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Rakel, die große Liebe von Ermittler Harry Hole, wird ermordet in ihrem Hause aufgefunden. Dies zu einer Zeit als die beiden getrennt leben. Harry verliert mal wieder mehr und mit aller Härte den Boden unter den Füßen und frönt seinem besten Kumpel, dem Alkohol, in einem unüberschaubaren Maße.

Doch auch in seiner alkoholisierten Trauer geht Harry auf Spurensuche. Harry will den Mörder von Rakel zur Strecke bringen. Einer seiner Hauptverdächtigen ist Svein Finne. Er wurde schon einmal von Harry ins Gefängnis gebracht und sinnt wohl auf Rache. Hat Finne seine Rakel so grausam getötet, um sich an ihm zu rächen. Ein sehr hoher Preis. Doch liegt Harry Hole mit seiner Vermutung richtig?

> Svein Finne seufzte. Warum hatten alle solche Angst vor Messern? Es waren die ersten Werkzeuge der Menschheit, die Menschen hatten zweieinhalb Millionen Jahre Zeit gehabt, um sich daran zu gewöhnen, und noch immer gab es Leute, die deren Schönheit nicht erkannten und nicht einsehen wollten, dass unsere Vorfahren nur dank des Messers von den Bäumen hatten herabsteigen können. Das Messer nahm nicht nur Leben, es schenkte es auch. Das eine war ohne das andere nicht möglich. Nur wer das verstand, wer diese menschliche Seite konsequent akzeptierte, konnte das Messer lieben. Fürchten und lieben. Zwei Seiten derselben Medaille. <

Kaja, eine seiner Kolleginnen aus längst vergangenen Zeiten, unterstützt Harry bei der Beweisaufnahme. Mit ihr war er schon einmal zusammen, kehrte dann aber zu seiner geliebten Frau Rakel zurück. Nun leistet Kaja so gut sie kann beistand und den kann Harry nur zu gut gebrauchen. Nichts ist so, wie es scheint.

Mein Fazit: Mit sehr großer Freude wurde der 12.te Harry Hole Band, wie ein guter alter Bekannter in die Hände geschlossen. Sich gemütlich im Sessel zurücklehnend, erwartungsvoll und zum bersten gespannt, die Seiten gierig lesend. Doch Jo Nesbø und Harry Hole ließen sich fast 250 Seiten Zeit um mich wirklich zu interessieren. Da hinterfragt sich die Lesende, ob es wohl an ihr selbst liege. War sie wohl der Harry Hole Thriller, schlichtweg entwachsen. Ratlosigkeit machte sich breit und der leichte Anflug eines Abbruches wurde verzweifelt in Erwägung gezogen. Doch als hätten es Jo Nesbø und Harry Hole gespürt, schliffen sie ihre Messer sorgfältig nach und präsentierten einen manierlichen Thriller.

Die Startschwierigkeiten stimmen mich schon nachdenklich. Meine Tendenz oder Intension zu meinem vermeintlichen Täter, begann sich ab der Mitte des Buches langsam zu konkretisieren. Ein Bauchgefühl a´la Harry. Die Auflösung war vorhersehbar, doch in der Tat noch spannend erzählt. Wie man merkt, stehe ich diesem neuen Band von Jo Nesbø etwas ambivalent entgegen und kann nicht wie sonst eine eindeutige Empfehlung zu seinen Büchern aussprechen. Schade!

Ullstein – Buchverlage / ISBN: 9783550081736 / 574 Seiten

Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker und lebt in Oslo. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit.
Die Hollywood-Verfilmung seines Romans – Der Schneemann – wurde mit Michael Fassbender in der Rolle des Harry Hole von u.a. Martin Scorsese produziert.
Die Filmrechte an »Blood on Snow. Der Auftrag« sicherte sich Leonardo di Caprio.

Bereits sein Krimidebut, »Der Fledermausmann« mit dem Ermittler Harry Hole wurde in Norwegen als »Bester Krimi des Jahres« ausgezeichnet. Mit »Rotkehlchen« gelang ihm international der Durchbruch. Die Reihe um Harry Hole umfasst inzwischen 12 Romane.  Daneben hat Jo Nesbø weitere Thriller wie »Headhunter«, »Der Sohn« oder die zweiteilige Reihe »Blood on Snow« geschrieben. ( Quelle Ullstein )

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