Literatur - Lyrik - Prosa

Monat: August 2021 (Seite 1 von 3)

> Das Jahr, in dem wir verschwanden < von Tayari Jones

Das Jahr 1979 wird für einige Kinder in Atlanta ein sehr besonderes Jahr. Manche kehren nach den Sommerferien in ihre Klassen zurück und manche der Kinder verschwinden.

Im ersten Teil des Romans lernen wir LaTasha und ihre Familie kennen. La Tasha ist im letzten Jahr der Grundschule, in ihrer Umgebung verändern sich die Gegebenheiten. Der Vater zieht für kurze Zeit aus, doch als immer mehr Kinder verschwinden, kehrt er zurück zu seiner Familie.

Die gesamte Umgebung ist schockiert und erschüttert ob dieser unfassbaren Ereignisse. Den Kindern wird eine besondere Fürsorge zu Teil, sie werden bewacht auf Schritt und Tritt. Und doch ist wieder eines aus ihren Reihen spurlos verschwunden.

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Janet Frame

Janet Frame wurde am 28. August 1924 als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters in Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch starb. Die Familienverhältnisse waren tragisch, sie selbst wurde zu Unrecht als Schizophrene über Jahre in Nervenheilanstalten behandelt, u.a. mit Elektroschocks. Frame ist Autorin von zwölf Romanen, darunter ›Dem neuen Sommer entgegen‹ und ›Wenn Eulen schrein‹, fünf Erzählsammlungen, Gedichte und ein Kinderbuch. Mehrmals wurde sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Ihre Autobiografie ›Ein Engel an meiner Tafel‹, die von Jane Campion verfilmt wurde, gehört zu den bedeutendsten Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert. – Quelle dtv

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> Wir sind nur Gast <

Foto – Pinterest

Die Moral versinkt immer mehr im stinkenden Morast.

Denn wir verdrängen, wir sind auf der Erde nur Gast.

Wir beuten allseits die wichtigen Ressourcen aus.

Und scheren uns nicht um das lauernde aus.

Und so wird es kommen mit lässigen Schritten.

Denn der Mensch verachtet die Natur und ihr Bitten.

Sabine Poulou

#gedankensplitter #sabinepoulou #prosa #prosaistinnen #emotionen #frauenschreiben #wirsindnurgast #natur #moral

> Am Hang < von Markus Werner

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An einem Pfingstwochenende im Tessin treffen sich der Witwer Loos und der junge Scheidungsanwalt Clarin scheinbar zufällig auf einer Terrasse eines Hotels. Clarin findet nur noch Platz am Tisch von Loos und gesellt sich zu ihm. Zuerst verhalten sich die beiden Männer eher desinteressiert zueinander. Doch im laufe des Abends und nach einigen Gläsern Wein entsteht eine rege Unterhaltung zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Herren. Während Loos seiner verstorbenen Frau nachtrauert, findet Clarin kein gefallen an längeren Beziehungen. Beide legen ihre Standpunkte klar offen, was die Diskussion immer wieder neu entfacht.

Gestorben wohl, sagte er dann, aber gleichsam nicht richtig begraben, und wenn ich von Alleinlassen rede, so meine ich das in einem kaum verständlichen Sinn, ich habe sagen wollen: Wer liebt sie, wenn ich nicht mehr bin, wer erinnert sich ihrer dann noch, wer ehrt und schützt ihr Andenken in dieser gedächnislosen Zeit? – Seite 37

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Randfigur

Foto von Pinterest

Henry schlurfte über den vom warmen Regen blankgewaschenen Asphalt. Seine Augen waren stur auf den Boden gerichtet, der Oberkörper fast demütig nach vorne gebeugt. Henry sah nicht die imposanten Platanen, die ihm links und rechts Spalier standen. Er hörte auch nicht das vielfältige Konzert der Vögel. Auch zog er nicht den fliedergetränkten Duft des Junitages genüsslich ein. Nein, Henry war die traurige Randfigur in seinem eigenen Leben.

Sabine Poulou

#prosa #frauenschreiben #schreiben #prosaminiatur #kurzprosa #sabinepoulou

> Wiesbacher Sinfonie < von Katja Bohlander-Sahner

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Die Liebe kommt gerne unverhofft, manchmal schlummerte sie noch und musste erst entdeckt werden. So wie bei Paula, sie ist Schriftstellerin und Klemens, ein Germanist, der die Schriftstücke von Paula lektoriert. Die beiden haben sich schon des Öfteren beruflich getroffen, doch eine Fügung des Schicksals lässt ihre Liebe zueinander erkennen. Jedoch stecken die beiden in ihren langjährigen Ehen fest, die Luft ist schon lange raus und diese Verbindungen vegetieren mühselig dahin.

Paula und Klemens gelingt es, einige Tage des unbeschwerten Glücks gemeinsam zu verbringen. Doch tritt eine jähe Wendung ein, mit dem niemand rechnen konnte.

Mehr mag ich nicht verraten. Paula und Klemens erleben zusammen eine berauschende Zeit. Beide fühlen sich geliebt, begehrt und wahrgenommen. Sie brechen aus ihren lethargischen Ehen aus und erleben sich völlig neu.

Katja Bohlander-Sahner hat hier eine bezaubernde Geschichte geschrieben. Eine Liebesgeschichte die mit Überraschungen aufwartet, die das Leben zu geben vermag. Sie zeigt die Wertigkeit der verbundenen Personen und was sie zu gewähren bereit sind. Sehr gelungen! Die > Wiesbacher Sinfonie < ist ein wahrer Pageturner.

Große Leseempfehlung für diesen Seelenstreichler!

Sabine Krass

Das Cover zeigt hell erleuchtete Noten auf einem Lichtstrahl.

  • Wiesbacher Sinfonie
  • Katja Bohlander-Sahner
  • Roman
  • Edition Schaumberg
  • ISBN:978-3-941095-82-3
  • 176 Seiten

#buchempfehlung #lesen #liebe #wiesbachersinfonie #tausendlexi

> Lieben <

Foto von Sabine Poulou

Emotionen von Ängsten geschürt

Die Sinne durch Schmerzen getrieben

Gedanken mit Hoffnung verführt

Wir schützen die, die wir lieben.

Sabine Poulou

#gedankensplitter #sabinepoulou #liebe #prosa #prosaistinnen #emotionen #frauenschreiben

> So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein < von Christoph Schlingensief

Unbezahlte Werbung

Als dieses Buch 2009 herauskam, war es mir ein Bedürfnis, es sogleich zu lesen, denn ich mochte den Film- und Theaterregisseur, Autor und Aktionskünstler Christoph Schlingensief. Er wurde am 24. Oktober 1960 geboren und verstarb am 21. August 2010.

Tagebuch einer Krebserkrankung

Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.

Wie weiterleben, wenn man von einem Moment auf den anderen aus der Lebensbahn geworfen wird, wenn der Tod plötzlich nahe rückt? Mit seinem Tagebuch einer Krebserkrankung lässt uns Christoph Schlingensief teilhaben an seiner eindringlichen Suche nach sich selbst, nach Gott, nach der Liebe zum Leben.

Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss – ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.

Doch schon einige Tage nach der Diagnose beginnt Christoph Schlingensief zu sprechen, mit sich selbst, mit Freunden, mit seinem toten Vater, mit Gott – fast immer eingeschaltet: ein Diktiergerät, das diese Gespräche aufzeichnet. Mal wütend und trotzig, mal traurig und verzweifelt, aber immer mit berührender Poesie und Wärme umkreist er die Fragen, die ihm die Krankheit aufzwingen: Wer ist man gewesen? Was kann man noch werden? Wie weiterarbeiten, wenn das Tempo der Welt plötzlich zu schnell geworden ist? Wie lernen, sich in der Krankheit einzurichten? Wie sterben, wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden? Und wo ist eigentlich Gott?

Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt. – Quelle KiWi Verlag

Danke Christoph Schlingensief für dieses Buch, für das soziale Engagement, für ein Stück des Weges begleiten…………

Das Cover zeigt eine teil-schwarz-weiß Aufnahme von Christoph Schlingensiefs Gesicht.

  • So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein
  • Christoph Schlingensief
  • Tagebuch
  • Kiepenheuer&Witsch
  • ISBN: 9783462041118
  • 256 Seiten

#buchempfehlung #krebs #christophschlingensief #soschönwiehierkannsimhimmelgarnichtsein #tausendlexi #tod

> Das enge Kleid <

Foto von Pinterest

Emotionen wollen sich kraftvoll entladen.

Nicht nur beim Menschen, belegt unsere Zeit.

Diese Urgewalten tosen nicht eingeladen.

Sie schnüren uns wie ein zu enges Kleid.

Sabine Poulou

#gedankensplitter #dasengekleid #sabinepoulou #urgewalten #poesie

> Freiheit ist erst der Anfang < von Virginia Woolf

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

1931 hielt Virginia Woolf eine Rede vor jungen Frauen. Sie sollte von sich und ihren beruflichen Erfahrungen berichten. Die Rede mit dem Titel > Profession for Women < ging in die Geschichte ein.

So erzählte Virginia Woolf ganz offen von ihren Extravaganzen, die sich selbst von ihrem ersten Lohn leistete. Und wie ihre Entlohnung und ihre Anschaffungen stetig zunahmen. Sie ermutigte zur Tat und verdrängte alle Selbstzweifel. Ebenfalls erläuterte sie in einer bildhaften Sprache ihren eigenen Werdegang als Schriftstellerin.

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