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Literatur & Zeitgeschehen

Monat: November 2019

> Das große Heft < von Agota Kristof

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In den Wirren des Zweiten Weltkrieges bringt die Mutter ihre Zwillingsjungen, aufs Land, zu ihrer eigenen Mutter. Der Plan: Die Jungen sollen hier diese furchtbare Zeit lebend überstehen können. Die Großmutter der Jungen zeigt sich als eine gefühllose und unbarmherzige Frau. Im Dorf nennt man sie nur > Die Hexe <.

Die Zwillinge sind zwei kleine Jungen, die mit ihrer überaus intelligenten Hellsichtigkeit sich für ihr weiteres Leben wappnen wollen. Sie werden zu gefühlskalten Überlebensprofis. Mit Übungen zur Abhärtung des Geistes, des Körpers und auch der Übung in Grausamkeit verbringen sie ihre Tage in der Symbiose des daseins als Zwilling. Alle Übungen und Erfahrungen werden schriftlich in einem Heft festgehalten.

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> Gescheckte Menschen < von Hugo Hamilton

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Hugo Hamilton, ein kleiner Junge, wächst in Irland auf. Doch er geht jeden Abend in Deutschland zu Bett und steht am anderen Morgen wieder in Deutschland auf. Hugo und seine Geschwister sind – breac – gescheckt. Dies bedeutet eine Mischung verschiedener Elemente, die zu einem Ganzen zusammen gefügt wurde. Die Mutter der Kinder stammt aus Deutschland, der Vater ist ein überaus national gestimmter Ire, der alles Englische aus seiner Familie, seinem Haus und seinem Umfeld fernhalten will. Auf Biegen und Brechen.

Wenn du klein bist, weißt du nichts. Du weißt nicht, wo du bist oder wer du bist oder welche Fragen du stellen musst. ( Seite 8 )

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#autorinnenschuber

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Nicole Seifert vom https://nachtundtag.blog/ ruft in den social media Kanälen zum Autorinnenschuber auf. Dem liegt folgendem Anlass zu Grunde: Die Süddeutsche Zeitung hat eine neue Edition auf den Weg gebracht – zehn Romane der Weltliteratur in einem Schuber. Das liest sich doch erstmal recht interessant, wenn da nicht ein Umstand wäre, der zugegebener Maßen ganz schön schmerzt. In diesem besagten Schuber befindet sich nicht ein Roman von einer Frau. Nein, es sind alles Romane von Männern. Willkommen Süddeutsche Zeitung im Jahre 2019!

Nun sind viele Literaturbegeisterte, Nicole Seiferts Aufruf gefolgt und präsentieren zehn Romane von Frauen. Tolle Aktion!

> Einmal Erde und zurück < von Charles Lewinsky

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Aus heiterem Himmel platzt ein 499 – Jahre altes Kind in die Wohnung des Ich – Erzählers. Das alte Kind kommt von einem fernen Planeten. Auf diesem Planeten werden die Menschen im Laufe ihres Lebens nicht erwachsen, sie werden zum Kind und dadurch zu vernünftigen Wesen.

> Die Reiseziele wurden ausgelost<, erklärte mir das alte Kind. > Ich hatte Pech und habe nur die Erde gezogen. Dabei wäre ich viel lieber zum Planeten Klipperkamp gefahren. Dort haben die Leute zwei Köpfe, und das ist viel weniger langweilig. Wenn der eine schläft, kann man sich mit dem anderen weiter unterhalten.<

Ich war ein bißchen beleidigt,………………

( Seite 26 )

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Gedichte von Gottlob Haag 6.0 > Einstweilen <

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Einstweilen

Den Tag zu Ende gebracht,

haben wir den Abend

nach Hause getragen.

Wir verweigern der Zeit

den Gehorsam,

die draußen die Stimmen

der Passanten

gegen Mitternacht reitet.

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> Ein Kind Gottes < von Cormac McCarthy

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Lester Ballard ist ein Ausgestoßener. Die > normale < Gesellschaft hat ihn ausgespuckt, wie den Speichel vom kauen des Kautabaks. Lesters Vater hat sich suizidiert, seine Mutter sucht das Weite. Er ist allein, kennt keine Regeln. Er lebt in seiner eigenen Welt, eine Welt ohne positive Gefühle, ohne Empatie. Lester kennt die Sprache der Gewalt, die ohne zu zögern und ohne jegliche Hemmungen bedient.

Cormac McCarthy erzählt seine Story im Tennessee der sechziger Jahre. Er zeichnet ein Leben ohne wirkliche Perspektive und vermag Szenen, detailreich und furchteinflößend zu beschreiben. Manche Ereignisse sind für mein Empfinden, grenzwertig und oftmals ungemütlich. Und dennoch spiegelt dies die Stimmung, die Grundhaltung von Lester Ballards Leben und seiner Umgebung wieder.

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Gedichte von Gottlob Haag 5.0 > Auf dem Dorf <

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Auf dem Dorf

Abschied nehmen

ist wie leises Sterben.

Die vertrauten Dinge fallen

der Vergänglichkeit anheim.

Biete einem Jüngeren

deinen Gruß,

und du hast Glück

wenn er dir dankt.

 

Es ist an der Zeit

sich von den alten,

liebgewordenen Gewohnheiten

des Umgangs

unter – und miteinenader

zu verabschieden,

weil mit zunehmend,

wachsenden Wohlstand,

die Welt immer ärmer

und unmenschlicher wird,

selbst auf dem Dorf.

 

Aus Abschied nehmen ist wie leises Sterben von Gottlob Haag. 1986 im Eppe Verlag erschienen. ISBN: 3890892051 / Seite 72

Lesemonat Oktober 2019

Es sind zwar im Oktober nicht soviele Bücher geworden, dennoch war kein Fehlgriff dabei! Das darf lobend erwähnt werden.

Meine absoluten Entdeckungen :  > Per Petterson

                                                              >  Raphaela Edelbauer

                                                              > Griet Op de Beeck

> Viele Himmel über dem Siebten < von Griet Op de Beeck

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Ein Buch, das mich über die Maßen berührt hat und zum Nachdenken sehr anregte. Das wird bleiben………

Eva ist sechsunddreißig Jahre alt und Single. Ihre Bemühungen den Partner für das Leben oder auch nur für eine gewisse Zeit zu finden, gestaltet sich geradezu frustrierend.

> Ich bin sechsunddreißig. Das ist weder jung noch alt. Ich kann richtig gut beim Autofahren tanzen, auf hohen Absätzen gehen, Risotto machen und lieb zu kleinen Tieren sein. Wie das genau geht, leben, habe ich noch nicht so richtig raus, aber ich kann ziemlich gut so tun als ob. Was schon mal ein Anfang ist, finde ich. Ich kann anderen Leuten auch mit Erfolg erklären, wie es vielleicht gehen sollte, und manchmal nimmt man meinen Rat an, merke ich, was mich doch ein wenig wundert. < ( Seite 12 )

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