Literatur - Lyrik - Prosa

Monat: März 2022 (Seite 1 von 3)

Die Fahrt zum Leuchtturm ~ Virginia Woolf

Der Roman erzählt die Zeit zwischen 1910 und 1920 auf der schottischen Isle of Skye. Das erste Kapitel > Die Fenstertür < beginnt im Landhaus der Familie Ramsay. Die kinderreiche Familie beherbergt dort einige ihrer Freunde. Mrs. Ramsay, die ihre Augen und Ohren überall, so erscheint es, hat, plant einen Ausflug mit ihrem eher ängstliche Sohn James. Dieser Plan wird von Mr. Ramsay vereitelt, er erklärt das morgige Wetter würde diesen Ausflug nicht zulassen. Mrs. Ramsay ist sehr bemüht ihre Worte gegenüber James verständlich und milde zu halten. Mr. Ramsay ist eher der Mann der klaren Worte, die immer wieder hart wahrgenommen werden. Allein diese Szene im Roman ist bezeichnend für die damalige Zeit und kommt im Laufe der Geschichte immer wieder in den Fokus.

Das zweite Kapitel > Zeit vergeht < dient hauptsächlich den Protagonisten: Innen. Virginia Woolf verschafft ihnen damit Raum zur Entfaltung. Der erste Weltkrieg kommt und geht und mit ihnen einige vertraute Menschen.

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Wenn ich wiederkomme ~ Marco Balzano

Daniela lebt mit ihrem Mann und ihren beiden heranwachsenden Kindern in einem kleinen Dorf in Rumänien. Ihr Mann unterstützt die kleine Familie nur unzureichend. Und so ist es an Daniela, die Initiative zu ergreifen, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie reist nach Italien, um tatkräftig betagte Senioren oder kleine Kinder zu betreuen.

Im ersten Kapitel erzählt der junge Manuel, dass seine Mutter mitten in der Nacht die Familie verlies, um in der Fremde ihr Glück für ihre Kinder zu suchen. Der Vater zuerst noch voller Tatendrang verfällt in sein altes Muster und ist eines Tages weg. Manuels Schwester versucht ihr bestes, doch ist ihr Plan zu studieren steht im Vordergrund und sie zieht in ein Studentenwohnheim. Nun ist Manuel alleine, zwar sind die Großeltern nebenan, doch fühlt er sich einsam, im Stich gelassen.

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#introspektivminiaturen ~ Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur ~ Schriftstück

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als sie einzog. Ihre Tochter hielt sie untergehakt, denn die Schritte ihrer Mutter glitten unsicher dahin. In meinem Büro nahm ich ihren Biografie-Bogen zur Hand. Sie wurde 1935 geboren und musste nach dem Krieg mit ihren Eltern fliehen. Den Beruf der Schneiderin hatte sie erlernt. Mit ihrem Vater verband sie eine sehr innige Beziehung. Sehr behütet durfte sie aufwachsen. In ihrem Leben heiratete sie zwei Mal und sie bekam drei Töchter. Beide Ehemänner verstarben leider zu früh. Ihr ganzes Leben hat sie gearbeitet und die Erziehung ihrer Kinder war ihr sehr wichtig.

Nun naht die Zeit des Abschiedes und ich sitze an ihrem Bett. Das Schriftstück, den Biografie-Bogen, habe ich sukzessive mit ihren Erzählungen über die Zeit meiner Begleitung erweitert. Leise lese ich ihr, ihr gefülltes Leben vor. Immer wieder blicke ich auf und beobachte sie. Ihr Atem ist kaum hörbar, doch ein Lächeln liegt zart auf ihren Lippen.

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#indiebookday ~ 26. März 2022

Zum heutigen #indiebookday – Unabhängige Verlage, möchte ich diese Schätze gerne vorstellen.

  • Aus dem Septime Verlag
  • Das kleine Licht von Antonio Morescoeine sehr fasziniernde Geschichte über einen Mann der sich in der Wildnis zurückgezogen hat und des nachts ein einsames Licht sieht. Er macht sich auf, dieses Licht zu finden.
  • Portrait von Jürgen Bauer Drei Menschen erzählen die Biographie von Georg. > Portrait < ist ein psychologisches Kaleidoskop der Liebe mit ihren inneren und äußeren Möglichkeiten.
  • Das perfekte Grau von Salih Jamal Vier unterschiedliche Menschen, zwei Frauen und zwei Männer, begegnen sich eher zufällig in einem Hotel am Meer. Ein Road-Trip der besonderen Art. Denn es ist eine Hymne auf die Freundschaft!
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Die Vergessenen

Der Nebel verschluckt meine Träume 

Ich traure ihnen in der Stille leise nach 

Überall nur Stacheldraht und Zäune 

Ein Leben in Freiheit, der Wunsch zerbrach. 

~

Seit Monaten sind wir nun gefangen 

Unserer Freiheit wurden wir beraubt 

Soweit des Weges sind wir gegangen  

Und hatten an die Demokratie geglaubt. 

~

Es scheint, man hat uns ganz vergessen 

Wir vegetieren nur noch vor uns hin 

In Frieden leben, war wohl vermessen 

Unser Leben hier, ist gänzlich ohne Sinn! 

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Skabelon ~ Malin C.M Rønning

Dieses Debüt ist für mich schwer in Worte zu fassen, denn es hat mich abgestoßen und fasziniert. So verharre ich erst einmal in diesem ambivalenten Zustand.

Zum Inhalt: Die junge Ich-Erzählerin Urd, sie wurde gerade eingeschult, ist eines von acht Kindern. Sie lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem heruntergekommenen Haus im Wald, fern der Zivilisation. Der Vater ist meist mit saisonalen Jobs lange unterwegs, so dass alles an der Mutter hängt. Doch die scheint die Situation für sich einigermaßen passabel gelöst zu haben. Wenn sie nicht auf dem Sofa liegt und schläft, liegt sie in der Badewanne und raucht. Tagein, Tagaus. Die Kinder sind sich selbst überlassen. Selten gibt es etwas zu essen, von Fürsorge und Liebe ganz zu schweigen.

Diesem tristen Leben kann Urd nur in der Natur entfliehen. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin. Wann immer ihr danach ist, ist sie in der Natur. Auch nachts, es interessiert niemanden, wo Urs sich befindet.

>Nachts gehört der Wald nur sich selbst, der See streckt sich träge und schwarz in der Dunkelheit. Ich höre ein Geräusch im Unterholz, Zweige knacken. Etwas bewegt sich da drinnen, etwas Großes. Ich bleibe stehen und schaue. <- Seite 26

Urd hat nicht gelernt mit Menschen umzugehen, wie auch ihre Geschwister. Die älteren verlassen nach und nach das Elternhaus und Urd notiert was alles, was dann an den spärlichen Gegenständen fehlt.

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur ~ Lebenszeichen

Seit Monaten denke ich immer wieder an dich. An unsere Telefonate, die oft die Drei-Stunden-Marke sprengten. Und dabei mag ich gar nicht gerne telefonieren. Doch mit dir redete ich über die ganze Welt, hinauf und hinunter. Nur mit dir.  

Du und ich haben es aus Respekt und Wertschätzung geschafft, trotz unserer Trennung gute Freunde zu werden. Du fehlst mir mein Freund. Deine Lebenszeichen sind für immer versiegt. Du hast dein Leben viel zu früh ausgehaucht. 

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Black

Die Sterne werden beschossen 

Rauchschwaden, die den Himmel verschleiern 

Geschosse, sie sind zum Töten gegossen 

Die Luft ist schwarz und bleiern.  

Sabine Poulou

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Der perfekte Kreis ~ Benjamin Myers

1989, um diese Zeit werden über Jahre immer wieder Kornkreise gesichtet. Einige Menschen glauben bis heute, dass Außerirdische diese Kornkreise konzipierten, da der Mensch soetwas Gewaltiges nicht vollbringen vermag.

Der perfekte Kreis, handelt über zwei junge Männer, Redbone und Calvert, die einen Sommer lang bei Nacht ihre ausgeklügelten Kornkreise kreieren. Die zwei nehmen ihre Mission sehr ernst und arbeiten präzise. Mit Seilen und Brettern werden die Kornhalme umgedrückt und arbeiten mit dem Respekt vor der Natur. Calvert hat den Falklandkrieg mit gemacht, seine seelischen Wunden spürt sein Freund Redbone sehr oft.

>Für Calvert ist das Leben ein aufgeschlagenes Ei. Er ist die Schale, und Redbone weiß, dass er immer noch versucht, sie zusammenzuhalten. < – Seite 68

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Ich zahl´s euch reim ~ Thomas Gsella ~ Neue politische Gedichte

Ob es Menschen sind oder Dinge, Tiere oder Viren, Orte oder Zeiten – Thomas Gsellas neue Gedichte sind so ernst wie komisch, so wunderbar gereimt wie zeitlos und aktuell.

In einem Interview antwortet Thomas Gsella auf die Frage: Kann man mit Gedichten gegen die Ungerechtigkeit der Welt anschreiben? »Ja, man kann’s aber genauso gut auch lassen.«
Gut, dass er es nicht gelassen hat und die Zumutungen der Welt in helle, schnelle, schöne Reime fasst. Er nimmt uns mit zu einem Besuch bei Andy Scheuer, in den Sommerurlaub, in die Flüchtlingslager und die allgegenwärtigen Talkshows. Er bedichtet Facebook, Instagram und das Dschungelcamp. Den Brexit und den Golfstromausfall, das Ausland, die Rente und den Antisemitismus. Und wie war doch gleich das Jahr 2020? Ja klar: »Mir kommt der Ausgangsstopp zupass: Ich esse mehr und werde dicker, / Ich trinke mehr, und werde schicker. /Allein der Wald kriegt kaum noch Nass.« Man liest und lacht und freut sich auf mehr. – So der Klappentext

Hier ein sehr bezeichneter Reim für Thomas Gsellas Spitzfindigkeiten:

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