tausendléxi

Literatur & Zeitgeschehen

Monat: Januar 2019

Emily St. John Mandel > Das Licht der letzten Tage <

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war…………………………………………………..

Die Rahmenhandlung dieses Romans, bildet das Ausmaß der > Georgischen Grippe <, eine Pandemie die in kürzester Zeit den Großteil der Menschheit dahin rafft. Nichts ist und wird wieder wie es war. Es war vorbei mit Medikamenten, dem Fliegen, den Nationalstaaten, der Feuerwehr, Polizei, mit der Virtualität , Elektrizität. Eigentlich mit allem. Das pure Überleben wurde immens und mit aller Härte in den Vordergrund gerückt.

“ So stand ich da, blickte auf mein zerstörtes Zuhause und versuchte zu vergessen, wie süß das Leben auf der Erde gewesen war.“

Zwei Stränge fügen sich sehr gefühlvoll und poetisch zu einer homogenen Story, die Vergangenheit und die Gegenwart. Emily St. John Mandel lässt uns an einigen Schicksalen, mit leicht melancholischem Blick, teil haben. Wie zum Beispiel Arthur, ein bekannter Schaupieler, der von der Katastrophe, durch sein ableben auf der Bühne vor Publikum, verschont bleibt. Oder Kristin, die nach der Pandemie, mit der Fahrenden Symphonie, eine Theatertruppe, durch gespenstische Orte zieht, um den Sommernachtstraum oder gar König Lear darzubieten. Der Slogan der Truppe ist auf dem ersten Wagen, durch ein Pferd gezogen, in weißen Lettern geschrieben < Überleben alleine ist unzureichend.<

“ Manchmal dachte die Symphonie, dass ihre Tätigkeit eine noble war. Es gab Momente am Lagerfeuer, da sagte jemand etwas Erhebendes über die Wichtigkeit der Kunst, und in der Nacht schlief jeder besser.“

Kirsten bekommt von Arthur, am Tag seines Todes, dystopische Comics über Dr. Eleven mit dem Titel > Das Licht der letzten Tage < geschenkt. Diese Comics werden Kirsten über viele Jahre begleiten und ein wichtiger Teil der Erinnerungen werden. Überhaupt ist Arthur, auch im Jahre 20 nach der Katastrophe immer noch präsent, in Gedanken, im Herzen, oder auf gehüteten Artikel zu ihm, aus der früheren Klatschpresse. Er ist das Bindeglied von einigen Überlebenden.

Dystopien sind ansich garnicht mein Genre, doch was Emily St. Johhn Mandel hier gelungen ist, ist schlichtweg < Klasse <. Dieser Roman beinhaltet alles was man sich unter guter Unterhaltung vorstellen kann: Ein stimmiger Plot, Spannung, Liebe, Gefühle und der wunderschöne Sprachstil, gespikt mit lauter kleinen Sternen aus Poesie, runden das Ganze ab.

Große Leseempfehlung !

Piper Verlag / ISBN: 978-3-492-31023-9

Emily St. John Mandel, geboren 1979, wuchs an der Westküste von British Columbia in Kanada auf. Sie studierte zeitgenössischen Tanz an der »School of Toronto Dance Theatre« und lebte danach kurze Zeit in Montreal, bevor sie nach New York umzog und anfing, für das literarische Online-Magazin »The Millions« zu schreiben. Sie lebt dort mit ihrem Ehemann. »Das Licht der letzten Tage« war auf der Shortlist des National Book Award, eines der renommiertesten Literaturpreise der USA, und stand monatelang auf der New-York-Times-Bestsellerliste.

Anna Seghers > Das siebte Kreuz<

>Das siebte Kreuz <, geschrieben von einer in Frankreich lebenden Emigrantin, spielt 1937 in Deutschland und erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus einem Konzentrationslager. Geschrieben von einer Kommunistin, ist es gleichwohl kein politisches Kampfbuch. Denn es kennt keine Aggressivität: Die Trauer der verjagten Autorin ist stärker als ihre Empörung. Nicht ein Rachegesang ist > Das siebte Kreuz<, sondern eine Elegie, nicht ein Buch des Hasses, sondern der Barmherzigkeit. Im Unterschied zu den meisten ihrer Romane verkündet Anna Seghers hier keine Philosophie, sie wirbt für keine Ideologie, sie deutet kein Programm an. Ihr ist nur noch die einzige Hoffnung geblieben: die Redlichkeit, die Rechtschaffenheit des Individuums. Im innersten gäbe es etwas, > was unangreifbar war und unverletzbar<. So überwinden die Menschen auf dem Fluchtweg jenes Mannes, auf den im Konzentrationslager das siebte Kreeuz wartet, ihre Angst und helfen dem Ausgestoßenen. Das poetische Meisterwerk ist zugleich ein Kriminalroman, doch mit ungekehrten Vorzeichen: Verbrecher in den Uniformen der SS und SA verfolgen einen Unschuldigen.

> Marcel Reich – Ranicki <

Aus sieben gekappten Platanen wurden im Konzentrationslager Westhofen Folterkreuze für sieben geflohene Häftlinge vorbereitet. Sechs der Männer müssen die Flucht mit dem Leben bezahlen. Das siebste Kreuz aber bleibt frei: Georg Heisler kann entkommen, er findet den Weg in die Freiheit. Sein langer, dramatischer Fluchtweg gleicht einem sezierenden Schnitt durch Schichten und Mentalitäten des nationalsozialistischenDeutschlands.

Dieser Roman von Anna Seghers läßt uns Leser nach Beendigung des Buches in einem riesigen Vakuum, gefüllt mit Emphatie und Beklemmung, etwas mitgenommen zurück. Wir werden uns bewußt, dies war die Zeit bevor die ganze Welt Kopf stand. Das Übel brodelte schon massiv, der Gestank dieser braunen Kloake schwebte unheilvoll über das Land.

Das siebte Kreuz, ist das antifaschistische Buch schlechthin und gehört zu Recht in den Kanon der Literatur. Es sollte als allgemeine Schullektüre integriert werden.

Klare Leseempfehlung !


“ Dieses Buch ist den toten und lebenden Antifaschisten Deutschlands gewidmet.“

Anna Seghers

Anna Seghers (eigentlich Netty Reiling) wurde 1900 in Mainz geboren. Den Namen Anna Seghers führte sie als Schriftstellerin ab 1928. Von 1920 bis 1924 studierte sie in Heidelberg und Köln Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. 1924 veröffentlichte sie „Die Toten auf der Insel Djal“. 1925 heiratete sie den Ungarn Laszlo Radvanyi, mit dem sie nach Berlin zog. Sie trat in die KPD ein und 1929 dem Bund proletarisch- revolutionärer Schriftsteller bei. 1933 floh Anna Seghers über die Schweiz nach Paris, 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs 1941 weiter nach Mexiko. 1947 kehrte sie nach Ost-Berlin zurück und bekam den Georg-Büchner-Preis. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1952 bis 1978 war sie Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR, Ehrenbürgerin von Berlin und Mainz. Anna Seghers starb 1983 in Berlin. Zu ihren bekanntesten Romane zählen „Die Rettung“ (1937), „Das siebte Kreuz“ (1942), „Transit“ (1944) und „Die Entscheidung“ (1959). ( Quelle Perlentaucher )

Tom Rachmann > Die Unperfekten <

Rom – die ewige Stadt. Eine internationale Tageszeitung, die ihrem Ende entgegen schlingert, ihre Macher und Leser.

Der rätselhafte Cyrus Ott, gründet in der italienischen Metropole eine englisch sprachige Zeitung. Fünf Jahrzehnte ist dieses Unternehmen auch recht erfolgreich, doch die Veränderungen im Zeitungshandel und vor allem in der Führungsriege , lassen es zu, dass die Zeitung langsam aber sicher seinem Ende entgegen sieht.

Der Erbe der Zeitung , Oliver Ott, ist ein junger Man ohne jegliches > know how <. Seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit gehört seinem Hund , Namens Schopenhauer. Er ist überfordert mit der gegenwährtigen finanziellen Situation des Unternehmens. Wenn er die Zeitung nicht retten kann, was wird dann aus den vielen Mitarbeitern die viele Jahre für ihren Job , mehr oder auch weniger gebrannt haben ? Was wird aus der Chef – Redakteurin Kathleen, verheiratet, die den Mann wieder trifft, den sie einst verlassen hat? Was wird aus Ed, der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin Miss Buchhaltung rächt. Was wird aus Arthur, dem Spezialisten für Nachrufe und Nichtstun. Was wird aus Ruby, einer unglückseligen Texterin, mittleren Alters, die immer auf der Suche nach dem Mann fürs Leben ist. Was wird aus Ornella, der leidenschaftlichen Leserin der Zeitung. Sie liest die Zeitung täglich komplett durch, dies auch der Grund, dass sie sich aktuell im Jahre 1994 befindet.

Was wird aus ihnen allen ?

Was Tom Rachmann hier in seinem Buch gelungen ist, zeugt von einer brillianten Beobachtungsgabe. Er coloriert diesen Haufen von Individualisten auf eine sehr lebendige Art. Jede seiner Personen, ist auf seine Art faszinierend. Gerade diese Faszination lässt die Seiten im Nu dahin gleiten. Sie bestechen mit der Eigenschaft, unglaublich komisch und zugleich unfassbar traurig zu sein.

Mich hat dieses Buch schwer beeindruckt. Es besitzt Klasse ! Der sprachliche Stil ist durchwoben mit Intelligenz, Charme, Humor und Emphatie. Einfach prima !

5 von 5

Deutscher Taschenbuchverlag / ISBN: 978-3-423-14097-3

Tom Rachmann, geboren 1976 in London, wuchs in Vancover auf. Die Unperfekten wurden ein internationaler Bestseller. Tom Rachmann lebt in London.


Ellen Dunne >Schwarze Seele<

Erscheint am 14.01.2019

Ein ertrunkener Ire wird aus dem Schwabinger Bach im Englischen Garten gefischt. Spuren gibt es keine, Motive dafür umso mehr. Keine gute Ausgangslage für Patsy Logan, deutsch-irische Kommissarin bei der Münchner Mordkommission. Mehr als je zuvor ist ihr Instinkt gefragt – doch ausgerechnet der scheint sie plötzlich im Stich zu lassen.
Patsy Logan ist im seelischen Tief: ihr Kinderwunsch will sich nicht erfüllen, die Hormonbehandlungen setzen ihr zu. Da kommt ihr der Fall um einen toten Iren gerade recht: Donal McFadden, ein Mann mit Charme und vielen Feinden, war in München, um seine Exfrau Fiona zurückzugewinnen, wenn nötig mit Gewalt. Doch ob er aus Versehen im Wasser gelandet ist oder jemand nachgeholfen hat, lässt sich nicht sagen. Gründe, ihn loszuwerden, hatten jedenfalls viele – Gelegenheit auch. Und Patsys Theorien führen eine nach der anderen in die Sackgasse. Erst ein zweiter Todesfall scheint einen entscheidenden Hinweis zu liefern. Ungünstig nur, dass Patsys Krise sich ausgerechnet jetzt wieder in den Vordergrund drängt …

…….so der Klappentext.

Fazit :

Mit Patsy Logan hat Ellen Dunne eine Protagonistin geschaffen, die mit ihrer eigensinnigen und kantigen Art, immer wieder in ihrem Umfeld aneckt. Doch gerade diese Eigenarten machen Patsy aus. Sie will es wissen. Will den Dingen auf den Grund gehen. Und dies führt sie konsequent aus.

Patsy ist eine Frau, die inmitten des pulsierenden Lebens steht. Der Fokus ist nicht nur auf ihre Ermittlungen gerichtet, sondern zeigt sie in einem wirklich symphatischen Gesamtpaket. Dieses besagte Gesamtpaket zeichnet sich durch Leidenschaft, Ängste, Wünsche, Hoffnungen, Cleverness und einiges mehr aus.

Die Figuren dieses Kriminalromanes sind geheimnisvoll coloriert. Es ermöglicht wohl auch, dass die Spannung Seite um Seite gesteigert wird. Bis zum furiosen Ende ! Alle Handlungsstränge fließen homogen zusammen. Ein raffiniert konstruierter Krimi, der Lust auf mehr verbreitet. Die Lust auf Ellen Dunne & Patsy Logan!

Leseempfehlung !

5 von 5

Insel Verlag / ISBN: 978-3-458-36383-5

Ellen Dunne,
1977 geboren, arbeitete als Texterin/Konzeptionistin in Werbeagenturen, danach in verschiedenen Positionen bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München und Mexiko-Stadt, seit 2004 in Dublin. Von ihr wurden bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Harte Landung war der Auftakt der neuen Krimireihe um Patsy Logan. Schwarze Seele ist der zweite Fall.

Leseprobe :https://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783458363835.pdf


Kristin Helberg – Der Syrien Krieg

Lösung eines Weltkonfliktes

Seit Jahren produziert der Syrien-Konflikt weltweit die meisten Geflüchtete. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung musste ihr Zuhause verlassen.

In ihrem Buch erklärt Kristin Helberg die Hintergründe dieses schon seit Jahren andauernden Konfliktes. Der Krieg scheint militärisch entschieden, aber ist er auch vorbei ? Präsident Bashar al-Assad ist immer noch an der Macht, seine brutalen und perfiden Methoden, das Menschenrecht mit Füßen zu treten, gehen weiter. Nicht in Ungnade zu fallen ist für Assad-Verbündete eine Frage des Überlebens. Auch im vermeintlich sicheren Europa. Viele der in Deutschland lebenden Syrer reden lieber nicht über die Politik in ihrer Heimat, sie beschränken sich auf ihr eigenes Schicksal oder den allgemeinen Frust über den Konflikt. Zweierlei macht ihnen Angst : Hierher geflüchtete Anhänger oder Schergendes Regimes und der lange Arm des syrischen Sicherheitsapperates, der bis nach Deutschland reicht – schließlich unterhält das Regime in Berlin bis heute eine Botschaft.

Europa sind drei entscheidende Versäumnisse zu zu schreiben:

  1. Europa war nicht bereit, die Syrer in ihrer Heimat zu beschützen , statt weniger Bomben brachten Europäer und Amerikaner mehr Bomben.
  2. Die Versorgung der Syrer im Libanon, in Jordanien und der Türkei ist gescheitert. Gemessen an ihren Bevölkerungen beherbergen diese drei Länder laut UNHCR ( das ist der engste Partner der UNO Flüchtlingshilfe)weltweit die meisten Geflüchtete. Trotz ausländischer Hilfsgelder in Milliardenhöhe leben die Syrer in großer Not und ohne Perspektive.
  3. Statt einen Teil der schutzbedürftigen Syrer geregelt nach Europa zu holen, um die Nachbarländer zu entlasten und ein gewisses Maß an Verantwortung für die anhaltende Katastrophe zu übernehmen, zwang Brüssel die Menschen zur illegalen und gefährlichen Flucht und machte daraus ein Jahrhundertgeschäft für Schlepper und Schmugler.


Dieses dreifach Versagen Europas, hat zu dem Schlamassel geführt in dem wir uns heute wiederfinden.

Solange politische und diplomatische Lösungen in Syrien nicht greifbar sind, müssen die Versorgung und Integration der Geflüchtete Priorität haben.

Verlag Herder / ISBN: 978-3-451-38145-4

Kristin Helberg, geb. 1973 in Heilbronn, gilt als eine der besten Syrien-Kennerinnen im deutschsprachigen Raum. Sie studierte Politikwissenschaften und Journalistik in Hamburg und Barcelona. Nach einigen Jahren beim NDR ging sie 2001 nach Damaskus, wo sie lange Zeit die einzige offiziell akkreditierte westliche Korrespondentin war. Bis 2008 berichtete sie von Syrien aus über die arabische und islamische Welt für die Hörfunkprogramme der ARD, den ORF und das Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie verschiedene Print- und Onlinemedien. Heute arbeitet sie als freie Journalistin und Nahostexpertin in Berlin.

Weitere Stimmen zum Buch bitte hier:

https://buchvogel.blogspot.com/2019/01/der-syrienkrieg-loesung-eines-weltkonflikts.html#more

Kai Wieland > Amerika <

Rezensionsexemplar

Denis Scheck urteilte über > Amerika > von Kai Wieland : >Ein eigener Ton, eine eigene Weltsicht, ein schwäbischer William Faulkner, der zur Entdeckung einlädt.<

Im beschaulichen Rillingsbach geht es gemütlich zu. Das Dorf ist überschaubar und die Bewohner lässig. Ein junger Chronist kommt des Weges und mischt sich unter die Stammgäste des Gasthauses Schippen, das einzige Gasthaus im Ort. Dort steht die Wirtin Martha hinter der Theke. Zu ihren Stammgästen gehören, die wilde Hilde, die einst auszog um die Männer zu studieren. Alfred der eine Leidenschaft für tote amerikanische Politiker pflegt und Frieder, den keiner mag.

Diese fünf Personen sitzen beieinander und vier sinnieren über ihr eigenes Leben und vorallem über die Taten der anderen.

Hildes Vater Erwin wurde vor vielen Jahren tot aufgefunden . Wurde er von seinen Nachbarn getötet? Martha ist wohl nie weiter als Murrhardt gekommen und gehört fast schon wie ein Mahnmal zu Rillingsbach. Der Alfred hat mit seiner Frau Amerika bereist, jedoch nur Schauplätze besucht an denen amerikanische Politiker zu Tode kamen. Ja und der Frieder, hat zu allem eine Meinung und selbstverständlich auch seine Story. Und zu guter letzt kommen Erinnerungen an die amerikanische Besatzungszeit zu Tage. Der Chronist notiert emsig das gehörte und versucht sachlich zu bleiben. Doch geht das so einfach bei den Geschichten die sich in dieser Runde offenbaren ?

Fazit:

Kai Wieland versprüht in seinem Roman eine besondere Art von Charme. Er setzt die Schwaben liebevoll ins warme Licht. Mit einem Blick für das Wesentliche, beschreibt er seine Protagonisten / innen in einer so eindrücklichen Art, dass der Automatismus einsetzt und man sich beim lesen mitten dieser besagten Rillingsbacher befindet. Kai Wieland hat mich sehr positiv überrascht. Überrascht mit seiner warmherzigen und humorvollen Story, die es schafft, die Facetten des Landlebens in einer Fülle von Erinnerungen großartig darzustellen.

Zitat : >Für die meisten Rillingsbacher war schon das bloße Überschreiten der Landesgrenze ein unvorstellbares Abenteuer, und ein unnötiges dazu. Wieso sollte man überhaupt woanders hingehen, schließlich gab es auch im Schwabenland Hügel im Nebel.<

Oder: >Politik ist nichts für Menschen mit harmonischem Gemüt. <

Der Roman Amerika, ist eine wertvolle Entdeckung ! Klare Leseempfehlung !

5 von 5

Klett – Cotta / ISBN: 978-3-608-96261-1

Kai Wieland, geboren 1989 in Backnang. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Medienkaufmann, studierte anschließend Buchwissenschaft an der LMU in München und arbeitet seit 2016 für ein Verlagsbüro in Stuttgart. Mit seinem Debüt Amerika wurde er Finalist beim Blogbuster, dem Preis der Literaturblogger.

Ellen Dunne > Harte Landung <

Ein Fall für Patsy Logan. Auftakt einer Krimireihe.

Patsy Logan, 38, deutsch-irische Kommissarin beim Münchner LKA, ermittelt in einem angesagten Online-Unternehmen. Schnell zieht der Fall immer weitere Kreise, der mediale und interne Druck ist enorm. Und auch Patsys Privatleben gerät zunehmend in Schieflage …
Carolin Höller, Top-Managerin bei der erfolgreichen Online-Tauschbörse Skiller, hat alles: Musterkarriere. Musterehe. Musterkinder. Bis man sie unterhalb ihres Bürofensters tot auffindet. Schnell ist klar: Sie ist nicht freiwillig gesprungen. Immer tiefer gräbt sich Patsy in Carolins Leben und die Strukturen von Skiller, stößt auf Lügengebäude und hohle Fassaden. Erst recht, als man sie ins Skiller-Hauptquartier nach Dublin schickt. Ausgerechnet in die Stadt, um die sie seit dem Selbstmord ihres Vaters einen großen Bogen macht. Kein gutes Omen. Und prompt überschlagen sich die Dinge … ( Quelle Suhrkamp / Insel Verlag )

Fazit :

Patsy Logan wird hier von Ellen Dunne sehr symphatisch coloriert, dies werte ich als großen Pluspunkt. Doch nimmt das Privatleben von Patsy, in diesem ersten Teil, sehr viel Raum ein. Der Fall ist alles in allem gut konstruiert und wirkt schlüssig, obschon die Spannung etwas zu lange auf sich warten lässt. Dieser Auftakt zur Reihe ist etwas, für meinen Geschmack, zu zart gelungen. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Fall der wohl im Januar 2019 erscheinen wird. Ich mag Patsy und hoffe auf mehr Nervenkitzel!

3,5 von 5

Insel taschenbuch
ISBN: 978-3-458-36288-3


Ellen Dunne, 1977 geboren, arbeitete als Texterin/Konzeptionistin in Werbeagenturen, danach in verschiedenen Positionen bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München und Mexiko-Stadt, seit 2004 in Dublin. Von ihr wurden bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Harte Landung ist der Auftakt einer neuen Krimireihe im insel taschenbuch

.https://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783458362883.pdf


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