Heinz Helle > Eigentlich müssten wir tanzen <

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Eine Gruppe junger Männer verbringt ein Wochenende auf einer Berghütte. Als sie ins Tal zurückkehren, sind die Ortschaften verwüstet. Die Menschen sind tot oder geflohen, die Häuser und Geschäfte geplündert, die Autos ausgebrannt. Zu Fuß versuchen sie, sich in ihre Heimatstadt durchzuschlagen. Sie funktionieren so gut sie können. Tagsüber streifen sie durch das zerstörte Land, Nachts durch ihre Erinnerung. Auf der Suche nach dem Grund am Leben zu bleiben. ( So der Klappentext)

Der Ich – Erzähler ist mit seinen Kumpels Fürst, Golde, Drygalski und Gruber unterwegs. Sie versuchen sich durch Reste, die sie in geplünderten Häusern und Läden finden, am Leben zu halten. Die Stimmung zwischen ihnen ist deutlich abgekühlt. Der Kampf um das nackte Leben hat sie alle auf das furchtbarste überrollt. Traumatisiert versuchen sie ihr Glück.

>Andere Fragen werden seltener. Wir sind ein über mehrere Körper verteilter Wille geworden, und neben dem Teil des Willens, den jeder von uns in sich trägt, ist kein Raum für irgendetwas anderes.

Wir wollen leben. <

Gespräche unter den Freunden, werden nur über die Notwendikeiten des Tages geführt. Wer sammelt Holz, wer holt Wasser, wer macht Feuer, wer hat ein totes Tier.

Werden es die fünf allesamt schaffen ? Werden sie gemeinsam überleben ?

Heinz Helle hat sich mit diesem Buch, an existentielle Fragen heran gewagt. Was bedeutet Freundschaft im Angesicht des Todes ? Und was bedeutet Leben, wenn das einzige, was bleibt, der Kampf gegen das Verhungern ist? Diese Apokalypse die hier beschrieben wird, ist von einer massiven und beklemmenden Art. Die Verrohung der Menschheit geschieht in sehr kurzer Zeit. Ebendas macht der Autor in einigen Situationen deutlich sichtbar. Die Story ist dicht und ohne Schnörkel, und gerade dies fängt die Gegebenheiten besonders heftig ein. Wer eine Schwäche für Dystopien hat, ist hier gut aufgehoben. Aber auch für neugierige Leser*, bietet dieses Buch interessante Einblicke. Klare Leseempfehlung !

4 von 5

Suhrkamp Verlag / ISBN 978-3-518-42493-3 / 172 Seiten

Heinz Helle, geboren 1978, Studium der Philosophie, Arbeit als Texter in Werbeagenturen, Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts, lebt mit Frau und Kind in Zürich. Sein Romandebüt Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin stand auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2014. Sein zweiter Roman, Eigentlich müssten wir tanzen, war für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert.


Rating: 1.0/1. Von 4 Abstimmungen.
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2 Antworten auf „Heinz Helle > Eigentlich müssten wir tanzen <“

  1. Hallo meine Liebe,

    ich bin eher nicht der Schreiber in den Blogs, aber hier muss ich dann doch mal:
    Großartige Rezension zu einem wirklich guten Buch, das mich damals extrem begeistert hat. Es hatte alles was eine wirklich gute düstere Geschichte braucht und mich sehr zum Nachdenken angeregt.
    Es freut mich sehr, dass es Dir auch gefallen hat.
    LG
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      herzlichen Dank für dein Lob!
      Es wird mich tragen! Feedback ist so wichtig!
      Du weißt ja, dass es dein Tipp war. Dystopien
      sind ansich so garnicht meins, doch dieses Buch
      war schlichtweg….der Hammer !

      GlG Sabine

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