tausendléxi

Literatur & Zeitgeschehen

Monat: Juli 2019 (Seite 1 von 2)

> Die Pyramide < von Ismail Kadare

Unbezahlte Werbung

Ein zu Stein gewordenes Rätsel, so liegen die Pyramiden in der Wüste. Pharao Cheops erklärt seinen nahen Untertanen, dass er für sich keine Pyramide als Denkmal beanspruchen möchte. Sein Hofstaat ist entsetzt über diese Entscheidung und fürchtet eine gewaltige Strafe, falls diese Tradition gebrochen wird. Sie wälzen ihre wertvollen Schriften um den Pharao umstimmen zu können. Dieses Vorhaben ist von Erfolg gekrönt. Die Cheops Pyramide soll gebaut werden. Diese Kunde verbreitet sich in alle Winde. Die Architekten stellen sich dieser kräftezehrenden Aufgabe.

> Es ging nicht nur darum, die genaue Zahl der benötigten Blöcke und die durchschnittlich benötigte Zeit für das Brechen und das Verladen zu berechnen. Die verladenen Blöcke mussten an ihren Bestimmungsort befördert werden, und damit wurde erst alles kompliziert. Da man zum Transport der Steine und der anderen Materialien auf den Nil angewiesen war, mussten dessen Hochwasserphasen berechnet werden. Bereits früher hatte es Versuche gegeben, sicherheitshalber ohne den Fluss zu planen, aber alle Berechnungen zeigten, daß sich dadurch die für den Transport benötigte Zeit verdoppelte, wenn nicht sogar verdreifachte, so daß ( hinter vorgehaltener Hand gesagt ) der Pharao wohl möglich starb, bevor sein Grab fertig war. < ( Seite 31 )

Der Bau der Pyramide dauerte 20 Jahre an. Sehr viele Tote gab es zu beklagen. Verschwörungen und Hinrichtungen waren an der Tagesordnung. Der Pharao sah in diesen 20 Jahren immer seine in Staub gehüllte Grabstätte vor Augen.

> Reihenweise besuchten ausländische Abordnungen in Begleitung der jeweiligen Botschafter die Baustelle. Gleich wenn sie aus den Kutschen stiegen, erstarrten sie fast vor Erfurcht, manchen kamen die Tränen, andere fielen auf die Knie. Die ganze Welt, hieß es, schaue auf Ägypten, wo das größte aller Weltwunder entstehe.> ( Seite 57 )

Fazit: Dieses Weltwunder ist auch heute noch zu bestaunen. Ismail Kadare zeigt hier in seinem Buch eine weise, politische Parabel auf. Er rückt die totale Herrschaft in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Die Cheops – Pyramide wird in einer Zeit gebaut, als es den Ägyptern sehr gut ging, sie waren zu Wohlstand gekommen. Dies sollte der Bau mitunter zunichte machen. Der Autor stellt den Pharao Cheops als herrschsüchtigen Despoten dar, der Menschen unterdrückt und hinrichten lässt. Doch auch wenn diese Geschichte sich schon vor tausenden von Jahren so zugetragen hat, zeigt sie uns Parallelen zu heutigen Staaten auf. Somit erscheint dieses fesselnde Porträt, zeitlos. Der Stil von Ismail Kadare ist weitgehend schnörkellos und flüssig zu lesen, dies ermöglicht die interessanten Zeilen leicht zu lesen. Anmerkung: Mancher Unfall oder Hinrichtung waren ab und an zu gut beschrieben. ( Meine Empfindung ) Große Leseempfehlung!

4 von 5

Fischerverlag / ISBN: 9783100384102 / 158 Seiten

Ismail Kadare, Albaniens berühmtester Autor, wurde 1936 im südalbanischen Gjirokastra geboren. Er studierte Literaturwissenschaften in Tirana und Moskau. Seine Werke wurden in vierzig Sprachen übersetzt, er gilt seit Jahren als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. 2005 erhielt Kadare den Man Booker International Prize. 2015 wurde er mit dem Jerusalem Prize ausgezeichnet. Er ist Mitglied der französischen Ehrenlegion und lebt heute in Tirana und Paris.

https://www.mein-altaegypten.de/Website/C-Pharaonen-Kurzbiografien-Cheops+C+M.html

>Hetty Flattermaus fliegt hoch hinaus< von Annette Roeder & Julia Christians

Rezensionexemplar – unbezahlte Werbung

„Ich bin, wie ich bin!“, ruft Hetty Flattermaus und stürzt sich ins Abenteuer

Die kleine Hummelfledermaus Hetty wird von ihrer Mama Hulda heiß und innig geliebt und soll vor allen Gefahren beschützt werden, doch Hettys Abenteuerlust ist nur schwer zu bremsen. Nicht einmal gruselige Geschichten über die Gespensterfledermaus Kattaka halten sie in Schach. Im Gegenteil: Hettys Neugier auf die Welt außerhalb der heimischen Dachgaube Nummero 18 wird nur noch größer … Trotz Ultraschall-Peilsender findet die furchtlose und kontaktfreudige Mini-Fledermaus Möglichkeiten, auszubüchsen und zusammen mit ihrer Freundin Fidelia und Spitzmausjunge Möppelchen Pi von Abenteuer zu Abenteuer zu flattern………

Hetty strampelte wilder und versuchte Huldas nassen Waschlappen auszuweichen. > Meine Ohren hast du doch erst gestern geputzt.< > Ich werde sie auch morgen wieder putzen, Schätzlein!< Hulda kitzelte Hetty nun absichtlich am Bauch. Die prustete laut los und zappelte gleich noch mehr. > Unsere Lauscher sind nämlich sehr wichtig für uns Fledermäuse, damit orientieren wir uns im Flug. Deswegen müssen wir sie besonders gut pflegen!<, erklärte Hulda geduldig. Sie tauchte den Lappen wieder in die Waschschüssel. ( Seite 15 )

Fazit: Die Abenteuer der kleinen Hummelfledermaus Hetty haben mich bestens unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und sehr verständlich zu lesen. Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Geschichten um die kleine Hetty, immer interessant und auf heitere Weise lehrreich erzählt sind. Ein wirklich sehr gelungenes Kinderbuch, das durch seine wohldurchdachte Erzählung und die sehr liebevoll anmutenden Illustration, Kinder – und Erwachsenen – Herzen verzaubert. Leseempfehlung: Kinder von 6 – 9 Jahre

5 von 5

cbj Kinder-und Jugendbuchverlag / ISBN: 9783570176771 / 120 Seiten

Erscheinungstermin: 29. Juli 2019

Annette Roeder, Architektin und Mutter dreier Kinder, ist erfolgreiche Illustratorin und Autorin zahlreicher Kinderbücher. Bei Prestel erschien von ihr u. a. „13 Bauwerke, die du kennen solltest“, zahlreiche Kunst-Malbücher, „Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft! Kunst, Gedichte und mehr für Kinder und Erwachsene“ und „Kein Bock auf Kunst? So überlebst du jeden Museumsbesuch!“

Julia Christians, geboren 1984, studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und schloss das Studium als Diplomdesignerin ab. Seitdem arbeitet sie selbständig als Grafikdesignerin und Illustratorin für zahlreiche Kinderbuchverlage. Sie ist auch international sehr gefragt. Mit ihrer Familie lebt sie im Harz.

> Mein Bruder Che < von Juan Martin Guevara

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Der Mythos Che Guevera, dieser Stern wird wohl immerzu leuchten. Ernesto >Che < Guevera wird am 14. Juni 1928 geboren. Er ist der Erstgeborenen seiner Eltern. Seine Mutter Celia, eine junge Frau aus gutem Hause und sein Vater Ernesto, seines Zeichens Tangotänzer, lieben ihren Sohn sehr. Celia spürt schon von Beginn an eine innige Verbundenheit mit Che. Von ihr übernimmt er auch die große Leidenschaft des lesens und ihre Sprachbegabung. Che´s Vater ist und bleibt zu seinen Lebzeiten ein Tu – nicht – gut, doch als der kleine Che als Kleinkind immer wieder von Asthmaanfällen heimgesucht wird, ist er an Celia´s Seite. Die kleine Familie zieht in eine ihr unbekannte Gegend Argentiniens, um Che das Asthma zu erleichtern.

Es folgen noch vier weitere Kinder, Roberto, Celia, Ana Maria und Juan. Die wohn – wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie Guevara sind mehr als fragwürdig. Die Mutter legt sehr großen Wert auf Bildung, der Vater auf sein Vergnügen. Einrichtungsgegenständen wird keinerlei Beachtung beigemessen. Was kaputt ist, bleibt so.

>Ich verdanke meine Frühreife Ernesto. Von Kindesbeinen schlug er mir Bücher zum Lesen vor, erklärte mir alles, sprach mit mir über Politik wie mit einem Gleichaltrigen. Ich war von seiner Gelehrsamkeit ungeheuer beeinflusst. Er brachte mir auch eine ganze Schar anzüglicher Gedichte bei, die ich eiligst vor den Freundinnen meiner Schwestern zu Besten gab. Sie waren entrüstet. Als ich es Ernesto erzählte, lachte er Tränen. ( Seite 101 )

Che lernt Fidel Castro kennen und kämpft mit ihm gemeinsam in der kubanischen Revolution. Dieser Umsturz ist von Erfolg gekrönt und Fidel Castro wird Regierungschef und Staatspräsident von Kuba. Che´s Weg geht weiter, er vertritt die soziale Gerechtigkeit und gewinnt immer mehr Anhänger. Somit macht er sich bei einigen Mächtigen über die Maßen unbeliebt und wird bald zum Gejagten. Ernesto Che Guevara war ein marxistischer Revolutionär aber auch Arzt und Autor. Er wurde am 9. Oktober 1967 in Bolivien, in einem Hinterhalt, ermordet. Sein Leichnam bleibt viele Jahre spurlos verschwunden.

>Auf die Gefahr hin lächerlich zu erscheinen,< hatte er eines Tages erklärt, < behaupte ich, dass der wahre Revolutionär vor allem von einem großen Gefühl der Liebe geleitet wird. Man kann sich keinen echten Revolutionär vorstellen, dem dies fehlt. Man braucht ein besonderes Maß an Menschlichkeit, Gerechtigkeitssinn und Wahrheitsliebe…….<( Seite 199)

Fazit: Fast fünfzig Jahre lässt sich Juan Martin Guevara Zeit, um über seinen weltberühmten Bruder Che zu schreiben. Mit diesem Buch nun, ermöglicht er tiefe Einblicke in das Familienleben der Guevaras. Den Mythos Che unterstreicht er mit jeder Silbe und lässt diesen charismatischen Rebell in seiner Heldenhaftigkeit im ganzen Umfang seines Ruhmes erstrahlen. Juan Martin Guevara lässt tief blicken und vermittelt viele Einsichten und Zusammenhänge rund um das Leben seines Bruders. Er erzählt auch die verschiedenen Lebensgeschichten seiner nahen Angehörigen, nach dem Tod von Che, auch von den Repressalien die sie erdulden mussten. Soweit so gut……..In > Mein Bruder Che < wird sehr viel familiäres ausführlich beschrieben, doch kommen politische Motive und Geschehnisse nicht zu kurz. Für Che mehr oder weniger Neulinge übt selbst das Buch eine besondere Art von Faszination aus. Was dem Ganzen nicht gerade optimal zuträglich ist, sind mehrere Passagen um die Person Juan. War mir too much! Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch das leicht und verständlich geschrieben ist.

4 von 5

Herzlichen Dank dem Klett – Cotta Verlag für dieses Exemplar

Tropen / ISBN: 97836008503746 / 348 Seiten

Juan Martin Guevara, geboren 1943, lebt in Buenos Aires. Er verbrachte wegen seiner politischen Aktivitäten und dere Beziehung zu seinem Bruder Che mehr als acht Jahre hinter Gittern der Militärjunta.

< Lass uns fliegen < von Katrin Bongard

Unbezahlte Werbung

Paulines Leben steht auf Neuanfang. Nach einem schweren Autounfall, bei dem ihre Schwester Bea das Leben verlor, kämpft sich Pauline wieder zurück ins Leben. Doch dieser Weg zieht sich wie ein ausgepuckter Bubble Gum, sehr zäh und widerspenstig. Ihr größter Halt in ihrem noch jungen Leben ist für sie nicht mehr erreichbar.

Vincent, ein Junge mit mehr auf dem Kasten als er in der Schule zeigt, besticht mehr durch seinen Ruf als Kiffer, anstatt guter Noten. Einzig sein Freund Hendrik weiß um die familiären Umstände in Vincents Elternhaus. Vincent gilt als Außenseiter.

>Das ist das Problem mit der Zeit<, sagte ich.> Sie läuft einfach immer im Kreis. Läuft bei zwölf los und denkt bei sechs, es wird alles ganz anders, alles ist auf den Kopf gestellt, und dann…..ist es doch wieder zwölf, und alles geht von vorne los.< > Was Alter? Wirst du jetzt depressiv, oder was?< Nein. Ich denke an meinen Vater und an seine Versuche, sein Leben zu ändern und damit auch mein Leben. Jedes Mal ist er sicher, dass alles ganz anders wird, und dann……..Seite 19

Pauline und Vincent lernen sich in der Schreibwerkstatt ihrer Schule kennen. Sehr zögerlich kommen, die in sich zurück gezogene Pauline und der überaus belesene Vincent, sich Stück für Stück näher. Doch auch dieser Weg beinhaltet die Betrachtung von Wut und Trauer, Poesie und Liebe, immer weiter hin zum sukzessiven Erwachsenwerden. Beide Jugendliche tragen die Last ihrer Familiengeschichte auf den Schultern, sind jedoch in der Tat dabei ihre mögliche eigene gemeinsame Story auf den Kurs zu bringen.

> Lesen ist Aufsaugen, Schreiben ist Ausspucken. Lesen ist Trinken, Schreiben ist nüchtern werden. Lesen ist sehen, Schreiben ist Handeln.< Seite 39

Fazit: Katrin Bongard hat hier mit < Lass uns fliegen < ein sehr emotionales und beeindruckendes Jugendbuch geschrieben. Die Kapitel sind in Pauline und Vincent unterteilt und vermitteln die Empfindungen und Wahrnehmungen dieser jungen Menschen, die ihren eigenen Weg erst noch finden müssen. Und gerade auf diesem sehr entscheidenen Kurs, lässt uns die Autorin überzeugend und gespickt mit geballter Authenzitität , teilnehmen. Das empfohlene Lesealter wird mit 13 – 16 Jahren angegeben. Auch wenn ich diese Empfehlung schon etwas überschritten habe und nicht mehr in den Kreis der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zähle……..mir hat dieses Buch außerordentlich gut gefallen. Der Stil von Katrin Bongard ist besonders flüssig und feinfühlig, dies ermöglicht diesem Buch als page – turner zu fungieren. Große Leseempfehlung !

5 von 5

Oetinger Taschenbuch / ISBN: 9783841504166 / 233 Seiten

Katrin Bongard (* 1962 in West-Berlin) ist eine deutsche Künstlerin (Malerei und Film) und Schriftstellerin.

Leben

Die in West-Berlin geborene Katrin Bongard wollte schon als Kind Malerin werden, sie studierte Kunstgeschichte und ist seit 1983 gemeinsam mit Uwe Carow künstlerisch tätig. Über Bekanntschaften aus der Filmbranche kam sie zum Drehbuchschreiben. Auch ihr Jugendroman Radio Gaga (2005) war ursprünglich eine Drehbuchidee. Wie die Fortsetzungen Radio Gaga on Air (2006) und Rocco (2007) erschien er beim Verlag Beltz & Gelberg. Radio Gaga bekam den Peter-Härtling-Preis, 2006 den Jugendbuchpreis der Jury der jungen Leser und die Goldene Leslie.

Katrin Bongard ist die Mutter der Schauspieler Isabel Bongard, Leonard Carow und Amber Bongard und vertritt mit einer Schauspielagentur weitere Nachwuchsdarsteller. Sie lebt in Potsdam. ( Quelle Wikipedia)

https://www.katrinbongard.com/

< Kein Land für alte Männer < von Cormac McCarthy

Unbezahlte Werbung

Bei einem morgendlichen Ausflug in der texanischen Wüste findet Hobbyjäger Llewellyn Moss eine gespenstische Szenerie vor: mehrere Leichen, eine Pick-up-Ladefläche voller Heroin und am Ende einer Blutspur einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Er behält das Geld – sein erster Fehler. Der zweite: In der Nacht kehrt er zum Tatoert zurück, um seine Spuren zu verwischen. So gerät er ins Visier des eiskalten Killers Chigurh. Und genau wie der alte Sheriff Bells ist Moss dieser Form von Grauen und Gewalt nicht gewachsen……………( Quelle rororo)

Sie standen da, wie er sie zurückgelassen hatte, auf ihre platt geschossenen Reifen gekauert. Er näherte sich mit der gespannten.45er in der Hand. Totenstille. Konnte am Mond liegen. Sein eigener Schatten war mehr Gesellschaft, als ihm recht war. Hässliches Gefühl hier draußen. Ein Eindringling. Bei den Toten. Nun fang bloß nicht an zu spinnen, sagte er. Du bist keiner von denen. Noch nicht. ( Seite 28 )

Fazit: Ein atemberaubender, Western – anmutender Thriller. Die Verfolgungsjagd zwischen dem Killer Anton Chirgurh und dem Vietnam – Veteran Llewellyn Moss gestaltet sich actionreich und äußert spannend. Chirgurh ist über die Maßen furchteinflößend( Behauptung meinerseits, als Mimose). Seine Art zu töten, aber auch der Umgang mit seinen Mitmenschen, ist als bizarr zu beschreiben. Dem Plot, würde ich das Prädikat ausgezeichnet gerne aufdrucken. Sprachlich ist Cormac McCarthys Stil hart und scharf kantig, jedoch mit so einer Präsenz, dass einem den Atem verschlägt. Ich fühlte mich mit > Kein Land für alte Männer < bestens unterhalten und spreche mich gerne für eine Leseempfehlung aus ! Das Sahnehäubchen sei hier angemerkt. Dieses Buch ist verfilmt worden, vor einigen Jahren und wurde, zurecht, mit einem Oscar ausgezeichnet. Darsteller u.a. Javier Bardem, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Woody Harelson. Ich habe diesen Film > no country for old man < kurz nach Beendigung des Buches angesehen und war von der Umsetzung und Authentizität mehr als begeistert.

5 von 5

Rowohlt Taschenbuch Verlag / ISBN: 9783499242885 /283 Seiten

Cormac McCarthy wurde 1933 in Rhode Island geboren und wuchs in Knoxville, Tennessee auf. Für sein literarisches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award. Die amerikanische Kritik feierte seinen Roman «Die Straße» als «das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte» (Publishers Weekly). Das Buch gelangte auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und verkaufte sich weltweit mehr als eine Million Mal.

( Neues Cover)

#MiteinanderStattGegeneinander – Danke an Monerl !

[Aktion] Monatshighlight LinkPARTY Juli

> Dement, aber nicht bescheuert < von Michael Schmieder

Unbezahlte Werbung

Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken

< Die Würde des Menschen ist unantastbar! < Artikel 1 des Deutschen Grundgesetzes.

Worum geht es?
Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir „Gesunden“ können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid – mit beeindruckendem Erfolg.

Was ist besonders?
Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individuum. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten. Wenn das bedeutet, dass eine Patientin nur noch Torte isst und ein anderer am besten im Flur schläft, so ist das in Ordnung. Hauptsache, es geht den Patienten gut. Und das tut es: Sonnweid gilt als eines der besten Pflegeheime für Demenzkranke.( Quelle Ullstein)

< Der demente Mensch ist Staatsfeind Nummer eins in allen Altersheimen. Ein Anarchist, der Normen verweigert, sich querstellt, boykotiert, schreit und schweigt aus Gründen, die nur er kennt. Er ist schamlos, offen und zugleich verschlossen. Ein Störenfried, der sich nichts sagen lässt und das Chaos zur Norm erhebt. Er stellt neue Normen auf und verändert sie sekündlich.<

Fazit: Michael Schmieder nimmt sich hier in seinem Buch einer, seiner Herzensangelegenheit an. Demenziell erkrankten Menschen ihre Würde zu lassen. Er hat die Norm der vielen Krankenhäuser und Altersheimen, in seinem geführten Sonnweid, durchbrochen und maßgeblich verändert. Der Tagesablauf in vielen Pflegeeinrichtungen, richtet sich nicht nach den Bedürfnissen der Patienten und Bewohner, sondern zwingt ihnen die Bedingungen des jeweiligen Hauses auf, indem man sie wie Schachfiguren in einem vorgegebenen System positioniert. Die halbherzige Lösung, zu der sich einige Heime aufgerafft haben, besteht allerdings darin, wohngruppenähnliche Gebilde für zwanzig demente Patienten in zwanzig Einzelzimmer einzurichten. Solche Gruppen stoßen notgedrungen auf ihre Grenzen. Michael Schmieder ist ein Pionier in Sachen würdevoller Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Er weist sehr wohl machbare Wege auf, die eine spürbare Verbesserung in der Pflege und Betreuung ermöglichen. > Dement, aber nicht bescheuert < ist verständlich und leicht zu lesen. Zu der Thematik, ein sehr wichtiges Buch! Große Leseempfehlung!

Ullstein Buchverlage 7 ISBN: 9783548377100 / 219 Seiten

Michael Schmieder leitet das Heim Sonnweid, das als eine der besten Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke weltweit gilt. Sein erklärtes Ziel ist es, den Patienten ihre Würde wiederzugeben.

Herr Siegel

Foto – Sabine Krass

An einem sonnigen Tag klopfe ich an die Zimmertüre von Herr Siegel, auf ein >Ja bitte< trete ich ein. Er liegt sehr verbogen auf seinem Bett. > Hallo Herr Siegel, ist alles in Ordnung?> Sein Mund verzieht sich und er antwortet> Ja, im Moment ist das meine angenehmste Lage.> und lacht. Erleichtert frage ich> Ich wollte sie zu einer kleinen Spazierfahrt abholen. Haben sie Zeit und Lust ?< Er lächelt < Jawohl gerne<.

Den Rollstuhl schiebend, machen wir uns auf in den nahegelegenen Stadtpark. Es ist kein leichtes Unterfangen, da Herr Siegel von seiner Parkinson – Erkrankung schwer beeinträchtigt ist. Er kann zeitweise weder sitzen, liegen oder gar gehen. Starke Schmerzen nehmen von jetzt auf nachher von ihm Besitz.

Im Stadtpark angekommen, suchen wir im Schatten einen Platz zum rasten. Wir finden ihn in der Nähe eines kleinen Baches. Beide lauschen wir den Geräuschen des Wassers zu. Herr Siegel erzählt mir von seinen Kindheitstagen in einem mir vertrauten Ort.> Wir waren ein paar Jungs die sich nach der Schule immer am Flußufer trafen, das war nach dem Krieg. Wir haben Lianenstengel geraucht. < Ich lache auf > Genau das haben wir auch gemacht!“ ( Viele Jahre später ) Herr Siegel strahlt mich an und wir lachen gemeinsam. > Und dann kam da eines Tages ein Erwachsener dazu, der hatte den Krieg erlebt und zeigte uns, wie wir aus Holunderstengeln und Walnusshälften eine Pfeife bauen kann. Geraucht haben wir getrocknete Walnussblätter. Pfui war das ekelig! > Wir schauen gemeinsam in die Natur mit einem Lächeln im Gesicht.

> TESS < von Thomas Hardy

Unbezahlte Werbung

Der große Schicksalsroman

Durch Zufall erfährt die in ärmlichen Verhältnissen lebende Tess Durbeyfield, dass ihre Familie einem alten normannischen Adelsgeschlecht entstammt. Ihr Entschluss, vermeintliche Verwandte zu besuchen, hat fatale Folgen für die junge Frau: Sie trifft auf die zwei Männer, die den Gang ihres Schicksals unheilvoll lenken.( Quelle dtv)

Die bildhübsche und sehr anmutige Tess feiert mit den Dorfbewohnern aus Morlott. Gemeinsam bejubeln sie die Verherrlichung der Göttin Ceres. Es ist eine sehr ausgelassene Feierlichkeit. Dort sieht sie den Pfarrerssohn Angel Clare das erste Mal und ist verzaubert von seinen überaus eleganten Worten.

>Und wie sie alle äußerlich von der Sonne erwärmt wurden, so hatte auch jede für sich seine eigene Sonne für die Seele, an der sie sich wärmen konnte – einen Traum, eine Liebe, eine Lieblingsbeschäftigung, zumindest eine ferne, vage Hoffnung, die, wenn sie auch keinerlei Nahrung bekam, noch immer fortlebte, wie es Hoffnungen tun. Somit waren alle heiterer, und viele von ihnen sogar fröhlicher Stimmung.<

Unterdessen unterrichtet der Vater von Tess sein Umfeld von seiner erhabenen Herkunft. Eine vermeintliche letzte Verwandte wird ausfindig gemacht. Tess geht bei ihr in Stellung. Der Sohn des Hauses, Sir Alec d´Urbervilles, hat ein Auge auf Tess geworfen. Er stellt ihr nach. Doch die tugendhafte Tess erwehrt sich seiner Avancen.

Sehr unglückliche Umstände erfordern die Rückkehr von Tess, zurück in ihr Elternhaus. Dort durchlebt sie weitere Schicksalsschläge. Sie verlässt ihr Elternhaus, um für ihren Unterhalt selbst zu sorgen. Auf einem Gut trifft sie Angel unverhofft wieder. Dieser verliebt sich unsterblich in dieses entzückende Geschöpf. Es könnte sich alles zum Guten wenden, doch die Moral von Tess und der unberechenbare Sir Alec scheinen dies vereiteln zu wollen.

Fazit: Jane Austen LiebhaberInnen kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Thomas Hardy erzählt diesen Schicksalsroman mit so einer Dramatik, die vielerlei auslöst wie Fassungslosigkeit, Bestürzung oder auch Sprachlosigkeit. Konsterniert bleibt die Hoffnung, die Hoffnung auf ein Happy End. In der Tat kommen hier auch die glücklichen Momente zum Tragen, sie verleiten zur Freude und Glückseligkeit. Alles in Allem überzeugt Thomas Hardy mit seiner verheißungsvollen Poesie, die mit ihrer gut dosierten Süße, gepaart mit sehr bewegenden Schicksalen, eine homogene und formvollendete Fülle ergeben. > TESS < ist ein Roman der in die Seele leise gleitet und sich dann wie zu Hause fühlt. Die reichlichen Beschreibungen über Flora und Fauna erfordern Geduld. Doch was ist das gegen diese unglaubliche Manigfaltigkeit von überaus aufwühlenden Ereignissen………………….Große Leseempfehlung!

5 von 5

dtv Verlag / ISBN: 978323144032 / 580 Seiten

Thomas Hardy, geboren am 2. Juni 1840, war Sohn eines Baumeisters. Er ging nach der Architektenlehre nach London und begann neben seiner Arbeit als Kirchenrestaurator zu schreiben. 1871 erschien der erste seiner berühmten ›Wessex‹-Romane, die alle in seiner heimatlichen Umgebung angesiedelt sind. Hardy hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter 14 Romane und fast 1000 Gedichte. Er starb am 11. Januar 1928.

> Der Beginn < von Carl Frode Tiller

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein Leben revue passieren.

>Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts< Søren Kierkegaard

Terje, ein Klimaforscher, ist ein sehr komplizierter und kompromittierender Zeitgenosse. Seine Kindheit verlief suboptimal und er scheint nun das Produkt dieser lieblosen Erziehung zu sein. Die Mutter, depressiv und stark Alkoholkrank, der Vater meist abwesend. Er fühlt sich verlassen und spiegelt dies mit seiner ruppigen, voller Ironie und Sarkasmus geladenen Haltung nach außen. Er versprüht geradezu diese toxische Mischung und ein Gegenmittel lässt sich nicht finden. Seine Frau Turid und seine Tochter Marit lieben ihn trotz seiner Eigenart. Ja, er ist ein faszinierender Unsympath. Er hat sich in seinem Beruf einen Namen gemacht, fachlich ist er höchst kompetent. Menschlich ein Versager. Immer wieder wird von Gefühlen übermannt, die ihm vermitteln wollen, dass obwohl er sich alleine, im Büro, in der Garage etc. aufhält, noch jemand in seiner unmittelbaren Nähe sich aufhält.

Nun, nach seiner unglaublichen Odyssee seines Lebens, liegt er im Sterben, alle möglichen Geschichten und Ereignisse fallen ihm ein. Sein anstrengendes Leben zieht an ihm vorbei.

Fazit: Carl Frode Tiller hat hier etwas sehr außergewöhliches zu Papier gebracht. Eine Lebensgeschichte, wohl eher ein Schicksal, vom Sterbebett betrachtet. Terje, um den es hierbei hauptsächlich geht, ist oftmals so dermaßen dreist und berechnend, dass einem die Spucke im Halse stecken bleibt. Das fassungslose Kopfschütteln nicht zu vergessen. Dieses Buch genießt einen gewissen Grad an Anspruch, denn Tiller wechselt von Kapitel zu Kapitel die Zeiten der Vergangenheit. Das kann verwirren. Leider weist die Story Längen auf, und zwar wenn Terje sehr ausschweifend und langatmig über seine Forschungsergebnisse und Prognosen berichtet. Mein Interesse zu dieser Thematik ist durchaus vorhanden, doch da ist es mir zu viel des Guten. Carl Frode Tiller hat hier zwei Schwerpunkte in seinem Buch beschrieben. Zum einen das Produkt einer konfusen Kindheit, die Gene mit eingeschlossen, und zum anderen die globale Krise. > Der Beginn < werte ich als ein durchaus faszinierendes und sehr bewegendes Buch , dekoriert mit einigen poetischen Pralinés. Leseempfehlung !

4,5 von 5

Herzlichen Dank an den btv Verlag für dieses Exemplar! ISBN:9783442758203 / 343 Seiten

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt. »Wer du heute bist« ist nach »Kennen Sie diesen Mann?« der zweite Teil der Trilogie um den gedächtnislosen David.

https://tausendléxi.de/carl-frode-tiller-kennen-sie-diesen-mann

> HUNGER < von Roxane Gay

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

>Als ich am schwersten war, wog ich 261 Kg bei einer Körpergröße von 1,91m.<

Roxana Gay hat das Bedürfnis sehr viel zu essen. Im Alter von 12 Jahren hat sie ein ungeheuer, traumatisches Erlebnis. Der Schmerz ist so immens groß, dass sie fast daran zerbricht. Um dieses Gefühl, diese Emotionen zu betäuben, beginnt sie ungeheuerlich viel zu essen. Das steigert sich in Maßlosigkeit. Die Kilos haften an ihrem Körper, diesem Körper, den sie ablehnt und verändern möchte.

Ihre Hülle wird mit Fett gepolstert. Die Eltern von Roxane setzen ihr mit verschiedenen Diäten zu. Doch nach jeder dieser Kasteien nimmt sie ihre fest verankerten Gewohnheiten wieder auf. Roxane hat sich einen beschwerlichen Weg gewählt, der von Selbstverachtung und mangelndem Selbstwertgefühl, träge und schweren Schrittes begangen wird.

40 Jahre behält sie ihr Geheimnis bei sich. Sie hat es unter ihrer Masse fest eingeschlossen.

>Die feindlichen Kommentare tarnen sich oftmals als Besorgnis, denn die Leute wollen immer nur das Beste für dich. Sie vergessen, dass du ein Mensch bist. Du bist nur ein Körper, mehr nicht, und dein Körper sollte verdammt noch mal weniger werden.<

Fazit: Dieses Buch hat meine Neugier geweckt. Was sollen die Beweggründe für eine solch maßlose Esslust sein? Ich wollte verstehen, nicht verachten. Das hat die Autorin Roxana Gay mit ihrer Biographie zu 70% geschafft. Ihr Schreibstil ist einfach verständlich und schnörkellos. Roxane Gay wandert im Buch in vorher & nachher von Kapitel zu Kapitel. Sie schildert ihre Beweggründe auf geradezu erschütternde Weise. Wir stecken nicht in den Schuhen eines anderen Menschen. Wir wissen nicht welche schwere seelische Last er in und durch seine unglaubliche Masse nach außen trägt. Es steht uns nicht zu, zu werten. Jedoch seien auch Punkte genannt, die kritisch zu betrachten sind. Roxane Gay wiederholt einige Sätze immer und immer wieder. Da wird meine Toleranzgrenze ziemlich weit nach unten verschoben. Das Gefühl der Selbstbeweihräucherung der Autorin wird verstärkt auffällig. Das verleidet etwas das lesen. Roxane Gay hat sich eines sehr wichtigen und interessanten Themas angenommen, doch die Umsetzung wies einige Kanten auf. Dennoch, auch mit diesen Abstrichen ist dieses Buch zu empfehlen, um einen Einblick in diese Thematik zu erlangen.

4 von 5

Ich danke dem btb – verlag für dieses Rezensionsexemplar! ISBN:978344275142 / 316 Seiten

Roxane Gay, geboren 1974, ist Autorin, Professorin für Literatur und eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen und literarischen Stimmen ihrer Zeit. Sie schreibt u.a. für die New York Times und den Guardian, ist sie Mitautorin des Marvel-Comics »World of Wakanda«, Vorlage für den hochgelobten Actionfilm Black Panther (2018), dem dritterfolgreichsten Film aller Zeiten in den USA. Roxane Gay ist Gewinnerin des PEN Center USA Freedom to Write Award. Sie lebt in Indiana und Los Angeles.

« Ältere Beiträge

© 2019 tausendléxi

Theme von Anders NorénHoch ↑