tausendléxi

Literatur & Zeitgeschehen

Monat: Mai 2019

> Mein Name ist Judith < von Martin Horváth

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Die Welt von dem Autor León Kortner wird auf den Kopf gestellt. Er verliert bei einem Attentat am Wiener Hauptbahnhof, seine Liebsten, seine Frau und seine Tochter. Seit diesem tragischen Ereignis, lebt León wie in einem Vakuum gehüllt, von der Realität ausgeschlossen.

Eines Morgens dann, sitzt ganz unverhofft, ein etwa zehnjähriges Mädchen in seiner Küche. Bekleidet ist sie mit einem auffälligen, altmodischen Mantel. Ihr Name ist Judith Klein. Sie behauptet allen Ernstes, dass ihrem Vater die Buchhandlung unten im Haus gehört. Doch diese besagte Buchhandlung gibt es schon lange nicht mehr. Die Familie Klein musste die Buchhandlung Ende der 1930 Jahre aufgeben. Sie flüchteten vor den Nazis.

Durch Judith wird León aus seiner Lethargie und Schwermüdigkeit gerissen. Nicht nur das, denn León ist auch seines Lebens müde, ohne seine Familie fühlt er sich verloren. Er weiß um das Schicksal der Familie Klein, doch möchte er diesem Kind die schmerzliche Wahrheit ersparen und erfindet sehr geschönte Geschichten.

>Aber die Lügen waren, so sei zu meiner Verteidigung vorgebracht, der Barmherzigkeit entsprungen. Sie waren aus Liebe geboren. Aus der Liebe eines Vaters, der wusste, was es bedeutete ein Kind zu verlieren.<

An sich liest sich das interessant, jedoch, ich sollte eines Besseren belehrt werden. Martin Horváth ist ein abwechslungsreicher Plot gelungen, der mich auf den ersten Blick angezogen hat. Doch waren mir einige Handlungsstränge zu verwirrend und mein Feuer der Geduld war bei 230 Seiten endgültig verraucht. Martin Horváth´s Schreibstil ist durchaus poetisch zu bezeichnen. Dies war auch der Anlass weiter an der Story dran zu bleiben, um den Sinn zu verstehen, weshalb er Vergangenheit, Gegenwart und Phantasie oder diverse Wahrnehmungen derart vermischt. Leider, und dies sage ich mit Ausdruck, konnten das Buch und ich unsere gemeinsame Reise nicht zu Ende führen, dennoch werde ich Martin Horváth gerne im Auge behalten.

3 von 5

Herzlichen Dank dem Penguin Verlag für dieses Exemplar!

Penguin Verlag / ISBN: 9783328600107 / 362 Seiten

Martin Horváth, wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst und lebt seit 1988 als freischaffender Musiker. Konzerte mit verschiedenen Wiener Orchestern und Kammermusikensembles führten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals wie den Salzburger und Bregenzer Festspielen. Während eines mehrjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er als Journalist und Übersetzer sowie an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA. Für seine Kurzprosa, Essays und andere Texte erhielt er Preise und Stipendien wie den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis und das Autorenstipendium der Stadt Wien. 2012 erschien sein Romandebüt, „Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten“ (DVA), für das Martin Horváth mit der AutorInnenprämie des österreichischen Kulturministeriums ausgezeichnet wurde. Zudem ist das Buch für den Rauriser Literaturpreis und den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck nominiert.

> Sturmflut < von Margriet de Moor

Unbezahlte Werbung

Niederlande im Jahre 1953, das Jahr in dem historisch gesehen, die größte Flutkatastrophe, fast den ganzen Südwesten des Landes von der Landkarte fegte. Viele einschneidenden Fügungen und unglaubliche Zufälle geschehen vor, während und auch nach dieser schicksalhaften und verlustträchtigen Zeit. Ein immenses Szenario einer mächtigen Naturgewalt und kein Mensch kann dies stoppen.

>Sterben zu müssen ist die verzeihliche Angst jedes Menschen, und in einem Gebiet wie diesem fürchtet man dann natürlich sehr schnell speziell den Ertrinkungstod.<

Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt dieses Romanes. Armanda, die an einem Wochenende ihr Patenkind auf Zeeland besuchen wollte. Lidy, die verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter ist und just an diesem Wochenende mit ihrem Mann eine Party besuchen möchte. Doch die Schwestern tauschen ihre Rollen und so steigt Lidy ins Auto und macht sich auf den Weg nach Zeeland. Armanda freut sich mit ihrem Schwager Sjoerd, auf den sie schon lange ein Auge geworfen hat, einen netten Abend zu verbringen.

Die Autofahrt von Lidy gestaltet sich anstrengend, da schon ein kräftiger Sturm das Auto etwas schüttelt. Sie erreicht die Feierlichkeit des Patenkindes von Armanda, für die Übernachtung ist bestens gesorgt. Lidy fühlt sich wohl.

Armanda und Sjoerd befinden sich inmitten der anderen Partygäste. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Armanda bemerkt, dass Sjoerd sie immer wieder aus der Distanz betrachtet. Als sie ihn ansieht, lächelt er.

<Sie muss zurückkommen, sagte er.< Es ist möglich, das weißt du sehr gut.< Sie hörte, daß er wie ein Wahnsinniger sprach, aber sie, das war ihr klar, hörte ihm wie eine gleichfalls Wahnsinnige zu, als er sagte > Ich will sie wieder an mich drücken, in den Armen halten. Das ist doch logisch, oder ?<

Die Zeit der Lebensuhr wird für sehr viele Menschen ablaufen. Doch wie sie erlebt wird, ist sehr unterschiedlich und individuell. Fakt jedoch ist, es wird auch Überlebende und Hinterbliebene geben, die mit dem Verlust eines oder mehreren lieben Menschen in irgendeiner Art und Weise zurechtkommen müssen. Und hier kommt Margriet de Moor ins Spiel, ihr gelingt es wirklich erstklassig, diese innigen Empfindungen und schmerzhaften Gefühle, sehr einfühlsam und auffallend Real zu vermitteln. Auch die Ambivalenz der Schwestern beleuchtet sie sehr feinsinnig ins Detail. Der Stil ist geradezu knallhart gehalten und übt Verzicht an Schnörkeln und unnützen Metaphern. Ein herausragender Roman!

https://www.welt.de/kultur/history/article173036480/Sturmflut-1953-Eine-Katastrophe-die-das-Land-fuer-immer-veraenderte.html

5 von 5

Deutscher Taschenbuch Verlag / ISBN: 9783423136358 / 349 Seiten

Margriet de Moor gehört zu den bedeutendsten niederländischen Autoren der Gegenwart. Sie studierte Klavier und Gesang, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Bereits ihr erster Roman Erst grau dann weiß dann blau (Hanser, 1993) wurde ein sensationeller Erfolg. Heute sind ihre Romane und Erzählungen in alle Weltsprachen übersetzt. Ihr Werk erscheint im Hanser Verlag, zuletzt Die Verabredung (Roman, 2000), Der Jongleur (Ein Divertimento, 2008), Der Maler und das Mädchen (Roman, 2011), Mélodie d’amour (Roman, 2014), Schlaflose Nacht (2016) und Von Vögeln und Menschen (Roman, 2018). Margriet de Moor lebt in Amsterdam. – Quelle – Hanser -Verlag

> Grenzgänger < von Mechtild Borrmann

Rezensionexemplar / unbezahlte Werbung

1951, Henni ist 17 Jahre alt, als sie wegen Schmuggels und ihrer < krankhaften Verlogenheit < in eine Besserungsanstalt abgeschoben wird. Ein tragisches Unglück, wurde Henni zum Verhängnis.

Nichts von ihrer Kühnheit war geblieben, nichts von ihrem bedingungslosen Vertrauen an das Leben. Die kleine Formel > Uns passiert schon nichts. Ich weiß das!<, die sie all die Jahre wie ein Bannspruch ausgestreut hatte, hatte ihre Magie verloren.

Ihr Vater hat sie im Stich gelassen und dies, obwohl Henni nach dem plötzlichen Tod der Mutter, hineinkatapultiert wurde in die Mutterrolle, für ihre 3 jüngeren Geschwister. Die Zwillinge Johanna mit Matthias und das Nesthäkchen Fried. Sie, hat die Verantwortung übernommen, die ihr Vater ab seinem Einsatz im 2. Weltkrieg abgegeben hatte. Er, hat sein restliches Leben Gott gewidmet, seine Familie interessiert ihn nicht mehr. Doch Henni ist eine starke junge Frau, mit ihrer unbändigen Kraft und immensen Willen.

Doch nun landet Henni in einer Besserungsanstalt und ihre Geschwister in einem von Zucht und Ordnung geführten kirchlichen Heim. Der bigotte Vater hat sein Ziel erreicht. Henni und ihre Geschwister müssen in ihren Einrichtungen sehr viel Leid erfahren, das sie wohl nie vergessen können. Doch selbst viele Jahre später ist es Henni die wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Als Angeklagte hat sie sich vor dem Gericht zu verantworten. Zwei Peiniger sind zu Tode gekommen und dies wird Henni zur Last gelegt. Doch sie schweigt eisern und verweigert jegliche Aussage. Ist sie die Täterin oder deckt sie jemanden?

Dieser neue Roman von Mechtild Borrmann avanciert zu einem gelungenen Pageturner! Mit Henni hat sie eine Protagonistin geschaffen, die für Gerechtigkeit kämpft. Eine junge Frau die ihr Leben fest umschliesst und voller Tatendrang ist. Mechtild Borrmann zeichnet das Bild der Nachkriegszeit in düsteren Farben, doch von Zeit zu Zeit erstrahlen kleine bunte Hoffnungsschimmer. Diese Splitter der Zuversicht können sich auch in der größten Not halten. Gerade das ist es, was dieses stimmige Buch ausmacht. Mut, Fürsorge, Gerechtigkeit und Würde, gepaart mit der Wahrheit ergibt ein wundervolles Gebilde des Lebens. Große Leseempfehlung!

5 von 5

Droemer Knaur Verlag / ISBN:9783426281796 / 284 Seiten

Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den „Geiger“ wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis „Grand Prix des Lectrices“ der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit „Die andere Hälfte der Hoffnung“ für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

> Deckname Flamingo < von Kate Atkinson

Rezensionsexemplar / unbezahlte Werbung

Die blutjunge Julia Armstrong spioniert für den MI5 in London. Wir schreiben das Jahr 1940, der Zweite Weltkrieg nimmt seine grausame Fahrt auf. Julias Aufgabe besteht darin, diverse Treffen britischer Faschisten zu belauschen und zu protokollieren. Eine Aufgabe die sie bestens bedient, jedoch sich dabei schrecklich langweilt. Ihr Vorgesetzter Perry scheint ihr zugetan und Julia erhofft sich mehr. Und es wird mehr, doch statt erhoffter Liaison, bekommt Julia einen Auftrag. Perry deklariert es als Abenteuer, hingegen entpuppt es sich immer mehr zu einem gefährlichen Unterfangen. Der Agent Godfrey des MI5, wurde in die Gruppe der britischen Faschisten eingeschleust. Die Lage spitzt sich gefährlich zu.

Sie fragte sich, ob es letztlich nicht besser gewesen wäre, in der Registratur zu bleiben. Nicht das sie eine Wahl gehabt hätte. Entscheidungsfreiheit ist das erste Opfer des Krieges.

Julia selbst bekommt eine neue Identität und wird in den Right – Club, der Brutstätte von Nazi – Symphatisanten, eingeführt. Dort erweist sie sich als äußerst talentierte Lügnerin. Alles scheint nach Plan zu laufen, Julias Talente werden immer wieder neu an das Tageslicht katapultiert. Doch dann geschieht ein Mord und das geplante Abenteuer scheint sich in eine bedrohliche Katastrophe zu verwandeln.

Die Zukunft rückte näher, einem erbarmungslosen Stechschritt nach dem anderen. Julia konnte sich noch daran erinnern, dass Hitler wie ein harmloser Clown gewirkt hatte. Jetzt war niemand mehr amüsiert.( Clowns sind gefährlich, sagte Perry)

Im Jahre 1950 arbeite Julia bei der BBC, ihr Leben gleitet beschaulich dahin. Eines Tages bekommt sie eine Nachricht. Irgendwer scheint noch eine Rechnung mit Julia offen zu haben. Sie versucht alte Kontakte aufleben zu lassen. Das Spiel beginnt………………………….

Einen unglaublich rasanten Spionageroman hat hier Kate Atkinson auf den Weg gebracht. Anfänglich hatte ich etwas Schwierigkeiten mich mit den ganzen Personen und ihrer Geschichte vertraut zu machen, da ein paar Namen sich sehr ähneln. Danach war da keinerlei halten mehr. Immer weiter tauchte ich in die Tiefen der Spionage ein und wurde überaus entlohnt mit immenser Spannung und dem wundervollen britischen Humor. I’m very amused! Jedoch sollte es das noch nicht gewesen sein. Erstaunt über das große Lügenrepertoire von Julia Armstrong, führt Kate Atkinson mit Raffinesse zu einem finalen Showdown. Große Leseempfehlung !

5 von 5

Droemer Verlag / ISBN: 9783426281307 / 326 Seiten

Kate Atkinson ist eine britische Schriftstellerin. Atkinson studierte Englische Literatur und Amerikanistik an der Universität Dundee, arbeitete im Anschluss in verschiedenen Berufen, so als Anwaltssekretärin und Lehrerin, bis sie schließlich Mitte der 1980er-Jahre mit dem Schreiben anfing und mit ersten Erzählungen, vor allem mit dem Roman Familienalbum sofort Erfolg hatte. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in Edinburgh.

> Der Sänger < von Lukas Hartmann

Rezensionsxemplar / unbezahlte Werbung

Ein Lied geht um die Welt…….. Eine der schönsten Stimmen des 20. Jahrhunderts ist auf der Flucht. Joseph Schmidt, der Sohn orthodoxer Juden, muss vor den Nazis flüchten. Der ruhmreiche Tenor, der einst die großen Konzertsäle in Deutschland, Europa und sogar in Amerika gefüllt hat, steht 1942 mit dem Rücken zur Wand. Kunst und Ruhm sind nicht einmal mehr einen Pfifferling wert.

So begibt sich Joseph Schmidt auf die beschwerliche Reise in die Schweiz. Doch die Strapazen fordern von dem kleinen, zierlichen Mann, ihren Tribut. Der einstige Frauenheld erkrankt schwer, seine Stimme ist am Versiegen.

Die Schweiz hatte in den Monaten ihre Abwehrmaßnahmen gegen Flüchtlinge rigoros verstärkt, Juden, erkennbar meist am J im Pass, wurden seit August konsequent zurückgewiesen.

Teils sehr lakonisch wirkt die Erzählform von Lukas Hartmann, das mag dieser schmerzhaften Zeit wohl geschuldet sein, die er recht authentisch wieder spiegelt. Verschiede Stränge fügen sich zusammen, die Flucht, die Erinnerung von Joseph Schmidt und verschiedenen Zeitzeugen. Hinlänglich, der oft einfachen Sprache, verzeichnet das Buch Längen. Dies wirkt schon etwas schmerzlich, gemessen an der Bedeutsamkeit dieses biografisch angelegten Romans. Jedoch hat es Lukas Hartmann geschafft, interessante Einblicke zu bieten. Leseempfehlung!

3,5 von 5

Diogenes Verlag / ISBN: 9783257070521 / 282 Seiten

Lukas Hartmann, geboren 1944 in Bern, studierte Germanistik und Psychologie. Er war Lehrer, Journalist und Medienberater. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Spiegel bei Bern und schreibt Bücher für Erwachsene und für Kinder. Er ist einer der bekanntesten Autoren der Schweiz und steht mit seinen Romanen, zuletzt ›Ein Bild von Lydia‹, regelmäßig auf der Bestsellerliste.

> Abendrot < von Kent Haruf

Rezensionexemplar / unbezahlte Werbung

>Harold saß da und studierte seinen Haferbrei. Man hätte meinen können, dass sie uns wenigstens dieses Mal ein Steak mit Spiegeleiern auftischt. Zur Feier des Tages. Aber nein, Sir, immer nur diese warme Pampe, die ungefähr so schmeckt wie die letzte Seite der nassen Zeitung von gestern.<

Harold und sein Bruder Raymond, zwei ältere Viehzüchter, leben zusammen in Holt, einer Kleinstadt im Herzen Colorados. Sie sind ein eingespieltes Team und verstehen sich ganz ausgezeichnet. Ihre Ziehtochter Victoria, lieben diese zwei Junggesellen sehr.

Betty und Luther, versuchen in einem recht verwahrlosten Trailer ihren zwei Kindern gute Eltern zu sein. Doch in einigen Situationen sind sie schlichtweg überfordert.

DJ ein elfjähriger Junge, kümmert sich liebevoll um seinen Großvater. Mit der gleichaltrigen Dena, die sich zu Hause gerade nicht mehr wohlfühlt, schafft er in einem verlassenen Haus, ein harmonisches Ersatzzuhause.

Sie alle leben in Holt und ihre Wege kreuzen sich hi und da. Jede / r durchlebt seine eigene Geschichte und so manche / r wird vom Schicksal gar hart gebeutelt. Doch diese Menschen aus Holt besitzen die Gabe, den Widrigkeiten zu trotzen und ihr Leben mit Sinnhaftigkeit zu füllen.

Dem Autor, Kent Haruf, gelingt es fabelhaft und tadellos, diese Bewohner von Holt, mit sehr viel Empatie zu beschreiben. Sie wachsen beim Lesen der Seiten, immer mehr ans Herz. Holt, nicht gerade die erste Wahl eines Lieblinsortes, wird mit jedem Ereignis, etwas mehr in betracht gezogen. Man ist gewillt, diese Menschen gerne um sich zu haben. Den einen mehr, den anderen wiederum weniger. Raymond McPheron, ist mein absoluter Favorit. Ich habe mich wohl in ihn verliebt. Seinem Charme bin ich hilflos erlegen.

Der Stil von Kent Haruf wirkt sehr angenehm und kurzweilig. Er schreibt mit viel Liebe für seine ProtagonistenInnen. Trotz diverser beschriebenen Schicksale, vermitteln die Zeilen viel Wärme, Wärme, die von Herzen strömt. Dies war mein erstes Buch von Kent Haruf und hat das Bedürfnis nach mehr gesteigert.

Diogenes Verlag / ISBN: 9783257070453 / 413 Seiten

Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Haruf starb 2014.

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