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»Wir sind nur irgendwie ins Unglück geraten, alle zusammen. Wir haben nie etwas Böses gewollt, wir wollten nur eine glückliche Familie sein, sonst nichts.«

Die zwölfjährige Lilly sitzt vor einer Polizeibeamtin und schweigt. Sämtliche Versuche, sie zum Reden zu bringen, scheitern. Lilly kann die unerbittliche Chronologie der Ereignisse, die ihre Familie ins Unglück gestürzt haben, nicht erklären, sie kann sich nur erinnern: An ihre Kindheit, die überschattet ist von verstörenden Ereignissen, aber auch schönste Glücksmomente bereithält, an ihre Eltern, »die besten auf der Welt« – und an ihre Pflegeschwester Lotta, die aus dem Heim geholt wird, um aus ihnen allen endlich eine ›richtige‹ Familie zu machen – und die eine Katastrophe ins Rollen bringt, die nicht mehr aufzuhalten scheint, bis Lilly den schwersten Entschluss ihres Lebens fasst …

So auf dem Buchrücken zu lesen

Lilly erzählt die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Sie hofft inständig auf ein idyllisches Familienleben. Doch mit ihren unreifen Eltern wird es eine reine Farce. Lilly ist ein braves und vernünftiges Kind, ihre Pflegeschwester Lotta weist zuerst kleinere Verhaltensstörungen auf. Immer mehr gerät Lotta in eine bedrohliche Lage, die sich stetig zuspitzt. Es ist Lilly, die ihr Bestes versucht um die, ihre Familie zu retten.

Was das Autorenduo Borger & Straub hier geschaffen haben, zeigt die menschlichen Abgründe einer Familie auf. Schnörkellos, jedoch gerade in seiner Schlichtheit der Sprache, entfaltet > Kleine Schwester < eine erschütternde Intensität. Diese Intensität macht das Buch aus. Solch eine Wirkung zu erzeugen ist schon Top! Die unheilvolle Story ist meiner Meinung nach, gänzlich ohne Tadel geschrieben. Meine Empfehlung!

Diogenes Verlag / ISBN: 97832572333906 7 216 Seiten / Erschienen als Taschenbuch 2004

🔖🔖🔖🔖von 5

Martina Borger, 1956 geboren, arbeitete als Journalistin, Dramaturgin und Filmkritikerin, bevor sie sich aufs Drehbuchschreiben verlegte. Sie hat bei mehreren Serien als Storylinerin und Chefautorin gearbeitet. Gemeinsam mit Maria Elisabeth Straub veröffentlichte sie zwischen 2001 und 2009 Romane unter dem Label ›Borger & Straub‹. Ohne Co-Autorin erschien 2007 ihr Roman ›Lieber Luca‹. Martina Borger lebt in München.

Auszeichnungen ›Frauen-Krimi-Preis‹ der Stadt Wiesbaden für Kleine Schwester, 2002

Quelle DiogenesVerlag

Maria Elisabeth Straub, geboren 1943 in Schleswig-Holstein, studierte Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitet seit 1970 als freie Autorin. Nach diversen Publikationen im kulturhistorischen und belletristischen Bereich veröffentlichte sie 2001 gemeinsam mit Martina Borger den Roman ›Katzenzungen‹, dem ›Kleine Schwester‹ (2002) und ›Im Gehege‹ (2004) und ›Sommer mit Emma‹ (2009) folgten. 2006 erschien – ohne Co-Autorin – Straubs Roman ›Das Geschenk‹. Die Autorin lebt im äußersten Norden Deutschlands.

Auszeichnungen ›Frauen-Krimi-Preis‹ der Stadt Wiesbaden für Kleine Schwester, 2002

Quelle Diogenesverlag