Literatur - Lyrik - Prosa

Monat: Juni 2021

> Ein letzter Frühling am Rhein < von Frank Wilmes

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Hauptkommissar Kilian Stockberger und sein Team ermitteln in Düsseldorf in einem Medien – trächtigen Mordfall. Das berühmte Modell Chiara Walldorf wurde im Alter von gerade Mal achtundzwanzig Jahren in ihrem Luxusdomizil am Rhein, ermordet. Sofort stürzt sich die Presse auf diese Sensation und die Ermittler sind emsig bemüht, diesen Fall schnell zu lösen, doch kommen immer mehr fragwürdige Indizien auf und es mangelt an Beweisen.

Die nächsten Nachbarn im Haus, indem Chiara lebte, werden befragt, jedoch ohne großen Erfolg, denn ein jeder * beteuert die junge Frau kaum gekannt zu haben. Dreizehn Personen in einem Haus, die sich einander nicht kannten.

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> Der kleine Prinz < von Antoine de Saint - Exupéry

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Heute am 29.Juni.2021 ist der Geburtstag von Antoine de Saint – Exupéry. Er wurde 1900 geboren und verstarb 1944. Durch ein Interview in >Der Zeit < mit dem Politiker Thomas de Maiziére fühlte ich mich ungemein angesprochen >Der kleine Prinz < nochmals zu lesen. Denn Herr de Maiziére hatte dieses Buch mehrmals gelesen und viele Weisheiten für die Politik entdeckt. Auf die Geschichte möchte ich nicht näher eingehen, sondern hier gerne für mich herausragende Textpassagen ( es gibt so viele )nennen:

Der kleine Prinz ist bei einem König angelangt, dieser freut sich nun endlich einen Untertan zu haben. Der kleine Prinz muss herzhaft gähnen, was ihm der König zuerst verbietet. Doch der kleine Prinz erklärt ihm, dass er gerade nicht anders könne und so befiehlt der König das Gähnen……………………………………

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> Laufen < von Isabel Bogdan

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Eine Frau verliert von einem Tag auf den anderen ihren Freund, Mitbewohner, Geliebten, Lebensgefährten auf sehr dramatische Weise. Er ist selbst aus seinem Leben getreten und hat den Freitod gewählt. Sie ist keine Witwe und so nehmen sich die Eltern des Verstorbenen seiner Besitztümer ohne Wenn und Aber an. Sie verliert mit dem Tod ihres Partners immer mehr, die Wohnung, die sie sich nun nicht mehr alleine leisten kann und das Entscheidende, den Halt. Ihr zieht es den Boden unter den Füssen weg.

>Ein paarmal hätte ich beinahe verwitwet irgendwo angekreuzt, denn so fühlt es sich an, selbstverständlich bin ich verwitwet, ich war richtig wütend, dass ich nicht verwitwet ankreuzen durfte, bloß weil wir nicht verheiratet waren, ich fühlte mich aber verwitwet, das muss man doch ankreuzen können, ledig, was für ein Unsinn, ich bin doch nicht ledig, das klingt ja wie Single, als wäre ich auf der Suche, ich bin nicht auf der Suche, ich bin verloren. Verwitwet und verloren.< – Seite 22

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> Der Schatten über dem Dorf < von Arno Camenisch

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Der Ich – Erzähler kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück. Es ist ein kleines Dorf, jeder kennt jeden und man passt gegenseitig auf sich auf. Eigentlich. Der etwa vierzigjährige Ich – Erzähler, Vater einer Tochter, erinnert sich beim Durchstreifen seines Heimatortes, an die Grosseltern, Eltern , Geschwister und an die Nachbarn. Doch das ist nicht alles, was er in seiner Melancholie preisgibt.

>Er fuhr am Haus seiner Grosseltern vorbei, über die Dorfstrasse, die aussah wie eine alte Hose, hier ein Flick und dort auch wieder einer, als sei hier seit Jahrzehnten niemand mehr drübergefahren………….. – Seite 7

Damals, ein gutes Jahr bevor er geboren wurde, geschah ein entsetzliches Unglück, das ganze Dorf erstarrte in einem Schockzustand. Nichts war mehr wie es zuvor gewesen, und es sollte auch nie wieder so werden. Dieser immense Verlust hatte das Dorf geprägt. Nach diesem Unglück schienen die Leute hochsensibel und versuchten noch besser auf die ihren aufzupassen. Eine sehr prägende Zeit ging in die Jahre.

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> Apeirogon < von Colum McCann

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Ich fall gleich mal mit der Türe ins Haus. >Apeirogon < ist eines der besten Bücher, die ich je las und ein so kluges und verständliches Buch über den Nahostkonflikt. Von beiden Seiten betrachtet.

Rami Elhanan ist der Vater von Smadar. Smadar wurde 1997 im Alter von dreizehn Jahren von einem palästinensischen Selbstmordbomber vor einem israelischen Buchladen getötet. Smadar – der Name entstammt dem Hohelied Salomons und bedeutet die Weinrebe. Die aufgehende Blüte.

Bassam Aramin ist der Vater von Abir, sie starb 2007 als zehnjährige vor ihrer Schule durch die Kugel eines israelischen Grenzpolizisten. Der Name Abir kommt aus dem arabischen und bedeutet: das Parfüm. Der Duft der Blüte.

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> Das Gewicht aller Dinge < von Britta Röder

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Eine junge Frau erwacht des Morgens auf einer Parkbank. Wer ist sie? Sie ist ohne Erinnerungen und doch ist ihr Wissen allumfassend. Die Menschen, die ihr begegnen vermuten im ersten Moment diverse Ähnlichkeiten mit ihnen bekannten Menschen. Maria, ihres Lebens überdrüssig, trifft mit der geheimnisvollen Fremden zusammen und gibt ihr den Namen Angelica.

Angelica, die nicht weiß, wer sie ist, lernt einige Menschen, ein Stück des gemeinsamen Weges kennen. Der junge Chris, der von ihr gerettet wird. Rolf, der seine Liebste verloren hat und hoffnungslos in seiner Trauer gefangen scheint. Anne, die ihre Gefühle und ihre Lebenslust, vehement unterdrückt. Und Charlotte, die am Ende ihres Lebensweges angelangt ist und Angelica ihre Biografie erzählt.

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#showthreequotes – aus ORPHEUS von Salih Jamal

Wir lesen Bücher, wir beurteilen sie und legen sie ab. Das war es, schöne oder wenige schöne Gedanken an das gelesene Buch bleiben zurück. Doch was geschieht mit den vielen schönen Zitaten, der geschmeidigen Wortakrobatik, der kunstvoll geformten Buchstabengeflechte? Sie bleiben dann verschlossen und bald schon vergessen. Diesem eher bedrüblichen Umstand möchte ich mit #showthreequotes entgegentreten. Seid gespannt oder noch besser, macht mit!

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>Im Schlaf hat die Zeit keine Macht über die Welt. Wenn wir unsere Augen schließen, steht sie vor den verschlossenen Türen unseres Selbst. Nur wenn wir wach sind, dringt sie über unsere Sinne in uns ein, um über unsere Körper wieder aus uns herauszufließen. Dabei nimmt sie mit, was sie kriegen kann. Bis wir verwelkt sind und unsere fast erloschenen Augen ein letztes Mal schließen.< – Seite 14

>Alkohol ist ein vorzügliches Lösungsmittel. Es löst nicht nur Familie, Geldbeutel und die Leber. Vor allem aber löst es das Herz und die Furcht. < – Seite 29

>………es ist mir einfach nicht gelungen, diesen inneren Rest meiner Liebe zu befreien oder sie einzusperren. Ganz wie du willst. Ich bin wohl nicht imstande, zufrieden zu sein, weil ich weiß, dass irgendwo in mir immer noch eine Handvoll Liebe ist, die leise schreit, drängt und hinauswill. Diese verfluchte Sehnsucht nach Austausch. Am Ende macht sie alles kaputt. Liebe ist ein Virus, das sich mit der allerersten Sehnsucht in dich geschlichen hat und dort nie wieder fortgeht. Wie ein wildes Fiebertier bricht es aus dir aus, will den Hunger stillen und jagt mit nackten Füßen über Scherben, so lange, bis es schutzlos, elend abgekämpft und hilflos schwach und ausgeblutet ist. < – Seite 117

  • ORPHEUS
  • Salih Jamal
  • Roman
  • Book on Demand
  • ISBN: 9783752822847
  • 268 Seiten

> Wie wir jetzt leben < von Susan Sontag

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Fünf Erzählungen hat Susan Sontag hier in diesem Buch vereint. Für mich persönlich die erste literarische Begegnung mit der Autorin. Doch sicherlich nicht die letzte………

In >Wie wir jetzt leben < treffen wir auf einen sehr großen Freundeskreis. Ein Mann aus ihrer Mitte erkrankt schwer. Es ist die Zeit, als Aids in den Mittelpunkt rückte. 26 Freunde und Freundinnen geben ihre Informationen, Ratschläge und Meinungen über den Erkrankten untereinander ab. Es wird eine Besuchsliste geführt und spekuliert, wer und warum, öfters oder gar nicht erscheint. Die Hauptperson rückt immer mehr zusehends in den Hintergrund.

>Beschreibung ( Einer Beschreibung )< Eine vereinsamte Frau wird durch einen Sturz eines ihr unbekannten Mannes in ihrem wohl strukturierten Tagesablauf gestört. Sie ist ihm behilflich, jedoch lässt sie uns an ihren Gedanken an dieser unglückseligen Situation schonungslos teilhaben.

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> Die Beichte einer Nacht < von Marianne Philips

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Heleen ist eine Patientin in einer Nervenanstalt. Sie hat lange Zeit geschwiegen, doch dann erzählt sie der Nachtschwester ihre Lebensgeschichte. Die Nachtschwester und wir werden Zeugen einer überaus beeindruckenden und ergreifenden Vergangenheit.

Als älteste einer kinderreichen, protestantischen Familie wächst Heleen unter ärmlichen Verhältnissen auf. Sie unterstützt ihre Mutter in vielen Dingen, doch sie weiß schon in sehr jungen Jahren, so ein Leben wie ihre Mutter will sie nicht führen. Der jungen Heleen ist der Sinn für alles Schöne in die Wiege gelegt worden und so schickt sie sich dann auch an, ihren gesellschaftlichen Aufstieg sukzessive voranzutreiben.

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> Die Glasglocke < von Sylvia Plath

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Es gibt so Klassiker, die möchte man schon seit wohl ewigen Zeiten lesen und es geschieht einfach nicht. Nun war die Zeit reif für >Die Glasglocke< von Sylvia Plath und mich.

Zum Inhalt: 1953, die Collegestudentin Esther Greenwood befindet sich für einen Monat in New York, als Volontärin einer Modezeitschrift. Mit elf anderen jungen Frauen lebt sie in einem Hotel, sie alle haben wie sie selbst das Volontariat gewonnen und sind gewillt sich in dieser Weltstadt ins pure Abenteuer zu stürzen. Doch Esther verfällt zusehends in große Selbstzweifel bis hin in eine Depression. Diese Existenzkrise wird von Esther, als Ich-Erzählerin, subtil wiedergegeben. Der ganze Kosmos um Esther scheint sich stark zu verändern. Sie merkt so, dass der junge Mann, für den sie sich ihre Jungfräulichkeit bewahrt hat, ein absoluter Heuchler ist. Um sie herum entstehen neue Freundschaften und Lieben, doch Esther scheint außen vor. Sie beobachtet, umhüllt wie von einer Glasglocke, die sie von der wirklichen Welt abschirmt. Die Lage spitzt sich rapide zu. Das Leben von Esther gerät immer mehr in eine Schieflage, ihr Leben ist bedroht.

Dieser Roman erschien im Jahre 1963, dem Jahr des Todes von Sylvia Plath. Sie war wohl zeitlebens depressiv mit einer bipolaren Störung. So kann man ihren Roman > Die Glasglocke < sicher mit biografischen Fragmenten bewerten. Dieser Roman gilt als ein Klassiker und Plath wurde zu einer Symbolfigur der Frauenbewegung. Zu damaliger Zeit ein wichtiges Spiegelbild der Frau in der Gesellschaft.

Sylvia Plath lässt in einigen Passagen immer wieder lyrisches Prosa, fast schon liebevoll, einfließen. Sie hat ein früheres Tabuthema sehr anschaulich und informativ beleuchtet. Die große Tragik, ist die, dass sie es selbst nicht geschafft hat, sich von dieser vermeintlichen Glasglocke zu befreien, sondern ging daran zugrunde.

Sabine Krass

Das Cover zeigt eine schwarz-weiß Aunahme von Sylvia Plath, an einer Schreibmaschine.

  • Die Glasglocke
  • Sylvia Plath
  • Suhrkamp Verlag
  • ISBN: 9783518456767
  • 261 Seiten

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