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Unerwidert Lieben ~ Miriam Metze

Heute am 14. Februar, am Valentinstag, dessen Ursprung geht vor allem auf den heiligen Valentin von Rom zurück, einen Märtyrer des 3. Jahrhunderts. Der Überlieferung nach soll er trotz eines Verbots Liebespaare nach christlichem Ritus getraut haben. Im Jahr 496 n. Chr. führte Papst Gelasius I. zu seinem Gedenken einen offiziellen Feiertag ein – möglicherweise auch, um bestehende heidnische Bräuche zu ersetzen – erscheint Unerwidert Lieben – Eine philosophische Tröstung von Miriam Metze.

Mein Interesse galt besonders den einzelnen, beinahe schicksalhaften Momenten, etwa beim Blick auf die so widersprüchlichen wie faszinierenden Liebesgeschichten zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger oder zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Beziehungen, die von Bewunderung, geistiger Nähe und zugleich von Abgründen geprägt waren, als läge in ihnen bereits das ganze Drama der Liebe beschlossen.

Vertieft wurde diese Neugier durch die leidenschaftlichen Verse der griechischen Dichterin Sappho, in denen Liebe wie ein leiser Brand unter der Haut lodert, und durch die poetischen Gedanken Rainer Maria Rilkes, der die Liebe nicht als Verschmelzung, sondern als anspruchsvolle Kunst zweier Einsamkeiten verstand. So wuchs aus einzelnen Begegnungen mit Texten und Biografien ein anhaltendes Staunen über die vielgestaltige, oft schmerzhafte, doch unverzichtbare Macht der Liebe.

Gibt es ein schmerzhafteres Gefühl, als einen Menschen zu lieben, ohne dass diese Liebe erwidert wird? Und ist es dann überhaupt Liebe oder eher eine Sehnsucht, eine Projektion, vielleicht sogar ein Versuch, der Realität zu entkommen? Was kann gegen Liebeskummer helfen? Süßes als Trost, ein Glas Alkohol, stundenlanges Versinken in Serien oder vielleicht doch eher ein Blick in die Philosophie, um den eigenen Schmerz besser zu verstehen?

Die Philosophin Miriam Metze entfaltet in ihrem klugen und zugleich vergnüglich geschriebenen Buch eine überraschende Perspektive: Die Erfahrung, nicht erwidert zu werden, erscheint darin nicht als bloß schmerzhafter Kollateralschaden unseres Liebeslebens. Vielmehr wird sie zum fruchtbaren Ausgangspunkt eines Denkens, das sich dem Schmerz nicht entzieht, sondern ihn ernst nimmt. Aus der Wunde der Zurückweisung gewinnt sie eine philosophische Bewegung. Eine behutsame, doch entschlossene Neuvermessung dessen, was Liebe überhaupt ist. So verwandelt sich das scheinbare Scheitern in einen Erkenntnismoment: Nicht als Randnotiz des amourösen Daseins, sondern als Schlüssel zu seinem innersten Geheimnis. Ausgesprochene Leseempfehlung!

Das in kräftigem Pink gestaltete Cover verbindet fotografische Elemente mit einer geprägten Illustration. Abgebildet ist – vermutlich – ein Mann, dessen Körper ab der Hüfte von einem üppigen Blumenpotpourri überdeckt wird, sodass Figur und florale Fülle ineinander überzugehen scheinen. Die Typografie hebt sich kontrastreich davon ab: Der Titel erscheint in Weiß, ergänzt durch gelbe Schriftakzente, die dem Entwurf eine lebendige, zugleich moderne Note verleihen.

  • Unerwidert Lieben
  • Eine philosophische Tröstung
  • Miriam Metze
  • Mairisch Verlag
  • ISBN: 978-3-948722-54-8 
  • 256 Seiten
  • 14. Februar 2026

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