Literatur - Lyrik - Prosa

Monat: Oktober 2021 (Seite 1 von 3)

>Das Herz ist ein einsamer Jäger< von Carson McCullers

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Carson McCullers schrieb diesen Roman mit gerade Mal 23 Jahren. Er wurde 1940 veröffentlicht. Ich habe ihn nun das zweite Mal gelesen und finde für dieses beeindruckende Buch wohl nicht die richtigen Worte. Doch kurz zum Inhalt:

John Singer, ein sanfter Taubstummer, ist die tragische Hauptfigur dieser Geschichte. Er übt eine besondere Anziehungskraft auf seine Mitmenschen aus. Sie kommen mit ihren Sorgen zu ihm.

Mick Kelly, ein Mädchen in der Pubertät, träumt von Musik und Erfolg. Sie lebt mit ihrer Familie, die mit großen finanziellen Problemen geplagt wird. Mick wird um ihre Träume und ihre Zukunft betrogen.

Jake Blount, ein zorniger und aufbrausender Revolutionär. Eckt immer wieder mit seinen großen Reden überall an und hält es nie lange an einem Ort aus.

Biff Brannon, Besitzer eines Cafés, ist ein gütiger, wenn auch schon etwas melancholischer Zeitgenosse.

Dr. Copeland, will die Ungerechtigkeit aus der Welt vertreiben. Ein großes Ziel für einen schwarzen Mann in den Südstaaten.

Carson McCullers ist hier ein großartiger Roman über die Einsamkeit gelungen. Sie zeigt auf, dass die Liebe bedingungslos ist. Ihre Protagonisten* sind alle miteinander verbunden. Sie alle scheitern an ihren Träumen und Lebensplanungen. Zu Beginn erscheint John Singer noch als der Erlöser, doch nimmt die Story einen verhängnisvollen Verlauf. Trotz dieser ins Detail gezeichneten Schicksale verliert der Roman nicht an seinem einfühlsamen Charme. Carson McCullers hat mit > Das Herz ist ein einsamer Jäger < ein berührendes Buch mit dem Blick auf das ungeschönte Leben kreirt. Große Leseempfehlung!

Das Cover zeigt eine schwarz-weiß Aufnahme aus dem gleichnamigen Film. Darauf zu sehen eine schwarze Frau umarmt von einem schwarzen Mann. Die Frau hält die Hand eines weißen Mannes.

  • Das Herz ist ein einsamer Jäger
  • Carson McCullers
  • Roman
  • Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
  • ISBN: 9783937793337
  • 352 Seiten
  • Übersetzt von Susanna Rademacher

#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Luftschloss

Foto von Pinterest

Henry lag in seinem Schlafsack, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Die Nächte wurden nun kühler. Er logierte unter einer Brücke, sie war sein Schutz, sein Heim. Nun schloss er die Augen und sah vor sich ein kleines Zimmer, einen Tisch mit Stuhl und einer winzigen Kochnische. Besagte Räumlichkeit hatte zwei Türen, die eine war die Eingangstüre und die andere führte in ein beengtes Badezimmer mit einer Wanne. Henry stöhnte leise auf. > In einer Badewanne zu liegen, das wäre traumhaft. Sein eigenes kleines Reich zu haben, das war Henrys Luftschloss. Und mit diesen wohligen Gedanken schlief er entspannt ein.

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> Fügungen <

Ich sagte zu dir, es ist wohl vorbei.

Du schautest mich an und stauntest.

Deine Antwort kam sehr zögerlich herbei:

> Es ist sicher eine deiner Launen. <

~

Doch der Kontakt brach abrupt entzwei.

Wir pflegten unsere tiefe Wunden.

Es war ganz klar, es ist aus und vorbei.

Wir hatten uns damit abgefunden.

~

Im Laufe der Zeit, wir wurden ganz weich.

Da fand eine zarte Annäherung statt.

Es wurde einer guten Freundschaft gleich.

Wir wussten was jeder am anderen hat.

Sabine Poulou 28. Oktober 2021

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> Du sagst es < von Connie Palmen

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Am 27. Oktober 2021 wäre Sylvia Plath 89 Jahre alt geworden, doch sie hat es vorgezogen, im Jahre 1963 ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Im Roman > Du sagst es < geht es um eines der berühmtesten Liebespaare der modernen Literatur, nämlich um Sylvia Plath und Ted Hughes.

Connie Palmen erzählt diese fiktionale Geschichte aus der Sicht von Ted Hughes. Als Sylvia Plath nach vier Wochen ihres Romans > Die Glasglocke < den Kopf in den Gasofen steckte und verstarb, wurde sie zu einer Märtyrerin und Ted Hughes hingegen zum Verräter.

>Ich war nie zuvor jemanden begegnet, bei dem Lieben und Hassen so nah beieinanderlagen, dass es fast keinen Unterschied gab, Sie wollte nichts lieber, als jemanden lieben, aber sie hasst es, wenn sie es tatsächlich tat. Sie wollte nichts lieber, als geliebt zu werden, aber sie hat jeden, der sie je geliebt hat, gnadenlos für diese Liebe bestraft.< – Seite 9

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> WIR <

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Im Lichterglanz der goldenen Sonne

tanzen unsere Herzen fest umschlungen.

Unsere Seelen schwingen voller Wonne

im Moment, der uns bestens gelungen.

~

Und auch wenn wir einmal verwelkt,

uns innig halten bei den Händen.

Beider Körper immer mehr verstaubt zerfällt,

wird unser > WIR < wohl niemals enden.

Sabine Poulou 24.10.2021

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#introspektivminiaturen Montagswort der #prosaistinnen #prosaminiatur / Scherenschnitt

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Sie hält ihren hübschen Kopf über ein Buch gebeugt. Das Seitenprofil ihres Gesichtes ist von anmutender Schönheit. Die zarte Nase und die leicht geöffneten Lippen verleihen der Silhouette eine ansprechende Ausstrahlung. Die kräftigen Locken sind am Hinterkopf gebändigt. Jedoch hat sich eine gelöst und baumelt mit all ihren Rundungen frech herab. Ein Scherenschnitt voller Ästhetik.

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> Die Unschuld der Opfer < von Marilyn Yalom

Rezensionsexemplar – Unbezahlte Werbung

Marilyn Yalom wollte in diesem Buch die letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges zu Wort kommen lassen und somit die Sinnlosigkeit eines Krieges ganz klar vor Augen führen.

Als Amerika in den Zweiten Weltkrieg 1941 eintritt, st Marilyn Yalom 9 Jahre alt. Sie bleibt verschont von den Gräueltaten dieses Krieges. Erst als sie einige Jahre nach Kriegsende nach Frankreich zum Studieren geht, wird ihr das Ausmaß bewusst.

Alain Briotett ist erst zwei Jahre alt, als sein Vater in die französische Armee einberufen wird. Nun ist die Mutter mit den drei Kindern alleine. Sie schließt sich dem Widerstand an. Nach sechs Jahren kehrt der Vater zurück.

> ……..Er weinte vor Freude, dass er uns wiedergefunden hatte. Er weinte aus Angst, wir würden ihn nicht erkennen. < – Seite 70

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> Schmerz <

Deine Seele ist im Ungleichgewicht.

Die Schmerzen plagen dich wieder seit Wochen.

Über den Keim fehlt dir die Übersicht.

Die Pein steckt dir in den Knochen.

~

Du gibst nicht auf und suchst nach Heilung.

Auch wenn neue Rückschläge dich ereilen.

Schlängelst dich durch den Wirrwarr der Meinung.

Ohne Schmerzen darfst du nur kurz verweilen.

Sabine Poulou

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> Was braucht es mehr <

Sternenzauber legt sich über die Stadt.

Wir gehen der Nacht entgegen.

Die Stille hat sich nun eingefunden.

Wir hören nur des anderen Herzschlag.

Was braucht es mehr.

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> Ohne dich <

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~

Nebelschwaden legen sich über das Land.

Der Rhythmus des Lebens entschleunigt sich.

Es war im Frühling, als ich dich fand.

Doch die Zeit schreitet weiter, ohne dich.

~

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