest. Klara ist total abgemagert und ihr Wesen hat sich sehr verändert.

>Klara: Ich fühle mich schuldig für all die Toten. Vernünftiger Weise kehrt man aus der Hölle nicht zurück.< – Seite 42

Angelika versucht ihrer Schwägerin halt zu geben, ein kräftezehrendes Unterfangen. Denn Klara ist nicht mehr die junge Frau, die sie noch vor einigen Monaten war, ihre Seele ist qualvoll gestorben. Sie will ihre Tochter nicht sehen und sie auch nicht wiederhaben. Sie hat andere Pläne.

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> Erschlagt die Armen! < von Shumona Sinha

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Zuerst, dieser provokative und verstörende Titel entstammt einem Gedicht von Charles Baudelaire. Ein Bettler beschimpft den Almosengeber, der dann bereit ist mehr zu geben.

Eine junge Frau, die Ich-Erzählerin, selbst Migrantin, arbeitet als Dolmetscherin in einer Asylbehörde in Frankreich. Sie ist das Bindeglied zwischen dem Asylsuchenden und den Entscheidern. Jedoch haben die meisten der männlichen Bittsteller ein Problem mit einer dunkelhäutigen Frau die arbeitet. Der Stress ist vorprogrammiert. Doch was bringt die junge Frau dazu einem anderen dunkelhäutigen Migranten eine Weinflasche über den Kopf zu schlagen?

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> Das achte Kind < von Alem Grabovac

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Dieser autobiografisch anmutende Roman beginnt in den 1970ger Jahren mit Alems Mutter Smilja, die aus Kroatien nach Deutschland kommt. Sie findet alsbald eine Arbeitsstelle und den Erzeuger von Alem, Emir. Nach der Geburt von Alem kommt es zum Bruch von Smilja und Emir. Emir der sich vor allem durch Kleinkriminalität, üppigen Alkoholgenuss und ständige Frauengeschichten auszeichnet. Alems Mutter behauptet, Emir sei tot.

Schon sehr bald kommt Alem in eine deutsche Pflegefamilie. Marianne und Robert haben schon 7 eigene und Pflegekinder. Alem wird zu ihrem achten Kind. Alle vierzehn Tage, am Wochenende, kommt Alem heim zu seiner Mutter und zu ihrem neuen Gefährten Dušan. Dušan ist ein Choleriker, ein ständig alkoholisierter Mann mit schlagkräftigen Argumenten. Für Alem sind die Wochenenden die Hölle.

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> Geliebter Schmerz < von David Wonschewski

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Melancholien. Braucht man das? In der Form von David Wonschwskis Buch, sicher. Der Autor hat seine Erzählungen zum Bersten voll gepackt. Um was geht es?

In achtzehn Kurzgeschichten und Erzählungen, finden wir das pure, ungeschönte Leben. Die Wortakrobatik des Autors sucht seinesgleichen. Diese Geschichten kann man nicht einfach mal so runter lesen. Nein, sie sind geradezu prädestiniert in Ruhe diese Worte, Ereignisse, Schicksale in Häppchen angereicht zu werden. Die Worte treffen genau dort wo sie wohl hin sollen, in die Seele.

In >Sommerromanze<, mein absoluter Favorit, geht es um einen jungen Mann der eine junge Frau in einer Bibliothek kennenlernt. Die Frau ist sehr schüchtern und trägt einen unvorteilhaften, viel zu großen Pullover.

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> Mit der Reife wird man immer jünger < von Hermann Hesse

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Betrachtungen und Gedichte über das Alter.

Hermann Hesse gehört zu den Autoren, die das Glück hatten, alle Lebensstufen auf charakteristische Weise erfahren und darstellen zu können. Zu den schönsten dieser Schilderungen gehören seine Betrachtungen über das Alter, über die Lebensjahre, wo Wirklichkeit und Umwelt eine spielerische Surrealität gewinnen, wo die Erinnerung an die Vergangenheit im Verhältnis zur Gegenwart an Realität zunimmt. Diese Zeit des Übergangs reaktiviert als Ausgleich zu den wachsenden körperlichen Gebrechen »den Schatz an Bildern, die man nach seinem langen Leben im Gedächtnis trägt und denen man sich mit dem Schwinden der Aktivität mit ganz anderer Teilnahme zuwendet als je zuvor. Menschengestalten, die nicht mehr auf Erden sind, leben in uns weiter, leisten uns Gesellschaft und blicken uns aus lebenden Augen an. – Inhaltsangabe des Verlages.

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#showthreequotes – aus > Herztier < von Herta Müller

Wir lesen Bücher, wir beurteilen sie und legen sie ab. Das war es, schöne oder wenige schöne Gedanken an das gelesene Buch bleiben zurück. Doch was geschieht mit den vielen schönen Zitaten, der geschmeidigen Wortakrobatik, der kunstvoll geformten Buchstabengeflechte? Sie bleiben dann verschlossen und bald schon vergessen. Diesem eher bedrüblichen Umstand möchte ich mit #showthreequotes entgegentreten. Seid gespannt oder noch besser, macht mit!

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> Das Kind redet weiter. Beim Reden bleibt etwas auf der Zunge liegen. Das Kind denkt sich, es kann nur die Wahrheit sein, die sich auf die Zunge legt wie ein Kirschkern, der nicht in den Hals fallen will. Solange die Stimme beim Reden ins Ohr steigt, wartet sie auf die Wahrheit. Aber gleich nach dem Schweigen, denkt sich das Kind, ist alles gelogen, weil die Wahrheit in den Hals gefallen ist. Weil der Mund das Wort gegessen nicht gesagt hat.< – Seite 15

>Daß die Wolken am Himmel wie helle Kleider über der Stadt hingen. Daß die Räder der Straßenbahn staubten und die Wagen sich ziehen ließen und denselben Weg hatten wie ich. Daß die Fahrenden, kaum eingestiegen, sich ans Fenster setzten, als wären sie zu Hause. < – Seite 146

> Auch zu Kurt hatte ich gesagt: Halte dich an Tereza. Eine Freundschaft ist keine Jacke, die ich von dir erben kann, meinte er. Hineinschlüpfen kann ich. Von außen könnte sie passen, aber von innen hält sie nicht warm.< – Seite 241

  • Herztier
  • Herta Müller
  • Roman
  • ISBN: 9783596175376
  • 251 Seiten

> Wir Herrenmenschen < von Bartholomäus Grill

Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte

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Der Autor hat hier ein Buch aus Reportage und Analyse geschrieben. Es kommen die Einzelheiten der deutschen Kolonialgeschichte, wie sie sich in Afrika zugetragen hat deutlich zum Tragen. Das ist keine leichte Kost, denn es geht um abscheuliche Gräueltaten von Lothar von Trotha in Namibia und Jesko von Putkamer in Kamerun. Um nur einmal zwei Namen zu nennen.

Es ist für mich schwierig die richtigen, beziehungsweise überhaupt Worte zu finden, bei all der Unterdrückung und der Taten. Somit habe ich eine positive Stelle des Buches herausgesucht:

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> Mein Bruder < von Karin Smirnoff

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Schweden – Jana kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück. Zurück zu ihrem Zwillingsbruder Bror, dieser gibt sich der Trunksucht hin, nachdem er von seiner Liebe verlassen wurde. Jana findet ihren Bruder im verwahrlosten Elternhaus auf. Der Vater der beiden ist verstorben und die Mutter nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim. Der Plan Janas war Bror zu besuchen, doch einige Umstände bewegen sie dann doch zu bleiben.

>Mein Bruder war gekentert und brauchte Hilfe um sich wieder aufzurichten. Bestimmt aß er kaum was, sondern lebte von Kippen und Alkohol. Er war mager wie ein Almosenempfänger. < -Seite 22

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