Rezensionsexemplar – unbezahlte Werbung

Ein Sommer in Rom, 231 Jahre und 8 Monate nach Goethe. Die Ewige Stadt wird von einem jungen Mann besucht. Er bezieht sein Quartier gegenüber der ehemaligen Bleibe von Goethe. Tag um Tag flaniert dieser namenlose Mann durch die Straßen Roms und saugt die vorhandenen Gegebenheiten in sich auf. Schmerz, Zweifel und Melancholie begleiten ihn durch die Zeit. Seine Herzrhytmusstörungen veranlassen ihn immer wieder in verschiedenen Situationen innezuhalten. Doch auch die Liebe will ihm begegnen.

> Und die Mauern riefen sich<, lautete der Titel eines Buches, das ich einmal auf dem Handtuch am See liegen sah. Wenn Mauern sich rufen können, warum schweigen sie uns dann an? Die Wahrheit ist: Wir verstehen nicht einmal die Hälfte von dem, was um uns herum geschieht.

Fazit: Simon Strauß nimmt uns mit durch diese Tage in Rom. Die Wahrnehmungen sind derer viele und seine Sprache ist gefüllt mit klassisch anmutender Poesie. Er benennt Goethe, Bachmann, Kant und Novalis, wohl um seiner Erzählung mehr an Gewicht zuzufügen. Römische Tage ist ein eher unaufgeregtes Buch, das durchaus durch seinen sehr festlichen Sprachstil besticht. Und dennoch lässt es einen in einer paradoxen Stimmung zurück. Das Potenzial ist deutlich gegeben und gleichwohl fische ich im Trüben. Was braucht´s der holden Worte schön und fein, wenn die Sinnhaftigkeit derart verschleiert ist.

3 von 5

Tropen 7 ISBN: 9783608504361 / 141 Seiten

Simon Strauss, geb. 1988, ist ein deutscher Historiker, Schriftsteller und Journalist. 2017 erschien sein Buch < Sieben Nächte <

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