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Im Zuge von #nobelprizeforliteraturewoman – Juli – Nadine Gordimer – und dem heutigen Todestag der Autorin.

Das Geschehen ist unbegreiflich: Eine junger Weißer, Duncan, aus gutem Haus besucht seinen Freund Carl, ergreift nach ein paar Sätzen die >Hauswaffe<, die in Johannesburg in fast jedem Haushalt zum Schutz gegen Einbrecher bereitliegt und erschießt ihn. Eltern und Freunde des jungen Mannes sind fassungslos, er selbst schweigt. War Eifersucht sein Motiv? Seine schöne Geliebte Natalie, hatte ihn mit dem Freund betrogen. Oder offenbaren sich in der Tat Hintergründe, die tief in die Grundkonflikte der südafrikanischen Gesellschaft hineinreichen?

In diesem enorm spannenden und meisterhaft komponierten Roman ging Nadine Gordimer, den Spuren einer Gewalttat und ihren Motiven nach, um die Gewalt zu entschlüsseln. Sie hat einen psychologisch und sehr vielschichtigen Familienroman hier zu Papier gebracht, der hauptsächlich aus den Augen der Eltern, des vermeintlichen Täters, beschrieben wird.

Nadine Gordimer, die jahrzehntelang mit ihrer Person und ihren Werken für die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen eintrat, bewies auch mit diesem Roman, dass sich literarische Qualität, Engagement und Spannung nicht ausschließen. Absolute Leseempfehlung!

🔖🔖🔖🔖 🔖 von 5

Berlin Verlag / ISBN: 3827000033 7 365 Seiten / Erschienen 1998

Aus dem Englischen von Susanne Höbel

Nadine Gordimer (* 20. November 1923 in Springs, Transvaal, heute Gauteng; † 13. Juli 2014 in Johannesburg) war eine der bekanntesten südafrikanischen Schriftstellerinnen. Ihre Romane, Erzählungen und Essays behandeln vor allem die südafrikanische Apartheidpolitik und deren zerstörerische Folgen sowohl für die schwarze als auch für die weiße Bevölkerung. Im Jahr 1974 bekam Nadine Gordimer den Booker Prize, 1991 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.