Mein erstes ausgelesenes Buch des Jahres 2024. Gut hier liegt noch ein Stapel an Büchern der wertgeschätzt sein möchte. Doch meine Begeisterung für diesen Roman wollte ich nicht unnötig verfliegen lassen.

Der wohlsituierte Börsenbroker Henry Preston Standish ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er führt seine Geschäfte stets ordentlich wie auch sein Privatleben. Jedoch ohne jeglichen Ansatz von Leidenschaft. Eines Tages stürzt Henry in eine mentale Krise. Er möchte sich eine Auszeit gönnen und tritt kurzerhand eine Schiffsreise an. Mit der S.S Arabella gleitet er über den Ozean und Henry stellt überrascht fest, dass ihm eine gewisse Erleichterung überkommt. Ebenso kann er feststellen, dass er sich, wenn auch dezent, den anderen Passagieren etwas öffnet. Das hätte doch tatsächlich eine ausgezeichnete Schiffsreise werden können, wenn Henry nicht eines Morgens vor dem Frühstück durch ein Missgeschick über Bord gefallen wäre.

Nun nimmt die Story erst so richtig Fahrt auf. Denn auch im Ozean treibend bleibt Henry ein Gentleman. Vorerst.

Die einzige Kost, von der ein Ertrinkender sich ernähren konnte, war die Hoffnung, gerettet zu werden. Andernfalls war mit geistiger Gesundheit nicht mehr zu rechnen.

Seite 94

Als die Besatzung diesen Verlust bemerkt und die Passagiere informiert, werden wir Zeuge der kühnsten Spekulationen. Köstlich! Ein Panoptikum der ganz besonderen Art.

Der Roman ist britischer Humor vom Feinsten. Von der ersten bis zur letzten Seite findet eine vortreffliche Unterhaltung statt. Absolute Leseempfehlung meinerseits.

Anmerkung: Der Roman erschien 1937 und wurde nun erst ins Deutsche übersetzt. Der Autor Herbert Clyde Lewis war ein unsteter Geist und ein mäßig erfolgreicher Reporter und Berichterstatter. >Gentleman über Bord< war sein Debütroman. Drei weitere hat er noch verfasst. Ich hoffe auf eine weitere Übersetzungen

Das Cover zeigt einen Dampfer, der in den Horizont gleitet.

  • Gentleman über Bord
  • Herbert Clyde Lewis
  • Roman
  • Mare Verlag
  • ISBN: 9783866486966
  • 171 Seiten Übersetzt von Klaus Bonn
  • Mit einem Nachwort von Jochen Schimmang