Linn Ullmann – Gnade

Klappentext:

In seinen eigenen Augen ist Johan Sletten ein schwacher Mensch. Er hat sich nie besonders hervorgetan, nicht im Beruf, nicht in seiner Ehe, nicht als Vater. Sein einziger Segen ist seine zweite Frau Mai. Als er erfährt, dass er bald sterben wird, trifft er die erste mutige Entscheidung seines Lebens.Johan will nicht sterben, und vor allem will er nicht so sterben, wie er gelebt hat. Sein Leben läuft vor seinem inneren Auge ab, und er fühlt sich klein und ohne Würde. Groß und geehrt fühlt er sich nur, wenn er Mai sieht. Sie ist sein ganzes Glück, seine Gnade, wie er sagt. In ihrer Gegenwart fallen Ängstlichkeit und Unsicherheit von ihm ab. Ihre Liebe zu ihm macht ihn stolz. Und daher flüchtet er sich mit seinem entsetzlichen Wissen zu Mai, die ihm bei seinem letzten Gang helfen soll. Aber reicht ihre Liebe zu Johan so weit?

Fazit:

Starker Tobak! Das Thema an sich, ist schon als heikel zu zuordnen. Linn Ullmann schafft es, mit ihren schlichten und oft einfachen Beschreibungen, Situationen  zu schildern, die behutsam sich entwickeln und den/die Leser/in , mit einem ungeheuren Maß an Mitgefühl zurücklassen. Ein Buch das lange nachwirkt!

Elke Heidenreich – Alles kein Zufall

 

Klappentext:

Alle wollen immer glücklich sein. Aber was ist eigentlich Glück? Und wer war schon dauerhaft glücklich? Was ist dieses Leben, diese Reihe von unterschiedlichen Momenten, die manchmal wirken, als hätte irgendein Gott gewürfelt? Elke Heidenreich erzählt von sich, von Liebe und Streit, von Begegnungen und Trennungen, von Tieren, Büchern und damit von uns allen. Sie zeigt in kurzen Geschichten, traurigen und komischen Szenen all die Situationen, in denen jeder sich wiedererkennt – und die dann zusammenwachsen zu einem einzigen Roman jedes unwiederholbaren Lebens. Denn wenn man nur genau genug hinschaut, ist so ein Menschenleben mit all seinen Glücks- und Unglücksfällen alles andere als ein Zufall.

Fazit:

Welch anrührend schöne, melancholisch anmutende, traurig wirkende, lustig dreinschauende, auf jeden Fall ans Herz gehende Kurzgeschichten, hat Elke Heidenreich in diesem Buch verewigt. Sie trifft mit wenigen Worten den Nagel auf den Kopf, kurz und prägnant . Die Worte schwingen sanft über das Papier und streuen die entstehenden Emotionen mit leichtem Hauch in unsere Köpfe. Klasse !

Antonia Michaelis – Das Institut der letzten Wünsche

Klappentext:

In ihrem ebenso poetischen wie tiefgründigen, zu Herzen gehenden wie humorvollen Roman „Das Institut der letzten Wünsche“ bezaubert die renommierte Autorin Antonia Michaelis mit ihrem ganz unverwechselbaren Ton. Geschickt verbindet sie eine warmherzige Liebes- und Freundschaftsgeschichte mit ernsten Themen wie der Frage, welche letzten Wünsche Sterbende haben und was am Ende des Lebens zählt, wenn so vieles unwichtig wird.

Antonia Michaelis wunderbare Heldin, die verträumte Mathilda, arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Denn er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

Fazit:

Der Klappentext liest sich ganz nett, das Buch liest sich ganz nett. Mehr ist es auch nicht……ein ganz nettes Buch.
Für mich ist nett, nicht genug. Wobei dieses Buch so schmonzettenhaft Angehaucht ist, dass es mich nicht wundern würde, wenn es verfilmt werden würde.

Herzstück 1.1 – Goldene Jahre

Warum sinkt die Anerkennung und die Wertschätzung im Alter?

So simpel die Frage erscheint, desto schwieriger, ist sie dennoch zu beantworten.

Meine These dazu, ist folgende:

Wir „Nachkriegsenkel“ wurden von der “ vergessenen Generation“ ( Kriegs- und Nachkriegskinder ) erzogen. Diese “ vergessene Generation“ hat gelernt, hart und auch demütig mit vielen Lebenssituationen umzugehen. Sie konnte garnicht anders, sie wurde heftigst hinein gestoßen in diese gar furchtbare Zeit. Sie war es, die danach das Land wieder aufgebaut und nach vorne gebracht hat. Unsere Großeltern – und Eltern haben  uns ( vielen ) den Gehorsam, den Fleiß und einiges mehr mit auf den Weg geben wollen. Alternativer und humanistischer Erziehungstil kam hier nicht zum tragen.

Diese “ vergessene Generation “ ( der Begriff ist in Anlehnung des Buchtitels von Sabine Bode – siehe unter Literatur, hier auf diesem Blog), genau diese “ vergessene Generation “ ist nun, u.a. in unseren Alters – und Seniorenheimen zu finden. Diese Generation von Frauen und Männern, die zu meist  traumatisiert ihr Leben weiter gemeistert haben, ist nun in ihrem eigentlichen “ Goldenen Lebensabschnitt “ angekommen……………und was erwartet sie dort?

Für mich, kommt hier ein weiteres Drama zu tragen!

….und hier, werde ich es erst einmal belassen! Hören und spüren wir hinein in uns, was machen diese wenigen Zeilen mit uns ?

Bitte folgendes angemerkt : Dies sind meine Überlegungen zu diesem sensiblen Thema und ich schätze es, wenn dies auch so respektiert wird. Ich bin jedoch sehr offen für manchen Impuls! Nur zu !

Lieber Gruß, bis bald !

Brigitte Glaser – Bühlerhöhe

Klappentext:

Deutschland, 1952: Zwei Frauen mit Vergangenheit, ein geheimer Auftrag.

Rosa Silbermann wird 1952 mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe geschickt. Die in den 1930ern aus Köln nach Palästina emigrierte Jüdin arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher. Die musste 1945 das Elsass verlassen und sucht ihre Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Beide haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Keine von ihnen vertraut der beschaulichen´Landschaft des Schwarzwalds. Und beide wissen von einem geplanten Attentat auf Bundeskanzler Adenauer, wobei jede ihre eigenen Pläne verfolgt. Zwei Frauen in einer Männerwelt, in der es um Macht, Geschäfte und alte Seilschaften geht – und irgendwann um Leben und Tod.

Fazit:

Eines meiner Lese – Highlights des Jahres 2017 !
Dieses Buch trug mich auf die Bühlerhöhe, in die idyllische Umgebung und hielt mich in den spannendsten Situationen, eng umschlungen. Pure Begeisterung für diesen ausgeklügelten Roman und meine Verneigung vor Brigitte Glaser!

Ärgernis

Ein Ärgernis des gestrigen Abends, 27.08.2017, Ort : In einem Parkhaus in Schwäbisch Hall.

Ich bin immer noch geflasht von der Arroganz und Intoleranz eines mir unbekannten, jungen Mannes , meiner Person gegenüber!

Folgender Fall hat sich zugetragen:

Mein Mann und ich wollten das gestrige Sommerfest in Schwäbisch Hall besuchen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich zäh und mühselig. Nachdem die Möglichkeiten erschöpft schienen, beschlossen wir es nochmals in einem Parkhaus zu versuchen. Die Anzeige eines Parkdecks zeigte uns 132 freie Parkplätze an, jedoch konnten wir nur 2 freie Behindertenparkplätze finden. Wir berredeten gerade die nächste Möglichkeit, als ich zwei junge Frauen entdeckte die vermutlich auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug waren. Ich stieg aus unserem Wagen und folgte den Damen. Sie stiegen in ihren PKW parkten aus und ich stellte mich auf den Parkplatz, als menschlicher Platzhalter. Mir ist bewußt, dass dies rechtlich nicht ok ist. Was aber widerrum, mich härter trifft, ist die Art und Weise eines jungen Mannes mir gegenüber.

Ein Pkw mit drei jungen Männern näherte sich mir, um besagten Parkplatz einzunehmen, ich schüttelte verneinent den Kopf. Darauf stieg der Beifahrer heraus und sprach laut:“ Das dürfen sie nicht! Wenn sie nicht sofort weg gehen hole ich die Polizei!“ zückte auch schon sein handy und versuchte wohl die Polizei zu erreichen. Ich war über diese Hau – Ruck – Aktion so perplex, dass ich keine Worte fand, jedoch mich auch nicht vom Fleck bewegte.

Der junge Mann, hatte keinen Empfang im Parkhaus……..er :“ Ich studiere Jura, ich kenne die Rechte.“ schleuderte er mir entgegen. Das Auto hinter besagtem PKW war mit einem jungen Paar besetzt, der Mann rief nach draußen, sie sollten nun endlich weiter fahren und sich selbst einen Parkplatz suchen. Mein “ Kontrahent“ stieg in den Wagen und fuhr davon. Ich bedankte mich bei meinem Retter mit einem dankendem Kopfnicken. Wir hatten einen Parkplatz !

Gut, was ich zum ausdruck bringen möchte ist folgendes:

Mir ist bewußt , das meine Handlung nicht korrekt war. Was mich aber überraus erschreckt hat, ist diese arrogante und herrablassende Art dieses jungen Mannes. Ich hätte ihm wohl eher folgendes entgegnen sollen: “ Sie studieren zwar Jura, doch sollten sie dringend in Erwägung ziehen “ gutes Benehmen “ und  “ Toleranz “ sich anzueignen.“

Ende der Geschichte

Herzstück 1.0 – Goldene Jahre

Für mich, gibt es vielerlei und eine unglaubliche Anzahl von Herzstücken. Heute möchte ich damit beginnen , was mich seit Wochen überaus bewegt:

Menschen in den goldenen Jahren – Seniorinnen & Senioren

Ich möchte es zuerst soft angehen, soll heißen, wir beleuchten am Anfang was einen / eine – Senior/in ausmacht:

Der Begriff Senior entspringt aus dem lateinischen und bedeutet = älter, der Ältere

Soweit, so gut, liest sich ganz plausibel und unverwerflich.

Doch näher betrachtet, birgt dieser Lebensabschnitt soviele Facetten, die von unserer Gesellschaft oftmals sehr negativ behandelt werden. Was ich hier immer öfters vermisse, ist der Respekt, dem man einem älteren Menschen zollen sollte, stattdessen findet eine Bevormundung, Spott, Hohn und viel zu wenig Wertschätzung statt. Nur um hier einige Punkte anzusprechen.

Warum ? Warum ist das so ? Wann beginnt dieser Verlust von Respekt ?

Mechthild Borrmann – Trümmerkind

 

Klappentext:

Hamburg 1946/47 – Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …

Fazit:

Das ist mit Abstand das beste Buch von Mechthild Borrman, dass ich gelesen habe ( und derer sind vier an der Zahl, die ich ebenfalls für gut befinde). Die Story ist überaus spannend aufgebaut, so fein im Detail beschrieben, dass sie sich in den lesenden Körper einfügt und haften bleibt. Mit diesem Buch ist Mechthild Borrmann ein literarisches Highlight gelungen.

Jane Gardam „Eine treue Frau“

Dieses Buch präsentierte sich in unserer örtlichen Bücherei, genau in Augenhöhe, ich war machtlos einfach daran vorbei zu gehen 😉

 

Klappentext:

Manchmal vergisst Betty, dass sie keine Chinesin ist, so selbstverständlich nah ist ihr das Land, dessen Sprache sie seit Kindertagen beherrscht. Diese elementare Liebe zum Fernen Osten verbindet sie tief mit ihrem künftigen Mann Edward Feathers, dem jungen Star unter den Richtern der Krone in Hongkong. Als Betty Edward ewige Treue verspricht, weiß sie intuitiv, dass ihre Ehe kaum auf wilder Leidenschaft gründen wird. Doch sie ahnt nicht, dass sie nur eine Stunde später der Liebe ihres Lebens begegnen wird, Edwards Erzrivalen Terry Veneering … Jane Gardams „Eine treue Frau“ ist ein umwerfend kluger, zarter Roman über die Spielarten von Liebe und Begehren.

 

Fazit:

Ein leicht zu lesendes Buch. Der trockene, britische Humor wird hier bestens wieder gespiegelt, ohne aufdringlich zu wirken. Die ganzen Seiten sind mit Stil geschrieben und vermitteln ein angenehmes Lesegefühl. Jane Gardam versprüht dezent, die Lust auf mehr!