Ulrich Alexander Boschwitz >Der Reisende<

Rezesionsexemplar

Die Geschichte über den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann  führt zu Beginn in das Jahr 1938. Infolge der Novemberpogrome wird er aus seinem Haus vertrieben. Seine Frau, eine Arierin, begleitet ihn nicht.

Mit einer Aktentasche voller Geld macht er sich auf seine Art von Flucht. Er wird ein Reisender. Er ist in die Deutsche Reichsbahn emigriert. Otto Silbermann fährt durch ganz Deutschland und lernt auf seinen Fahrten Flüchtende sowie auch Nazis kennen. Er verbringt seine Zeit in Bahnhofrestaurants und Fahrkartenschalter. Immer die Angst vor Entdeckung im Nacken.

Otto Silbermann hat die Chance, mit seiner Frau auszuwandern, verpasst. Er hat zu lange gewartet, in der Hoffnung auf eine Besserung der Lage. Nun ist er alleine. Ein Fluchtversuch, die Grenze Deutschlands zu überqueren, scheitert. Er reist weiter, Tag um Tag. Die schreckliche Atmosphäre umhüllt ihn wie ein zentnerschwerer Mantel.

Fazit :

Der Reisende, ist ein Mahnmal für die Zeit des Nationalsozialismuses. Mit sachlicher Klarheit hat Ulrich Alexander Boschwitz diesen dichten Roman zu Papier gebracht. Er sieht genau hin, fängt Gefühle und Emotionen ohne Umschweife und schnörkellos ein. Ein wichtiges Werk der Emigrationsliteratur!

4,2 von 5

Ulrich Alexander Boschwitz,  geboren am 19. April 1915 in Berlin, emigrierte 1935 gemeinsam mit seiner Mutter zunächst nach Skandinavien, wo sein erster Roman erschien. Der Erfolg ermöglichte ihm ein Studium an der Pariser Sorbonne. Während längerer Aufenthalte in Belgien und Luxemburg entstand »Der Reisende«, der 1939 in England und wenig später in den USA und in Frankreich veröffentlicht wurde. Kurz vor Kriegsbeginn wurde Boschwitz in England trotz seines jüdischen Hintergrunds als »enemy alien« interniert und nach Australien gebracht, wo er bis 1942 in einem Camp lebte. Auf der Rückreise wurde sein Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert und ging unter. Boschwitz starb im Alter von 27 Jahren, sein letztes Manuskript sank wohl mit ihm.


Leseprobe :

https://www.klett-cotta.de/media/14/9783608981230.pdf

Klett – Cotta

ISBN: 978-3-608-98123-0

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