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Literatur & Zeitgeschehen

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> Ascona < von Edgar Rai

Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller (22.Juli 1898 – 25. September 1970). Seine zu meist pazifistisch eingestuften Romane haben von ihrer Aktualität bis heute nichts eingebüßt.

Es ist die Nacht vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Auf drängen seiner Lebensgefährtin Ruth, flieht Erich Maria Remarque ins Schweizer Exil, nach Ascona. Dort besitzt er ein Anwesen und möchte sein beendeten Manuskript mit dem Titel – PAT – überarbeiten. Er ist mit diesem Werk im Unfrieden. Im Ort befinden sich weitere Exilsuchende ein wie z.B. Emil Ludwig, Otto Braun, Max Emden, Else Lasker-Schüler, Marianne von Werefkin um nur einige zu nennen. Es kommt der Tag der Bücherverbrennung in Deutschland. E.M. Remarque und seine Freunde erleben diesen Akt der Büchervernichtung gemeinsam am Radio. Die Lage spitzt sich zu. Auch im Seelenleben von E.M. Remarque. Er versucht sich mit Alkohol, Zigaretten und erotischen Eskapaden zu betäuben.

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> Die welken Blätter des Herbstes <

Foto von Pinterest

Der Herbst des Lebens geht sehr rasche Schritte

noch vor kurzen sprangst du über die blühende Felder.

Nun stehst du am Rand einer mächtigen Klippe,

denn du schaffst keinen Schritt durch die geliebten Wälder.

Deine Erinnerungen fliegen davon wie welke Blätter.

Dein Gang ist von sehr behäbiger Natur.

Deine Gedanken, verwirrt wie das dunkelste Wetter.

Du hast sie nicht gebucht, diese grausame Tour.

In diesem Zustand benötigst du viel mehr an Liebe,

dies spürst du ganz tief in deinem verletzten Herzen.

Doch in deinem Kopf prasseln die massiven Hiebe

und keiner sieht deine psychischen Schmerzen.

Sabine Poulou

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> Der souveräne Leser < von Alan Bennett

Der englische Dramatiker Alan Bennett dürfte seit seinem Buch > Die souveräne Leserin < sicher auch hierzulande bekannt sein. Hier in > Der souveräne Leser < widmet er sich in einigen Kurzgeschichten um die in der Tat wichtigen Fragen rund um die Literatur. Das vollführt er in seiner gewohnten scharfzüngigen Art, gewürzt mit einer gut dosierten Portion seines britischen Humors.

So hätte er sich in > Kafka in Las Vegas < gewünscht, dass Kafka gerne ein Brite gewesen wäre und durchleuchtet dessen Familie, gespickt mit amüsanten Thesen. Oder in > Ratlos vor dem Regal < behauptet er in Bibliotheken immer glücklich gewesen zu sein und erklärt sein erfolgreiches Fernsehspiel >Me! I’m Afraid of Virginia Woolf <.

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Zerlumpt

Henry zieht seinen Trolley über den gepflasterten Gehweg inmitten der Stadt. Er hat sehr schlecht geschlafen, sein geschundener Körper schmerzt überall. Sein Kopf ist wie gewohnt auf den Boden gerichtet. Doch dann, aus unerklärlichen Gründen, hebt er ihn und blickt in die Richtung des Strassencafés. Es ist sehr gut besucht, leise Musik kann er hören. Und da sieht er ihn sitzen. Robert, sein ehemals besten Freund. Gut sieht er aus in seinem sicher hochwertigen Anzug. Schöne Zeiten haben sie gemeinsam erlebt. Geschichte. Er vermisst ihn. Doch so will er im nicht unter die Augen treten, so zerlumpt, wie er ausschaut. Henry senkt wieder seinen Blick in Richtung des Bodens und zieht seinen Trolley weiter.

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> Das Jahr, in dem wir verschwanden < von Tayari Jones

Das Jahr 1979 wird für einige Kinder in Atlanta ein sehr besonderes Jahr. Manche kehren nach den Sommerferien in ihre Klassen zurück und manche der Kinder verschwinden.

Im ersten Teil des Romans lernen wir LaTasha und ihre Familie kennen. La Tasha ist im letzten Jahr der Grundschule, in ihrer Umgebung verändern sich die Gegebenheiten. Der Vater zieht für kurze Zeit aus, doch als immer mehr Kinder verschwinden, kehrt er zurück zu seiner Familie.

Die gesamte Umgebung ist schockiert und erschüttert ob dieser unfassbaren Ereignisse. Den Kindern wird eine besondere Fürsorge zu Teil, sie werden bewacht auf Schritt und Tritt. Und doch ist wieder eines aus ihren Reihen spurlos verschwunden.

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Janet Frame

Janet Frame wurde am 28. August 1924 als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters in Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch starb. Die Familienverhältnisse waren tragisch, sie selbst wurde zu Unrecht als Schizophrene über Jahre in Nervenheilanstalten behandelt, u.a. mit Elektroschocks. Frame ist Autorin von zwölf Romanen, darunter ›Dem neuen Sommer entgegen‹ und ›Wenn Eulen schrein‹, fünf Erzählsammlungen, Gedichte und ein Kinderbuch. Mehrmals wurde sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Ihre Autobiografie ›Ein Engel an meiner Tafel‹, die von Jane Campion verfilmt wurde, gehört zu den bedeutendsten Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert. – Quelle dtv

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> Wir sind nur Gast <

Foto – Pinterest

Die Moral versinkt immer mehr im stinkenden Morast.

Denn wir verdrängen, wir sind auf der Erde nur Gast.

Wir beuten allseits die wichtigen Ressourcen aus.

Und scheren uns nicht um das lauernde aus.

Und so wird es kommen mit lässigen Schritten.

Denn der Mensch verachtet die Natur und ihr Bitten.

Sabine Poulou

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> Am Hang < von Markus Werner

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An einem Pfingstwochenende im Tessin treffen sich der Witwer Loos und der junge Scheidungsanwalt Clarin scheinbar zufällig auf einer Terrasse eines Hotels. Clarin findet nur noch Platz am Tisch von Loos und gesellt sich zu ihm. Zuerst verhalten sich die beiden Männer eher desinteressiert zueinander. Doch im laufe des Abends und nach einigen Gläsern Wein entsteht eine rege Unterhaltung zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Herren. Während Loos seiner verstorbenen Frau nachtrauert, findet Clarin kein gefallen an längeren Beziehungen. Beide legen ihre Standpunkte klar offen, was die Diskussion immer wieder neu entfacht.

Gestorben wohl, sagte er dann, aber gleichsam nicht richtig begraben, und wenn ich von Alleinlassen rede, so meine ich das in einem kaum verständlichen Sinn, ich habe sagen wollen: Wer liebt sie, wenn ich nicht mehr bin, wer erinnert sich ihrer dann noch, wer ehrt und schützt ihr Andenken in dieser gedächnislosen Zeit? – Seite 37

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Randfigur

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Henry schlurfte über den vom warmen Regen blankgewaschenen Asphalt. Seine Augen waren stur auf den Boden gerichtet, der Oberkörper fast demütig nach vorne gebeugt. Henry sah nicht die imposanten Platanen, die ihm links und rechts Spalier standen. Er hörte auch nicht das vielfältige Konzert der Vögel. Auch zog er nicht den fliedergetränkten Duft des Junitages genüsslich ein. Nein, Henry war die traurige Randfigur in seinem eigenen Leben.

Sabine Poulou

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> Wiesbacher Sinfonie < von Katja Bohlander-Sahner

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Die Liebe kommt gerne unverhofft, manchmal schlummerte sie noch und musste erst entdeckt werden. So wie bei Paula, sie ist Schriftstellerin und Klemens, ein Germanist, der die Schriftstücke von Paula lektoriert. Die beiden haben sich schon des Öfteren beruflich getroffen, doch eine Fügung des Schicksals lässt ihre Liebe zueinander erkennen. Jedoch stecken die beiden in ihren langjährigen Ehen fest, die Luft ist schon lange raus und diese Verbindungen vegetieren mühselig dahin.

Paula und Klemens gelingt es, einige Tage des unbeschwerten Glücks gemeinsam zu verbringen. Doch tritt eine jähe Wendung ein, mit dem niemand rechnen konnte.

Mehr mag ich nicht verraten. Paula und Klemens erleben zusammen eine berauschende Zeit. Beide fühlen sich geliebt, begehrt und wahrgenommen. Sie brechen aus ihren lethargischen Ehen aus und erleben sich völlig neu.

Katja Bohlander-Sahner hat hier eine bezaubernde Geschichte geschrieben. Eine Liebesgeschichte die mit Überraschungen aufwartet, die das Leben zu geben vermag. Sie zeigt die Wertigkeit der verbundenen Personen und was sie zu gewähren bereit sind. Sehr gelungen! Die > Wiesbacher Sinfonie < ist ein wahrer Pageturner.

Große Leseempfehlung für diesen Seelenstreichler!

Sabine Krass

Das Cover zeigt hell erleuchtete Noten auf einem Lichtstrahl.

  • Wiesbacher Sinfonie
  • Katja Bohlander-Sahner
  • Roman
  • Edition Schaumberg
  • ISBN:978-3-941095-82-3
  • 176 Seiten

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