Literatur & Zeitgeschehen

Autor: sabinekrass (Seite 2 von 27)

> Der Empfänger < von Ulla Lenze

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Die Autorin Ulla Lenze hat in ihrem Roman die Geschichte ihres Großonkels Josef Klein verarbeitet.

Vor dem Kriegseintritt der Amerikaner brodelt es in den Straßen New Yorks. Antisemitische und rassistische Gruppierungen eifern um die Sympathie der Massen, deutsche Nationalisten feiern Hitler als den Mann der Stunde. Der deutsche Auswanderer Josef Klein lebt davon relativ unberührt; seine Welt sind die multikulturellen Straßen Harlems und seine große Leidenschaft das Amateurfunken. So lernt er auch Lauren, eine junge Aktivistin, kennen, die eine große Sympathie für den stillen Deutschen hegt. Doch Josefs technische Fähigkeiten im Funkerbereich erregen die Aufmerksamkeit einflussreicher Männer, und noch ehe er das Geschehen richtig deuten kann, ist Josef bereits ein kleines Rädchen im Getriebe des Spionagenetzwerks der deutschen Abwehr. Josefs verhängnisvoller Weg führt ihn später zur Familie seines Bruders nach Neuss, die den Aufstieg und Fall der Nationalsozialisten aus der Innenperspektive erfahren hat, und letztendlich nach Südamerika, wo ihn Jahre später eine Postsendung aus Neuss erreicht. Deren Inhalt: eine Sternreportage über den Einsatz des deutschen Geheimdienstes in Amerika.

Quelle Klett -Cotta
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> Fahrt ins Staublose < von Nelly Sachs

Wir
von der Erde kommt
Mond zu berühren
oder
anderes Himmelsmaterial das blüht -
angeschossen
von Erinnerung
wird er hoch springen
vom explodierenden Sehnsuchtsstoff
denn
aus bemalter Erdennacht
aufgeflügelt sind seine Gebete
aus täglichen Vernichtungen
suchen die inneren Augenstraßen.


Krater und Trockenmeere
erfüllt von Tränen
durch sternige Stationen reisend
auf der Fahrt ins Staublose.

Quelle aus dem Buch Nelly Sachs Gedichte – Nobelpreis für Literatur 1966 / Coron Verlag in Zürich/ Seite 339

#nobelprizeforliteraturewoman

> Whisper Network < von Chandler Baker

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Sloane, Ardie, Grace und Rosalita leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Zu seinem Verhalten Frauen gegenüber gab es schon immer Gerüchte. Gerüchte, die die Firmenleitung stets ignorierte oder unter den Teppich kehrte. Aber jetzt soll Ames zum Geschäftsführer befördert werden. Allerdings haben die Zeiten sich geändert, und genug ist genug. Die vier Frauen wissen: Sie müssen Ames‘ Aufstieg unbedingt verhindern. Und wenn ihre Worte wie üblich nicht gehört werden, dann müssen sie eben handeln …

so auf dem Buchrücken zu lesen
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> Die gelbe Tapete < von Charlotte Perkins Gilman

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Auf Charlotte Perkins Gillman wurde ich durch > Das Bücherhaus < von John Kaag aufmerksam. Ein besonderer Tipp!

Nach der Geburt ihres ersten Kindes, verfällt eine junge Frau in eine > leicht hysterische Tendenz<. So lautet die Diagnose ihres Ehemannes John. Er verordnet ihr eine > Ruhekur<, die beinhaltet viel Bettruhe, keine körperlichen und intellektuellen Tätigkeiten. Zu diesem Zweck mietet John ein Sommerhaus an, damit seine Frau wieder genesen kann. Die junge Mutter bekommt ein Zimmer im obersten Stock zugewiesen. Das Fenster ist vergittert, das Bett an den Boden festgenagelt und eine schäbige gelbe Tapete ziert das Zimmer. Die junge Frau fängt heimlich an ein Tagebuch zu führen und trägt all ihre Empfindungen und Beobachtungen ein.

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Nelly Sachs-Vita #nobelprizeforliteraturewoman

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Der Monat Juni 2020 ist der Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs gewidmet.

Geboren am 10. Dezember 1891 in Schöneberg / Berlin – verstorben am 12. Mai 1970 in Stockholm / Schweden

Nelly Sachs, die deutsche Dichterin, die 1940 schwedische Staatsbürgerin wurde, muss den Nobelpreis des Jahres 1966 mit dem israelischen Schriftsteller Samuel Joseph Agnon teilen, ihrem Glaubensgenossen in der mosaischen Religion. Sie erhielt die Hälfte des Preises – 150000 schwedische Kronen – > für ihre außerordentlichen lyrischen und dramatische Schöpfung, die das Schicksal Israels mit packender Kraft repräsentiert. < So lautet die kurze Darstellung der von der schwedischen Akademie angegebenen Gründe. Der Preis war ein besonders willkommenes Geburtstagsgeschenk für die Dichterin, denn das Datum seines Empfangs – der 10. Dezember – fiel mit ihrem 75. Geburtstag zusammen, und bis dahin lebte sie dürftig in einem Vorort von Stockholm von den mageren Honoraren, die ihr ihre literarischen arbeiten eintrugen. Allerdings hatte sie während der Jahre, die dieser hohen Auszeichnung ihres Werkes vorangingen, mehrere literarische Preise verschiedener Bedeutsamkeit erhalten, die aus ihrem alten Vaterland stammten, dessen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sie 1965 persönlich entgegennahm. Es war das erste Mal nach einer erzwungenen Abwesenheit von einem Vierteljahrhundert, dass sie den Fuß wieder auf deutschen Boden setzte, wo man endlich auf diesen neuen Stern am Dichterhimmel aufmerksam geworden war.

Quelle aus dem Buch Nelly sachs Gedichte – Nobelpreis für Literatur 1966 / Coron Verlag in Zürich/ Seite 9

> Heute habe ich beinahe was erlebt < von Ursus Wehrli

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Ein liebenswertes Büchlein, dem es gelingt Freude zu verbreiten.

Der Autor schreibt am Ende dieses Tagebüchleins folgendes:

Wenn ich mir nicht Sachen aufschreibe, die ich beinahe erlebt habe, passieren mir meistens Dinge, die ich gar nicht geplant habe. Zum Beispiel stehe ich seit über 33 Jahren mit URSUS & NADESCHKIN auf der Bühne. Außerdem habe ich drei Bücher zum Thema KUNST AUFRÄUMEN veröffentlicht. Dazwischen bin ich froh, wenn ich mal nichts zu tun habe. Dann zähle ich die Wolken, schreibe die Anzahl auf eine Liste und vergleiche diese mit der Liste vom Vortag.

Ich stöbere in einem fremden Tagebuch und eine anfängliche, leichte Scham ist spürbar. Doch schon nach den ersten Einträgen ist meine Neugierde noch mehr geweckt und ich lese amüsiert die Eintragungen wie zum Beispiel:

Dienstag: Heute war ich den ganzen Tag gar nicht nötig.

Oder:

Freitag: Heute hatte ich den schönsten Tag meines Lebens. Dann kam der Konjunktiv und hat alles kaputt gemacht.

Ursus Wehrli lässt bei seinen Einträgen seiner Fantasie, freien Lauf. Er trifft sich mit Persönlichkeiten oder reist um die Welt, in seinen Vorstellungen. Somit zaubert er in seinem Tagebuch einen großen, bunten Strauß voller Möglichkeiten die er mit Witz und Charme zu binden weiß. Mich hat dieses Büchlein gut unterhalten und zum Schmunzeln und Lachen gebracht. Als Geschenk oder Mitbringsel ist > Heute habe ich beinahe was erlebt < gerne zu empfehlen.

Kein & Aber Verlag / ISBN: 9783036958279

Ursus Wehrli, Jahrgang 1969, ist Linkshänder, Querdenker und gelernter Typograf. Seit 32 Jahren tourt er zusammen mit Nadja Sieger als Komikerduo Ursus & Nadeschkin zwischen Wattwil, Basel, Berlin und New York und wurde in dieser Konstellation mehrfach ausgezeichnet – zuletzt mit dem »New York Comedy Award«, dem »Salzburger Stier«, dem »Deutschen Kleinkunstpreis« sowie mit der renommiertesten Auszeichung für Bühnenkünstler in der Schweiz, dem «Reinhart-Ring». Er lebt als Komiker, Kabarettist und freischaffender Künstler in Zürich. Auf die Idee Kunst aufzuräumen, kam er, als er eines Morgens beim Brötchenholen vom Winteranfang überrascht wurde und an den Ohren fror.

Quelle Kein & Aber

> Wir haben noch das ganze Leben < von Eshkol Nevo

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Ein zufälliger Bücherfund, der mich begeistert hat. Ein Titel der vor Emphatie und Emotion geragezu strotzt und eine Story die es in sich hat……………………………

WM-Finale 1998. Frankreich – Brasilien. Fiebrige Stimmung vor der Glotze zwischen Churchill, Juval, Amichai und Ofir. Die vier sind um die dreißig, Freunde seit Jugendtagen, sie gucken zusammen Fußball, quatschen, kiffen, sind füreinander da. Da verfällt einer auf eine kuriose Idee – drei Lebenswünsche auf einen Zettel zu schreiben, die Zettel zu verstecken und erst beim nächsten Finale die Wünsche preiszugeben…………….

Wird der introvertierte Juval, er so wunderbar klug lächeln kann, seine Jaara zurückgewinnen? Churchill, Fixstern und Epizentrum der Gruppe, Karriere bei der Staatsanwaltschaft machen ? Amichai, berühmt für seine spleenigen Ideen, eine Naturheilpraxis haben? Ofir, der Kreative, der Werbewelt adieu gesagt und seine Short storys veröffentlicht haben? Wird das Glück auf ihrer Seite sein. Die Wirklichkeit steuerbar?

Vier Jahre später ist nicht mehr wie es war, die Stimmung im Land ist explosiv, die Wünsche sind verweht, das Leben schmeckt anders.

So der Klappentext
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> Die sterblich Verliebten < von Javier Marias

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Der Autor Javier Marias schreibt seine Bücher mit Seele, er ist ein Seelenkenner . So fasziniert er mit seiner Philosophie und seiner sinnlichen Erzählkunst.

Madrid, ein Café: Jeden Morgen beobachtet Maria das perfekte Paar Louisa und Miguel. Sie ist gefangen von der zärtlichen Aufmerksamkeit der Liebenden. Doch dann geschieht etwas Schreckliches, und Maria gerät in einen Irrgarten aus Ahnungen und Verdächtigungen. Sie kennt die Liebe, sie kennt den Tod, aber kennt sie auch die Wahrheit?

So auf dem Buchrücken beschrieben
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> Die grauen Seelen < von Philippe Claudel

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Die grauen Seelen – ein dunkler, geheimnisvoller Seelenkrimi, der durch seine sprachliche Eleganz besticht.

Ein kleiner Ort im Osten Frankreichs, Dezember 1917. Jeder hat seinen Platz: der Staatsanwalt, der Polizist, der Gastwirt. Und alles geht seinen gewohnten Gang – ungeachtet des tausendfachen Sterbens an der nahen Front. Doch dann erschüttert ein einziger Tod das beschauliche Leben im Dorf. Die zehnjährige Tochter des Gastwirts, eine kleine Prinzessin, genannt Belle de jour, treibt erdrosselt in einem Kanal. Ein Mann versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch erst viele Jahre später gelingt es ihm, die Geschichte zu erzählen, zusammen mit allen anderen Geschichten, die untrennbar mit ihr verbunden sind : die des traurigen Staatsanwalts, der seine Tage allein auf einem Schloss verlebt; die der wunderschönen Lehrerin Lysia Verhareine, die alle mit ihrem Lächeln verzaubert und sich ihrem Geliebten zum Opfer bringt; die des bretonischen Deserteurs; die des sadistischen Richters; und zuletzt seine eigene, die auch nicht frei von Schuld ist…….

so der Klappentext
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> Heute nicht < von Timon und Julian Meyer

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Mit Kinderbüchern ist es möglich, erwachsene Menschen wieder etwas in die Spur zu bringen, sie eventuell auch zu erden. So ein Kinderbuch in seiner Reinheit, birgt so schöne Emotionen in sich, dass manches Buch aus der Erwachsenenliteratur , wohl vor Neid erblassen könnte. Und selbstredend soll, darf, kann ein gutes Kinderbuch den Kindern eine wahre Freude bereiten. Genau so ein Buch, das all die genannten Facetten bedient ist > Heute nicht<.

Wer kennt das nicht: Das Lieblingsshirt ist in der Wäsche, Mittagsschlaf, wenns grad am schönsten ist, und ungeliebter Käse auf den geliebten Nudeln. Die Gründe, warum Kinder von einer Sekunde zur anderen zu Tode betrübt sind, sind zahllos. So geht es auch den Tieren in Timon und Julian Meyers wunderbarem Kinderbuch ›Heute nicht‹. Doch weil kein Kummer ewig währt und das nächste Abenteuer schon wartet, ist bald alles wieder gut.

So der Diogenesverlag
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