Literatur & Zeitgeschehen

Autor: sabinekrass (Seite 2 von 44)

> Alice von Battenberg – Die Schwiegermutter der Quenn < von Karin Feuerstein-Praßer

Gleich vorweg, ein Buch, das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Dieses eher unkonventionelle Leben der Prinzessin Victoria Alice Elizabeth Julia Marie von Battenberg (25. Februar 1885 – 5. Dezember 1969) war von so vielen Schicksalsschlägen durchzogen, dass es nicht verwunderlich erscheint, wie sehr sich die Prinzessin in der Religion und der Spiritualität Halt suchte.

Inhalt: Im Alter von drei Jahren bemerkt man, dass die kleine Alice gehörlos ist. Das Kind lernt rasch von den Lippen abzulesen und eignet sich verschieden Sprachen an. Sie ist hübsch und folgsam. 1903 heiratet Alice den Prinzen Andreas von Griechenland. Das Paar lebt in Griechenland, schenkt vier Töchtern und dann dem ersehnten Sohn Prinz Philip das Leben. Die Monarchie geht in Griechenland ihrem Ende entgegen und Alice muss mit ihrer Familie bei einer Nacht und Nebelaktion das Land verlassen. Die Familie strandet in Paris. Alice ist immer wieder nervlich angeschlagen, verweilt häufiger in Sanatorien. Nicht immer freiwillig. Sigmund Freud diagnostiziert bei ihr eine >paranoide Schizophrenie<. Immer wieder brechen heftige Schicksalsschläge über Alice hinein. Ihre Tochter Cäcilie kommt mit ihrem Mann und zwei ihrer Kinder bei einem Flugzeugabsturz zu Tode. Auch hier sucht Alice den Halt in ihrem Glauben.

Als Alice 1938 nach Griechenland zurückkehrt, hofft sie, dass ihr Sohn Philip zu ihr zieht. Doch dieser hat andere Pläne, er strebt die maritime Laufbahn bei der Royal Navy an. Während des 2. Weltkrieges engagiert sich Alice in einer Athener Suppenküche, kümmert sich um die Waisenhäuser, unterstützt das Rote-Kreuz und gewährt einer jüdischen Familie bei ihr im geheimen zu wohnen. 1949 gründete die Prinzessin einen Orden, auf der Grundlage ihrer in der Sowjetunion ermordeten Tante Elizabeth von Hessen-Darmstadt. Fortan sah man sie nur noch im Habit. 1967 zog sie nach dem griechischen Militärputsch zu ihrem Sohn Philip und dessen Ehefrau Elizabeth in den Buckingham-Palast. Dort verstarb sie im Jahre 1969.

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Maria Callas – wie es begann

Eigene Aufnahme

Von Maria Callas (1923 – 1977) hatte ich schon gelesen, doch erst im Jahre 1994 hat sie mich mit ihrer grandiosen Stimme berührt. Genauer gesagt in dem Film > Philadelphia < mit Tom Hanks und Denzel Washington. Der mit Aids infizierte Andrew (Tom Hanks) lädt seinen Anwalt Joe für eine Unterredung zu sich nach Hause ein. Hier kommt dann die musikalische Untermalung zum Tragen, Maria Callas singt > La mamma morta > und Andrew erklärt Joe dieses Lied, das so voller Tragik ist. Da wars um mich geschehen……..

Nun ist > Die Stimme meiner Mutter < von Eva Baronsky erschienen. Für mich ein Muss, es besitzen zu wollen. Das wunderschöne Cover spricht für sich. Bald mehr zum Inhalt………

Das Cover zeigt eine Illustration von Maria Callas.

  • Die Stimme meiner Mutter
  • Eva Bronsky
  • Roman
  • Ecco Verlag
  • ISBN: 9783753000053
  • 394 Seiten

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Lichtkegel

Foto von Pinterest

Es war an einem der wenigen heißen Sommertage, doch es zog mich auch an diesem zu dir. Aufmerksam ging ich durch den abgedunkelten Wald. Schritt für Schritt hörte ich das Knacksen der zarten Äste und dem welken Laub auf dem Waldboden unter mir. Doch unvermittelt hielt ich inne, da standest du vor mir in all deiner Pracht. Ein gleißender Lichtkegel durchbrach die Baumwipfel und lies dich im hellen Glanze erstrahlen. Welch eine Begrüßung! Mit einem Lächeln kam ich auf dich zu und umarmte dich innig. Dein Name stand auf einem Messingschild in Augenhöhe, an deinem gewählten Baum. Henry………

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> Ascona < von Edgar Rai

Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller (22.Juli 1898 – 25. September 1970). Seine zu meist pazifistisch eingestuften Romane haben von ihrer Aktualität bis heute nichts eingebüßt.

Es ist die Nacht vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Auf drängen seiner Lebensgefährtin Ruth, flieht Erich Maria Remarque ins Schweizer Exil, nach Ascona. Dort besitzt er ein Anwesen und möchte sein beendeten Manuskript mit dem Titel – PAT – überarbeiten. Er ist mit diesem Werk im Unfrieden. Im Ort befinden sich weitere Exilsuchende ein wie z.B. Emil Ludwig, Otto Braun, Max Emden, Else Lasker-Schüler, Marianne von Werefkin um nur einige zu nennen. Es kommt der Tag der Bücherverbrennung in Deutschland. E.M. Remarque und seine Freunde erleben diesen Akt der Büchervernichtung gemeinsam am Radio. Die Lage spitzt sich zu. Auch im Seelenleben von E.M. Remarque. Er versucht sich mit Alkohol, Zigaretten und erotischen Eskapaden zu betäuben.

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> Die welken Blätter des Herbstes <

Foto von Pinterest

Der Herbst des Lebens geht sehr rasche Schritte

noch vor kurzen sprangst du über die blühende Felder.

Nun stehst du am Rand einer mächtigen Klippe,

denn du schaffst keinen Schritt durch die geliebten Wälder.

Deine Erinnerungen fliegen davon wie welke Blätter.

Dein Gang ist von sehr behäbiger Natur.

Deine Gedanken, verwirrt wie das dunkelste Wetter.

Du hast sie nicht gebucht, diese grausame Tour.

In diesem Zustand benötigst du viel mehr an Liebe,

dies spürst du ganz tief in deinem verletzten Herzen.

Doch in deinem Kopf prasseln die massiven Hiebe

und keiner sieht deine psychischen Schmerzen.

Sabine Poulou

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> Der souveräne Leser < von Alan Bennett

Der englische Dramatiker Alan Bennett dürfte seit seinem Buch > Die souveräne Leserin < sicher auch hierzulande bekannt sein. Hier in > Der souveräne Leser < widmet er sich in einigen Kurzgeschichten um die in der Tat wichtigen Fragen rund um die Literatur. Das vollführt er in seiner gewohnten scharfzüngigen Art, gewürzt mit einer gut dosierten Portion seines britischen Humors.

So hätte er sich in > Kafka in Las Vegas < gewünscht, dass Kafka gerne ein Brite gewesen wäre und durchleuchtet dessen Familie, gespickt mit amüsanten Thesen. Oder in > Ratlos vor dem Regal < behauptet er in Bibliotheken immer glücklich gewesen zu sein und erklärt sein erfolgreiches Fernsehspiel >Me! I’m Afraid of Virginia Woolf <.

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Zerlumpt

Henry zieht seinen Trolley über den gepflasterten Gehweg inmitten der Stadt. Er hat sehr schlecht geschlafen, sein geschundener Körper schmerzt überall. Sein Kopf ist wie gewohnt auf den Boden gerichtet. Doch dann, aus unerklärlichen Gründen, hebt er ihn und blickt in die Richtung des Strassencafés. Es ist sehr gut besucht, leise Musik kann er hören. Und da sieht er ihn sitzen. Robert, sein ehemals besten Freund. Gut sieht er aus in seinem sicher hochwertigen Anzug. Schöne Zeiten haben sie gemeinsam erlebt. Geschichte. Er vermisst ihn. Doch so will er im nicht unter die Augen treten, so zerlumpt, wie er ausschaut. Henry senkt wieder seinen Blick in Richtung des Bodens und zieht seinen Trolley weiter.

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> Das Jahr, in dem wir verschwanden < von Tayari Jones

Das Jahr 1979 wird für einige Kinder in Atlanta ein sehr besonderes Jahr. Manche kehren nach den Sommerferien in ihre Klassen zurück und manche der Kinder verschwinden.

Im ersten Teil des Romans lernen wir LaTasha und ihre Familie kennen. La Tasha ist im letzten Jahr der Grundschule, in ihrer Umgebung verändern sich die Gegebenheiten. Der Vater zieht für kurze Zeit aus, doch als immer mehr Kinder verschwinden, kehrt er zurück zu seiner Familie.

Die gesamte Umgebung ist schockiert und erschüttert ob dieser unfassbaren Ereignisse. Den Kindern wird eine besondere Fürsorge zu Teil, sie werden bewacht auf Schritt und Tritt. Und doch ist wieder eines aus ihren Reihen spurlos verschwunden.

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Janet Frame

Janet Frame wurde am 28. August 1924 als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters in Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch starb. Die Familienverhältnisse waren tragisch, sie selbst wurde zu Unrecht als Schizophrene über Jahre in Nervenheilanstalten behandelt, u.a. mit Elektroschocks. Frame ist Autorin von zwölf Romanen, darunter ›Dem neuen Sommer entgegen‹ und ›Wenn Eulen schrein‹, fünf Erzählsammlungen, Gedichte und ein Kinderbuch. Mehrmals wurde sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Ihre Autobiografie ›Ein Engel an meiner Tafel‹, die von Jane Campion verfilmt wurde, gehört zu den bedeutendsten Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert. – Quelle dtv

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> Wir sind nur Gast <

Foto – Pinterest

Die Moral versinkt immer mehr im stinkenden Morast.

Denn wir verdrängen, wir sind auf der Erde nur Gast.

Wir beuten allseits die wichtigen Ressourcen aus.

Und scheren uns nicht um das lauernde aus.

Und so wird es kommen mit lässigen Schritten.

Denn der Mensch verachtet die Natur und ihr Bitten.

Sabine Poulou

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