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Eine einfache Lektüre mit großer Wirkung…………………………………..

Der Philosophieprofessor Herr Veilchenfeld lebt in einer sächsischen Kleinstadt, in den Anfangsjahren der Naziherrschaft. In seiner Nachbarschaft wohnt ein Arzt mit seiner Frau und deren gerade schulpflichtig gewordenen zwei Kindern. Eines der Kinder erzählt aus seiner Perspektive, wie aus dem angesehenen Philosophieprofessor, jüdischer Abstammung, ein geradezu geächteter Mann ohne Würde und Rechte wird.

Herr Veilchenfeld zieht sich, das Unheil merklich spürend, immer mehr von der Außenwelt zurück.

Weil ich mich unter meinen Büchern sicherer fühle als unter meinen Landsleuten, sagte Herr Veilchenfeld immer zur Mutter…….

Seite 8

Der Ich – Erzähler beobachtet genau, lauscht den Unterhaltungen seiner Eltern. Sieht was in seiner Umgebung geschieht und zeichnet so ein Psychogramm der Mitwisser, Täter, Mitläufer und Opfer jener Zeit.

Wenn man, trotz großen Redezwangs, so lange nicht geredet hat, sagte Herr Veilchenfeld, möchte man alles, was sich im Laufe dieser Zeit in so einem angesetzt und abgelagert hat, am liebsten mit den Nägeln abkratzen und in einen so langen Satz hineinwerfen und um die ahnungslosen Zuhörer herumwickeln.

Seite 28

Die Erzählung beginnt mit dem Tod von Herrn Veilchenfeld. Er hat sich das Leben genommen. Das Kind erzählt wie es dazu kam.

> Veilchenfeld < von Gert Hofmann ist wohl als Jugendlektüre einzustufen. Eine sehr bittere Zeit dient hier als Vorlage. Die Sprache ist einfach und verständlich gehalten, denn es geht um Zeitgeschichte. Die Erzählung ist empfehlenwert und sorgt für Nachhall.

Luchterhand Verlag / ISBN: 3630617506 / 185 Seiten / Erschienen 1988

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Gert Hofmann wurde 1931 in Limbach/Sachsen geboren und starb 1993 in Erding bei München. Er war freier Schriftsteller und erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Alfred-Döblin-Preis und den Münchner Literaturpreis.

Quelle Hanser Literaturverlage