Dieser Roman lag nun seit Monaten in meinem SuB. Warum ich so lange gebraucht habe, das Buch zu lesen, ich weiß es nicht. Es war wohl einfach nie der richtige Zeitpunkt. Dann besah ich mir das Cover und schlug die erste Seite auf. Ich habe es nun in einem Rutsch sozusagen durchgelesen.

Die Erzählerin ist eine junge Mutter einer 6-jährigen Tochter, Lehrerin und wurde von ihrem Mann verlassen. Sie lebt phlegmatisch ihr Leben weiter, bis zu dem Abend, als sie Sarah trifft. Sarah ist ihr Antonym. Sie ist unvorteilhaft gekleidet, auffallend geschminkt und die Leidenschaft fließt durch ihren Körper und ihre Worte. Sarah ist zu laut, unberechenbar und zum Bersten mit Temperament gefüllt.

Die beiden Frauen verlieben sich ineinander. Es ist eine exzessive Amour fou, die geprägt ist durch die verzehrende Leidenschaft von Sarah. Die Erzählerin fungiert als Fügsame und kann sich diesem Sog nicht entziehen und will es dann auch nicht mehr.

Sarah ist eine hochbegabte Violinistin und ist mit ihrem Ensemble viel auf Gastspielen. Sie verlangt von ihrer Freundin sie zu begleiten bzw. zu besuchen. Die Erzählerin erlebt eine Zeit, die sie durchs Leben regelrecht katapultiert und kann ohne Sarah nicht mehr sein. Doch so explosiv wie Sarah diese Liebe gesteuert hat, beendet sie diese auch wieder. Die Erzählerin fällt in ihre Lethargie zurück, die schmerzhaft ist.

Dann kehrt Sarah zurück, jedoch schwer erkrankt.

Es geht um Sarah, ihre unerhörte, grausame Schönheit, ihre strenge Raubvogelnase, ihre Feuersteinaugen, ihre tödlichen Mörderaugen, ihre Schlangenaugen mit den hängenden Lidern.

Seite 90

Der Roman ist temporeich, mitreißend und der sprachliche Stil virtuos. Ein Kammerkonzert, das einem in Atem hält. Man lauscht und staunt ob der Melodie, die in rasantem Tempo alles mitreißt um dann mit vielen Höhen und Tiefen plötzlich zu verstummen. Es ist Sarah…

Das Cover zeigt eine schwarz-weiß Aufnahme einer jungen, rauchenden Frau.

  • Es ist Sarah
  • Pauline Delabroy-Allard
  • Roman
  • Frankfurter Verlagsanstalt
  • ISBN: 9783627002664
  • 179 Seiten
  • Übersetzt von Sina del Malafosse
  • Erschienen 2019