> Mein Name ist Judith < von Martin Horváth

Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Die Welt von dem Autor León Kortner wird auf den Kopf gestellt. Er verliert bei einem Attentat am Wiener Hauptbahnhof, seine Liebsten, seine Frau und seine Tochter. Seit diesem tragischen Ereignis, lebt León wie in einem Vakuum gehüllt, von der Realität ausgeschlossen.

Eines Morgens dann, sitzt ganz unverhofft, ein etwa zehnjähriges Mädchen in seiner Küche. Bekleidet ist sie mit einem auffälligen, altmodischen Mantel. Ihr Name ist Judith Klein. Sie behauptet allen Ernstes, dass ihrem Vater die Buchhandlung unten im Haus gehört. Doch diese besagte Buchhandlung gibt es schon lange nicht mehr. Die Familie Klein musste die Buchhandlung Ende der 1930 Jahre aufgeben. Sie flüchteten vor den Nazis.

Durch Judith wird León aus seiner Lethargie und Schwermüdigkeit gerissen. Nicht nur das, denn León ist auch seines Lebens müde, ohne seine Familie fühlt er sich verloren. Er weiß um das Schicksal der Familie Klein, doch möchte er diesem Kind die schmerzliche Wahrheit ersparen und erfindet sehr geschönte Geschichten.

>Aber die Lügen waren, so sei zu meiner Verteidigung vorgebracht, der Barmherzigkeit entsprungen. Sie waren aus Liebe geboren. Aus der Liebe eines Vaters, der wusste, was es bedeutete ein Kind zu verlieren.<

An sich liest sich das interessant, jedoch, ich sollte eines Besseren belehrt werden. Martin Horváth ist ein abwechslungsreicher Plot gelungen, der mich auf den ersten Blick angezogen hat. Doch waren mir einige Handlungsstränge zu verwirrend und mein Feuer der Geduld war bei 230 Seiten endgültig verraucht. Martin Horváth´s Schreibstil ist durchaus poetisch zu bezeichnen. Dies war auch der Anlass weiter an der Story dran zu bleiben, um den Sinn zu verstehen, weshalb er Vergangenheit, Gegenwart und Phantasie oder diverse Wahrnehmungen derart vermischt. Leider, und dies sage ich mit Ausdruck, konnten das Buch und ich unsere gemeinsame Reise nicht zu Ende führen, dennoch werde ich Martin Horváth gerne im Auge behalten.

3 von 5

Herzlichen Dank dem Penguin Verlag für dieses Exemplar!

Penguin Verlag / ISBN: 9783328600107 / 362 Seiten

Martin Horváth, wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst und lebt seit 1988 als freischaffender Musiker. Konzerte mit verschiedenen Wiener Orchestern und Kammermusikensembles führten ihn in zahlreiche Länder und zu renommierten Festivals wie den Salzburger und Bregenzer Festspielen. Während eines mehrjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er als Journalist und Übersetzer sowie an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA. Für seine Kurzprosa, Essays und andere Texte erhielt er Preise und Stipendien wie den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis und das Autorenstipendium der Stadt Wien. 2012 erschien sein Romandebüt, „Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten“ (DVA), für das Martin Horváth mit der AutorInnenprämie des österreichischen Kulturministeriums ausgezeichnet wurde. Zudem ist das Buch für den Rauriser Literaturpreis und den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck nominiert.

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